Aufgeschoben, hoffentlich nicht aufgehoben

Die Frauen-Nationalmannschaft hätte am Samstag, 11. April, im Stadion von Preußen Münster ihr erstes Heimländerspiel 2020 gegen Irland bestreitet. Hätte – denn der Anpfiff wird nicht wie geplant um 16 Uhr erfolgen. Damit wird bis auf weiteres auch der Besuch des DFB im Allwetterzoo Münster ausfallen. Vor allem Alexandra Popp hatte sich auf den Besuch im Allwetterzoo gefreut. Denn: „Nach meinem Fach Abi habe ich zunächst nicht gewusst, was ich machen soll. Doch bereits nach wenigen Tagen in meinem Praktikum im Duisburger Zoo war es um mich geschehen“, berichtet die aktuelle Kapitänin der DFB-Frauen Nationalmannschaft. „Ich durfte beim Medical Training der Gorillas mitmachen. Als ich bei einer Übung dem Silberrücken ganz nah kommen durfte, war es um mich geschehen und ich wusste, was meine Berufung ist: Zootierpflegerin.“

Alexandra Popp hatte schon immer eine intensive Beziehung zu Tieren. So hatte sie schon früh ein Faible für Pferde und fing als Kind schon mit dem Reiten an. Zudem waren in ihrem Elternhaus Hunde und Katzen. So kam es, dass sie bei ihrem damaligen Verein FCR 2001 Duisburg, dessen Sponsor unter anderem auch der Duisburger Zoo war, die Idee zu einem Praktikum als Zootierpflegerin bekommen hatte. Mit ihrem Gang zum VfL Wolfsburg im Jahr 2012, bei dem sie bis heute im Kader des Erstligisten steht, begann sie dann auch ihre Ausbildung im Tierpark Essehof. „Es war eine sehr schöne, wenn auch anstrengende Zeit. Ohne die Unterstützung und das Verständnis meines damaligen Chefs sowie durch meinen Verein hätte ich beides wohl auch nicht so erfolgreich betreiben können“, gibt sie rückblickend ein großes Lob an ihre Vorgesetzten.  „Vor allem mein Chef im Zoo wusste wohl nicht so recht, was da auf ihn zukommt.“

Beginn einer Fußball-Profikarriere und eine Ausbildung. Das hieß für die Anfang 20-Jähirge, morgens Training, ab 10 Uhr in den Ausbildungsbetrieb und abends wieder auf den Fußballplatz. Hatte sie im Tierpark frei, stand mehr Training auf dem Plan. War kein Training und auch kein Spiel angesetzt, holte sie ihre Arbeitsstunden nach. „So ganz ohne regenerative Phasen – das ging ganz schön auf den Körper, der dann auch immer wieder Tribut und unfreiwillige Pause einforderte. Auch das Privatleben litt unter der Doppelbelastung. Aber ich bereue nichts, habe ich doch was gelernt, was mich erfüllt.“

 

Im Rahmen ihrer erfolgreichen fußballerischen Profikarriere ist Alexandra Popp viel rumgekommen. Dabei besucht sie so oft wie möglich die zoologischen Einrichtungen auf  ihren sportlichen Reisen. „Ich bin gerne im Zoo. Zudem gehe ich ja auch mit ganz anderen Augen durch eine solche Anlage. Und wenn mich wer aus der Mannschaft begleitet, versuche ich immer meine Freude für dieses Thema mit meinen Mitspielerinnen und dem Rest des Teams zu teilen.“ Ihre Begeisterung geht dabei sogar soweit, dass sie sich vorstellen kann, nach ihrer aktiven Zeit als Spielerin zurück in ihren Ausbildungsberuf zu gehen. „Es ist noch zu früh dazu was Konkretes zu sagen, möchte ich doch noch viele Jahre aktiv Fußballspielen. Aber ja, der Job hat mich auf einer emotionalen Ebene richtig mitgenommen. Das ist auf jeden Fall eine Option für mich.“

Ob, wann und wo das EM-Qualifikationsspiel nachgeholt wird, steht derzeit noch in den Sternen. Kommt die DFB-Auswahl aber nach Münster, ist der Besuch von Alexandra Popp, gemeinsam mit ein paar Mitspielerinnen, im Allwetterzoo aber auf jeden Fall gesetzt. Sie kommt dann aber nicht nur der Tiere wegen. Sie will eine alte Mitstreiterin wiedertreffen. „Seit diesem Jahr arbeitet eine alte Bekannte im Allwetterzoo, mit der ich damals meine Gesellenprüfung abgelegt habe.“

NeinJa

Unsere Website verwendet Cookies um eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste zu ermöglichen. Zur Verbesserung unserer Dienste möchten wir gerne Ihre Nutzung der Website mit Hilfe von Google Analytics auswerten. Sind Sie damit einverstanden? Weitere Infos sowie die Möglichkeit, der Zustimmung zu widersprechen, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.