Westfälisches Pferdemuseum präsentiert Ausnahme-Hengst „Lando“

Es war eine kleine Sensation, als der westfälische Vollbluthengst „Lando“ 1995 als erstes und bisher einziges deutsches Pferd den hoch dotierten Japan Cup gewann. Als Sieger brachte er die Rekordgewinnsumme von rund 1,5 Millionen Euro ein. Damit ist „Lando“ eines der erfolgreichsten Rennpferde Deutschlands. Nach seiner Rennkarriere bewährte „Lando“ sich als Deckhengst, zuletzt in seinem Heimatstall auf dem Gestüt Hof Ittlingen. Er zeugte 683 Fohlen, wovon die Hälfte mindestens ein Rennen gewonnen hat.

Im Jahr 2013 musste „Lando“ aufgrund einer Verletzung im Alter von 23 Jahren

Besitzerin Janet Ostermann (Gestüt Hof Ittlingen) und Sybill Ebers (Pferdemuseum) am Lando-Präparat (Foto: WPM)

eingeschläfert werden. Seine Besitzerin Janet Ostermann entschied, den Hengst präparieren zu lassen, um ihn später dem Westfälischen Pferdemuseum zu übergeben. Sie wandte sich an Sybill Ebers, die Leiterin des Pferdemuseums, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Mit fachlicher Unterstützung des Präparators des LWL-Naturkundemuseums waren die nächsten Schritte schnell geklärt, um „Lando“ der Nachwelt zu erhalten. In einer Tierpräparationswerkstatt in Waltrop wurde das Pferd als Dermoplastik aufgestellt. 2015 überließ Janet Ostermann „ihr“ Pferd dem Westfälischen Pferdemuseum als Dauerleihgabe. Seitdem „schlummert“ der Vollbluthengst im Depot des Museums und war für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. „Das tat mir in der Seele weh“, so Museumsleiterin Sybill Ebers, „zumal wir einige Nachfragen von Rennsportfreunden hatten, wann das Wunderpferd endlich zu sehen sei.“ Aufgrund der Covid-19-Pandemie konnte das Pferdemuseum in diesem Sommer kein großes Ausstellungsprojekt verwirklichen. Die Sonderausstellungsfläche stand über Monate leer. Ende Juli entwickelten Ebers und ihr Team die Idee, eine kleine Erinnerungsschau für „Lando“ und seinen spektakulären Sieg beim Japan Cup umzusetzen.

Ab dem 29. August 2020 ist „Lando“ im Westfälischen Pferdemuseum zu sehen. Janet Ostermann unterstützt das Projekt mit Leihgaben wie der Siegestrophäe vom Japan Cup und der Original-Siegerschärpe, die der Hengst nach seinem Sieg in Tokio trug. Ein kurzer Film zeigt den Siegesritt, der „Lando“ berühmt gemacht hat.

„Wir sind froh, dass wir auch in Corona-Zeiten, in denen das Geld mehr als knapp ist, eine attraktive Abwechslung für unsere Besucher anbieten können“, so Sybill Ebers, „diese schwierigen Zeiten machen Museen und andere Kulturschaffende überaus kreativ, und das ist positiv zu sehen!“

Die kleine „Lando“-Erinnerungsschau ist vom 29. August bis zum 18. Oktober 2020 täglich im Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster zu sehen. Der Besuch des Pferdemuseums ist im Zooeintritt enthalten.   

Lando beim Derby-Sieg (Foto: Marc Rühl)

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