One Plan Approach

Ein gemeinsamer Plan für den Schutz bedrohter Arten

Viele Tierarten stehen heute vor enormen Herausforderungen: Lebensräume verschwinden, Populationen werden kleiner und isolierter, Umweltveränderungen schreiten schnell voran. Um Arten langfristig zu erhalten, reicht es deshalb nicht mehr aus, nur an einem Ort oder mit einzelnen Maßnahmen anzusetzen.

Der One Plan Approach ist ein international anerkannter Artenschutz‑Ansatz, der genau hier ansetzt. Er verfolgt das Ziel, einen gemeinsamen Schutz‑ und Managementplan für eine Art zu entwickeln – für alle ihre Populationen, in der Natur genauso wie außerhalb ihres natürlichen Lebensraums.

Artenschutz gemeinsam denken
Zwei Riesenibisse nebeneinander auf einem Zaun

Lange Zeit wurden Artenschutzmaßnahmen getrennt betrachtet:
Naturschutzorganisationen und Behörden arbeiteten vor allem am Schutz wilder Populationen und ihrer Lebensräume. Zoos und spezialisierte Einrichtungen kümmerten sich parallel um Erhaltungszucht, Forschung und die Sicherung genetischer Vielfalt.

Der One Plan Approach verbindet diese Bereiche von Anfang an. Alle Beteiligten – Naturschutzprojekte, Wissenschaft, Behörden, Zoos und lokale Partner – entwickeln gemeinsam eine abgestimmte Strategie, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der jeweiligen Art orientiert. So entsteht ein Plan statt vieler einzelner Maßnahmen.

Was bedeuten In‑situ und Ex‑situ?

Im One Plan Approach spielen zwei Begriffe eine zentrale Rolle, die im Artenschutz häufig verwendet werden:

In‑situ – Schutz im natürlichen Lebensraum

In‑situ‑Artenschutz bezeichnet alle Maßnahmen, die direkt im natürlichen Lebensraum einer Art stattfinden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • der Schutz und die Wiederherstellung von Lebensräumen
  • die Betreuung und Überwachung wilder Populationen
  • Umweltbildung und Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften
  • Maßnahmen gegen Wilderei oder Umweltzerstörung

Das Ziel ist immer, Tierarten langfristig in der Natur zu erhalten.

Ex‑situ – Schutz außerhalb des natürlichen Lebensraums

Ex‑situ‑Artenschutz findet außerhalb des ursprünglichen Lebensraums statt, zum Beispiel in Zoos oder spezialisierten Schutzzentren.
Er kann dann eine Rolle spielen, wenn Populationen in der Natur stark bedroht sind.

  • Ex‑situ‑Maßnahmen können beinhalten:
  • den Erhalt stabiler Reservepopulationen
  • Erhaltungszuchtprogramme
  • Forschung zu Verhalten, Fortpflanzung und Gesundheit
  • Ausbildung von Fachkräften

Wichtig dabei: Im One Plan Approach sind Ex‑situ‑Maßnahmen kein Selbstzweck. Sie werden nur dann eingesetzt, wenn sie sinnvoll sind und den Schutz der Art in der Natur konkret unterstützen können.

Wie der One Plan Approach funktioniert

KI-generierter Inhalt

Der One Plan Approach stellt eine zentrale Frage:


Welche Maßnahmen helfen dieser Art langfristig wirklich?

 

Um diese Frage zu beantworten, werden alle verfügbaren Informationen und Möglichkeiten gemeinsam betrachtet:

  • Wie ist der Zustand der Populationen in der Natur?
  • Welche Bedrohungen gibt es aktuell und in Zukunft?
  • Welche Schutzmaßnahmen sind vor Ort realistisch umsetzbar?
  • Kann eine Population außerhalb des Lebensraums sinnvoll unterstützen?

Aus diesen Überlegungen entsteht ein integrierter Schutzplan, der festlegt, welche Schritte notwendig sind – heute und in Zukunft.

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Ein zentraler Gedanke des One Plan Approach ist die enge Zusammenarbeit. Artenschutz kann nur gelingen, wenn Wissen, Erfahrung und Verantwortung geteilt werden. Genau deshalb arbeitet der Allwetterzoo Münster mit starken Partnern zusammen.

Gemeinsam mit Green Balkans
Drei Männer stehen um einen Geier und befestigen einen Sender, um seinen Standort nachverfolgen zu können.

Die Organisation Green Balkans engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume, insbesondere in Südosteuropa. In gemeinsamen Projekten fließen Erfahrungen aus dem Feld, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Schutzmaßnahmen zusammen – ein klassisches Beispiel für In‑situ‑Artenschutz im Rahmen eines übergeordneten Plans.

Zusammenarbeit mit der WCB Research Foundation

Die WCB Research Foundation verbindet Forschung, Naturschutz und internationale Zusammenarbeit. Durch wissenschaftliche Begleitung, Datenerhebung und fachlichen Austausch trägt sie dazu bei, Schutzmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln und langfristig wirksam zu gestalten. Diese Arbeit ist eine wichtige Grundlage für integrierte Artenschutzstrategien im Sinne des One Plan Approach.

Die Rolle des Allwetterzoos Münster

Im One Plan Approach verstehen wir uns als aktiven Teil eines internationalen Netzwerks. Unsere Aufgaben können dabei vielfältig sein:

  • Unterstützung von Schutzprojekten in den Herkunftsregionen
  • Beteiligung an Erhaltungszucht‑ und Forschungsprogrammen
  • Austausch von Wissen und Erfahrung mit Partnern weltweit
  • Sensibilisierung unserer Besucherinnen und Besucher für den Artenschutz

So tragen wir dazu bei, dass Schutzmaßnahmen nicht isoliert bleiben, sondern ineinandergreifen und sich gegenseitig stärken.

Unser Anspruch

Der One Plan Approach passt zu unserem Verständnis von Verantwortung:
Artenschutz bedeutet für uns, über den eigenen Zoo hinauszudenken, global zu handeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Denn nur wenn wir In‑situ‑ und Ex‑situ‑Maßnahmen sinnvoll miteinander verbinden, können wir unser Ziel erreichen:
Arten schützen und die Vielfalt des Lebens dauerhaft erhalten.