Erfolgreiches Artenschutzprojekt: Zwei junge Gänsegeier aus dem Allwetterzoo werden in Bulgarien auf Auswilderung vorbereitet

Die jungen Gänsegeier im Allwetterzoo werden auf ihre Auswilderung vorbereitet.

Foto: Allwetterzoo

Nur zwei beherzte Griffe brauchte es, dann saßen die Gänsegeier-Jungvögel ohne viel Aufregung in ihren Transportboxen. Vom Allwetterzoo Münster aus geht es für die beiden nach Bulgarien. Sie werden vor Ort von der Naturschutzorganisation Green Balkans auf ihre Auswilderung vorbereitet.

Die zwei jungen Gänsegeier sind im April 2026 im Allwetterzoo zur Welt gekommen. Sie sind bereits die 17. und 18. Jungvögel aus Münster, die in Bulgarien ausgewildert werden sollen.

„In den vergangenen Jahren konnten wir jeweils ein Jungtier an Green Balkans geben, in diesem Jahr sind es sogar zwei, das freut uns natürlich doppelt“, sagt Janine Wendels, Kuratorin im Allwetterzoo Münster.

Erfolgreiche gemeinsame Artenschutzarbeit

Bei den beiden Junggeiern handelt es sich um ein Weibchen und ein Männchen. Gänsegeierweibchen legen in der Regel einmal im Jahr ein Ei. Im Allwetterzoo haben in diesem Jahr gleich zwei Geierpaare erfolgreich ein Jungtier großgezogen. Die Jungvögel werden in den kommenden Monaten kleinschrittig in Bulgarien auf die Auswilderung vorbereitet, bevor sie den ersten freien Flug wagen dürfen.

Der Allwetterzoo und die Naturschutzorganisation arbeiten bereits seit dem Jahr 2011 zusammen. Green Balkans engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume, insbesondere in Südosteuropa. In gemeinsamen Projekten fließen Erfahrungen aus dem Feld, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Schutzmaßnahmen zusammen – ein gutes Beispiel für In‑situ‑Artenschutz im Rahmen des One Plan Approach.

Kaum Gänsegeier in Europa

Geier gelten laut der Roten Liste der IUCN nicht als bedroht und sind außerhalb von Europa gut verbreitet. In Europa ist die Art jedoch stark zurückgegangen und teilweise sogar ausgestorben. Es fehlt den Aasfressern vor allem an Nahrung, da Jäger und Weidehalter tote Tiere entsorgen und nicht liegen lassen dürfen. Auch Giftköder, Stromleitungen oder Windenergieanlagen gefährden den Bestand der beeindruckenden Tiere.