Artenschutz verständlich erklärt: Dein Fachwissen für die Tierwelt
Artenschutz ist ein großes und komplexes Thema – und manchmal voller Fachbegriffe, die nicht auf den ersten Blick verständlich sind. Doch uns ist wichtig, dass du genau weißt, wofür wir uns engagieren und warum unsere Arbeit so entscheidend ist.
Deshalb erklären wir hier einige zentrale Konzepte: Was bedeuten In-Situ- und Ex-Situ-Artenschutz? Was steckt hinter dem One-Plan-Approach? Und warum spielt die Rote Liste eine so wichtige Rolle?
Mit diesem Wissen bekommst du einen klaren Überblick über unsere Artenschutzarbeit – im Zoo und weltweit!
Der One Plan Approach: Alle an einem Strang für die Tiere
Viele Tierarten stehen heute vor enormen Herausforderungen: Lebensräume verschwinden, Populationen werden kleiner und isolierter, Umweltveränderungen schreiten schnell voran. Um Arten langfristig zu erhalten, reicht es deshalb nicht mehr aus, nur an einem Ort oder mit einzelnen Maßnahmen anzusetzen.
Der One Plan Approach ist ein international anerkannter Artenschutz‑Ansatz, der genau hier ansetzt. Er verfolgt das Ziel, einen gemeinsamen Schutz‑ und Managementplan für eine Art zu entwickeln – für alle ihre Populationen, in der Natur genauso wie außerhalb ihres natürlichen Lebensraums.
Beim Aufruf des Videos werden personenbezogene Daten (IP-Adresse) an den Betreiber des Videoportals gesendet. Daher ist es möglich, dass Zugriffe gespeichert und ausgewertet werden. Detaillierte Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Beim Aufruf des Videos werden personenbezogene Daten (IP-Adresse) an den Betreiber des Videoportals gesendet. Daher ist es möglich, dass Zugriffe gespeichert und ausgewertet werden. Detaillierte Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Lange Zeit wurden Artenschutzmaßnahmen getrennt betrachtet:
Naturschutzorganisationen und Behörden arbeiteten vor allem am Schutz wilder Populationen und ihrer Lebensräume. Zoos und spezialisierte Einrichtungen kümmerten sich parallel um Erhaltungszucht, Forschung und die Sicherung genetischer Vielfalt.
Der One Plan Approach verbindet diese Bereiche von Anfang an. Alle Beteiligten – Naturschutzprojekte, Wissenschaft, Behörden, Zoos und lokale Partner – entwickeln gemeinsam eine abgestimmte Strategie, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der jeweiligen Art orientiert. So entsteht ein Plan statt vieler einzelner Maßnahmen.
Um diese Frage zu beantworten, werden alle verfügbaren Informationen und Möglichkeiten gemeinsam betrachtet:
- Wie ist der Zustand der Populationen in der Natur?
- Welche Bedrohungen gibt es aktuell und in Zukunft?
- Welche Schutzmaßnahmen sind vor Ort realistisch umsetzbar?
- Kann eine Population außerhalb des Lebensraums sinnvoll unterstützen?
Aus diesen Überlegungen entsteht ein integrierter Schutzplan, der festlegt, welche Schritte notwendig sind – heute und in Zukunft.
Zwei Wege für den Artenschutz: In-situ & Ex-situ einfach erklärt
Im One Plan Approach spielen zwei Begriffe eine zentrale Rolle, die im Artenschutz häufig verwendet werden:
In‑situ‑Artenschutz bezeichnet alle Maßnahmen, die direkt im natürlichen Lebensraum einer Art stattfinden. Dazu gehören zum Beispiel:
- der Schutz und die Wiederherstellung von Lebensräumen
- die Betreuung und Überwachung wilder Populationen
- Umweltbildung und Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften
- Maßnahmen gegen Wilderei oder Umweltzerstörung
Das Ziel ist immer, Tierarten langfristig in der Natur zu erhalten.
