Die Kegelrobbe ist der grösster Beutegreifer in Deutschland

Die Kegelrobbe ist in den Küstengebieten des nördlichen Atlantiks sowie in Nordsee und Ostsee beheimatet. Namensgebend für die Art ist der lange, kegelförmige Kopf.

Heute ist die Kegelrobbe weitgehend geschützt und gilt derzeit in Deutschland immer noch als gefährdet, obwohl die Bestände in der Nordsee steigen. Stark bedroht ist sie auch in der Ostsee, obwohl auch hier die Bestände leicht zunehmen. In menschlicher Obhut können Kegelrobben über 40 Jahre alt werden. So ist zum Beispiel die Kegelrobbe „Tiger“ im Allwetterzoo Münster mittlerweile schon stattliche 43 Jahre alt.

Fortbewegung war Namensgeber

Von Seebären oder auch Seelöwen, die zu den Ohrenrobben gehören, unterscheiden sich Arten wie die Kegelrobben nicht nur durch das völlige Fehlen der äußeren Ohren. Es ist insbesondere die Ausbildung ihrer Gliedmaßen, die sie als hochangepasste Wassersäuger kennzeichnen. Die Vordergliedmaßen sind kurz und berühren kaum den Boden. Die Hintergliedmaßen können nicht unter den Körper gestellt werden. Damit ist es diesen Tieren unmöglich, sich durch vierfüßiges Laufen fortzubewegen. An Land können sie lediglich Rutschen – oder eben „Robben“.

Zwei Robbenarten leben an der Deutschen Küste

Nicht zu verwechseln sind Kegelrobben im Übrigen mit Seehunden, die ebenfalls in den deutschen Küstengewässern vorkommen. Von ihnen unterscheidet sich die Kegelrobbe durch ihre viel massigere Gestalt. Außerdem haben Seehunde einen rundlichen, Kegelrobben einen eher spitz zulaufenden Kopf. Im Englischen werden sie deswegen auch „Horsehead“ (Pferdekopf) genannt. Zudem ist eine Kegelrobbe deutlich größer als ein Seehund. Männliche Kegelrobben können bis zu 2,50 m lang werden. Sie erreichen ein Gewicht von bis zu 300 kg. Ein männlicher Seehund wird dagegen lediglich 1,70 m lang und erreicht „nur“ ein Gewicht von 150 kg. Die weiblichen Kegelrobben sind etwas kleiner. Sie werden nur rund 2 m lang und sind entsprechend etwas leichter.

In Deutschland eine bedrohte Art

Robben allgemein sind hervorragend an das Leben im Meer angepasst. Allerdings verbringen sie auch viel Zeit an Land und begegnen dabei zwangsläufig auch Menschen. Dies endet für die Meeressäuger oft tödlich. So waren Kegelrobben für Robbenjäger nur von geringem kommerziellem Interesse, aber: Viele Tiere dieser Art wurden von Fischern getötet, die sie als Konkurrenz empfanden. Inzwischen sind sie in den meisten Ländern geschützt; die Bestände sind auf etwa 100.000 Kegelrobben im östlichen Atlantik angewachsen.

40 Prozent des weltweiten Kegelrobben-Bestands leben an den Küsten Großbritanniens. Dank dieser positiven Entwicklung werden sie von der Weltnaturschutzunion IUCN in ihrer Roten Liste mit „nicht gefährdet“ (Least Concern) angegeben. Es gibt jedoch starke regionale Unterschiede. So wird die Kegelrobbe in der deutschen Nordsse als gefährdet eingestuft, in der Ostsee als stark gefährdet. Das Land Schleswig-Holstein stellt sie in ihren Roten Listen als gefährdet dar; Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen sehen sie als gefährdete Wandertiere ihrer Region.

In der Bundesrepublik Deutschland wird die Robbenart im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt bezeichnet.

Viele Feinde für die Robbe

Zu den natürlichen Feinden von Robben im generellen zählen Orcas, große Haie aber auch andere Robben. So machen in der Nordsee Kegelrobben auch Jagd auf ihren kleineren Verwandten, den Seehund.

Die größten Gefahren gehen jedoch vom Menschen aus. Dazu gehören, neben der direkten Jagd, Lebensraumverluste etwa durch den Klimawandel und ausufernder Tourismus. Hinzu kommen Haustierparasiten, Beifangverluste und Nahrungsmangel durch die industrielle Fischerei sowie Umweltgifte wie PCB (giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen), DDT (ein Insektizid) oder Glyphosat (Unkrautvernichter), die sich in den Tieren anreichern und sie krank machen.

Mehr Unterstützung

Foto: Stephanie Jessen | ACCB

Neben der Zahlung des freiwilligen Artenschutz-Euros freuen wir uns auch über jeder weitere Spende zu Gunsten unserer Artenschutzbemühungen.

Spendeninformation:

Bankverbindung:
IBAN: DE80400501500002000990
Swift-BIC: WELADED1MST

Betreff: Artenschutz

 

Für eine Spendenbescheinigung benötigen wir die vollständige Adresse des Spenders.

Oder direkt mit Paypal spenden