Neues Weibchen: „Tara“ erweitert Gorilla-Gruppe im Allwetterzoo Münster

Foto: Zoo Hannover
- 02.07.2026
Die vergangenen Tage waren aufregend für die Gorilla-Gruppe im Allwetterzoo Münster. Am Montag, 29.06.2026, ist das Westliche Flachlandgorilla-Weibchen Tara in das Menschenaffenhaus eingezogen. Tara ist neun Jahre alt und im Zoo Hannover zur Welt gekommen. Dort hat sie auch bis zu ihrem Umzug nach Münster gelebt, denn Gorillas haben in den ersten Lebensjahren eine besonders enge Bindung zu ihrer Mutter.
Im Alter von acht bis zehn Jahren, wenn sie geschlechtsreif werden, verlassen die Weibchen ihre Mutter und die dazugehörige Gruppe. Dieses Verhalten beugt in der Natur Inzest vor. Denn in Gorilla-Gruppen gibt es immer nur ein dominantes Männchen, den sogenannten Silberrücken, der sich fortpflanzt.
Ein Gorilla-Umzug für den Artenschutz
Für Tara wurde im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtsprogramms (EEP) ein Platz im Allwetterzoo Münster gefunden. Die Gorilla-Gruppe besteht aus dem Silberrücken N’Kwango, den Weibchen Changa und Shasha sowie dem Jungtier Kiano.
Tara wurde nach einem Tag der Erholung mit der neuen Gruppe zusammengelassen. „Das erste Kennenlernen mit den anderen Gorillas lief sehr gut und harmonisch. Tara hat ihr neues Zuhause neugierig erkundet. Sie hat aber noch nicht alle Teile davon gesehen, das machen wir Schritt für Schritt, damit sie sich langsam an ihre neue Umgebung gewöhnen kann“, sagt Kuratorin Isabel Seyrling.
Die Tierpfleger*innen aus dem Zoo Hannover beschreiben Tara als „Wirbelwind“. Sie sei neugierig und probiere gerne viel aus. Für den Übergang wurde Tara von einem Tierpfleger aus dem Zoo Hannover nach Münster begleitet.
„Das macht es für uns und auch für Tara leichter, da wir so viel schneller ein Gespür für sie bekommen können und sie sich so auch hoffentlich schnell an uns gewöhnen kann“, sagt Seyrling. Aktuell ist das Gorillahaus noch für die Besucher*innen des Allwetterzoos geschlossen.
Neues Gorilla-Weibchen soll für Nachwuchs sorgen
Wenn Tara sich gut eingelebt hat, wird sie – so die Hoffnung – zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Westlichen Flachlandgorillas beitragen. Gorillas sind die größten Menschenaffen der Welt. Sie leben in der Natur ausschließlich in den Regenwäldern Zentral- und Westafrikas. Die größten Bedrohungen für die Menschenaffen stellen heutzutage Wilderei, Lebensraumverlust, Krankheiten und die Folgen des Klimawandels dar. Nach Schätzungen der Umweltorganisation WWF Deutschland werden bis zum Jahr 2030 mehr als 90 Prozent des heute noch vorhandenen Gorilla-Lebensraums zerstört sein.