Ex‑situ‑Artenschutz findet außerhalb des ursprünglichen Lebensraums statt, zum Beispiel in Zoos oder spezialisierten Schutzzentren. Er kann dann eine Rolle spielen, wenn Populationen in der Natur stark bedroht sind. Ex‑situ‑Maßnahmen können beinhalten:
- den Erhalt stabiler Reservepopulationen
- Erhaltungszuchtprogramme
- Forschung zu Verhalten, Fortpflanzung und Gesundheit
- Ausbildung von Fachkräften
Wichtig dabei: Im One Plan Approach sind Ex‑situ‑Maßnahmen kein Selbstzweck. Sie werden nur dann eingesetzt, wenn sie sinnvoll sind und den Schutz der Art in der Natur konkret unterstützen können.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Ein zentraler Gedanke des One Plan Approach ist die enge Zusammenarbeit. Artenschutz kann nur gelingen, wenn Wissen, Erfahrung und Verantwortung geteilt werden. Genau deshalb arbeitet der Allwetterzoo Münster mit starken Partnern zusammen.
Die Organisation Green Balkans engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume, insbesondere in Südosteuropa. In gemeinsamen Projekten fließen Erfahrungen aus dem Feld, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Schutzmaßnahmen zusammen – ein klassisches Beispiel für In‑situ‑Artenschutz im Rahmen eines übergeordneten Plans.

Die WCB Research Foundation verbindet Forschung, Naturschutz und internationale Zusammenarbeit. Durch wissenschaftliche Begleitung, Datenerhebung und fachlichen Austausch trägt sie dazu bei, Schutzmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und langfristig wirksam zu gestalten. Diese Arbeit ist eine wichtige Grundlage für integrierte Artenschutzstrategien im Sinne des One Plan Approach.
Die Rolle des Allwetterzoos Münster im globalen Netzwerk
Im One Plan Approach verstehen wir uns als aktiven Teil eines internationalen Netzwerks. Unsere Aufgaben können dabei vielfältig sein:
- Unterstützung von Schutzprojekten in den Herkunftsregionen
- Beteiligung an Erhaltungszucht‑ und Forschungsprogrammen
- Austausch von Wissen und Erfahrung mit Partnern weltweit
- Sensibilisierung unserer Besucherinnen und Besucher für den Artenschutz
So tragen wir dazu bei, dass Schutzmaßnahmen nicht isoliert bleiben, sondern ineinandergreifen und sich gegenseitig stärken.
Unser Anspruch
Der One Plan Approach passt zu unserem Verständnis von Verantwortung: Artenschutz bedeutet für uns, über den eigenen Zoo hinauszudenken, global zu handeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Denn nur wenn wir In‑situ‑ und Ex‑situ‑Maßnahmen sinnvoll miteinander verbinden, können wir unser Ziel erreichen: Arten schützen und die Vielfalt des Lebens dauerhaft erhalten.
Die Rote Liste der IUCN: Wie bedroht ist welche Tierart?
Die Rote Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) zeigt den Gefährdungsstatus von Tier- und Pflanzenarten weltweit – auch von denen, die du bei uns im Zoo findest. Sie kategorisiert Arten von "nicht gefährdet" bis "ausgestorben" und ist ein wichtiges Instrument, um auf den Zustand der globalen Biodiversität aufmerksam zu machen.
Im Allwetterzoo Münster leben rund 260 Tierarten, die alle auf dieser Liste vertreten sind.




Entdecke mehr tierisches Engagement
Wir engagieren uns mit Leidenschaft für den Erhalt bedrohter Tierarten – vor Ort und weltweit. Ein besonderes Projekt ist das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz IZS), doch unser Einsatz geht weit darüber hinaus.
Artenschutz endet nicht an unseren Zoo-Toren. Überall auf der Welt gibt es Tiere, die unsere Hilfe brauchen. Mit internationalen Projekten setzen wir uns dafür ein, bedrohte Arten zu schützen und ihre Zukunft zu sichern. Erfahre mehr über unser weltweites Engagement!






