Riesenotter-Nachwuchs im Allwetterzoo in tierärztlicher Behandlung – Ein Jungtier eingeschläfert

Ein Riesenotter-Jungtier im Allwetterzoo wird untersucht.

Foto: Allwetterzoo

Die Geburt der vier kleinen Riesenotter war eine schöne Überraschung zum Jahresende 2025 im Allwetterzoo. Die Elterntiere Amérie und Lobo sowie die beiden älteren Jungtiere kümmerten sich seit der Geburt am 26. November 2025 gemeinsam um den frischen Nachwuchs. Dabei stand die Otterfamilie über eine Kamera in der Wurfbox unter ständiger Beobachtung.

Vergangene Woche Donnerstag (15.01.2026) fand die erste tierärztliche Untersuchung statt, bei der die jungen Otter erstmals in die Hand genommen, geimpft, entwurmt und gewogen wurden. „Dabei mussten wir leider feststellen, dass die Jungtiere unter dem Gewicht liegen, das sie zu diesem Zeitpunkt eigentlich haben müssten. Eines der vier Jungtiere war deutlich zu mager“, sagt Zootierarzt Dr. Carsten Ludwig.

Riesenotter-Jungtier eingeschläfert

Die Tierärzte, die Tierpflege und die Kuration entschieden sich daher zu engmaschigen Kontrollen der Tiere – etwas, das ohne konkreten Anlass in den ersten sensiblen Wochen nach einer Geburt eigentlich vermieden wird.

Eine der weiteren Gewichtskontrollen am vergangenen Dienstag schaffte zunächst Erleichterung: zwei der kleinen Männchen und ein Weibchen hatten zugenommen; brachte aber auch Ernüchterung für das vierte Jungtier: „Trotz weiterer medizinischer Maßnahmen hatte eine männliche Nachzucht noch weiter abgenommen“, sagt Ludwig. Daher wurde die Entscheidung getroffen, dieses Jungtier einzuschläfern.

Riesenotter-Weibchen Amérie hat nicht genügend Milch

Ursächlich für das geringe Gewicht der Jungtiere ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Milchmenge von Mutter Amérie, die nicht für alle Jungtiere ausreicht. „Für Fisch sind die Jungtiere noch nicht alt genug, deswegen ist die Zufütterung zum jetzigen Zeitpunkt keine Alternative“, sagt Kuratorin Isabel Seyrling. Der Allwetterzoo konzentriert sich nun auf die tierärztliche Betreuung der drei verbliebenen Jungtiere. Bei ihnen war das Gewicht bei erneuten Kontrollen gestiegen, die kritische Phase ist jedoch noch längst nicht überstanden.