Nachwuchs bei den Geparden und Vorbereitungen für eine neue Art

Neben Tiger, Löwe und Leopard sind insbesondere die Geparde im Allwetterzoo Münster eine besondere Attraktion. Zuletzt gab es vor knapp zwei Jahren Nachwuchs, für den die damalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze und den amtierenden Oberbürger­meister aus Münster, Markus Lewe, die Patenschaft übernommen hatten. Doch die drei Katzen sind mittlerweile herangewachsen, so dass sie wie im Freiland die Mutter verlassen und in Kürze in den Bioparc de Doué la Fontaine in Frankreich umziehen. Doch das bedeutet nicht, dass das Geparden Gehege deswegen leerer wird. „Wir freuen uns, dass wir wieder Nachwuchs haben“, sagt

die Geschäftsführerin des Allwetterzoos, Dr. Simone Schehka. „Gleich fünf Jungtiere hat unsere „Isantya“ zur Welt gebracht. Allerdings hat ein Welpe nicht überlebt.“ Was zum Tot geführt hat, wird derzeit in der Pathologie geklärt, ein normaler Vorgang bei Wirbeltieren.

Vier kleine Geparde

Isantya kam erst im Juni 2017 in den Allwetterzoo Münster. Es ist bereits die zweite erfolgreiche Zucht mit der Katze. „Geparde sind stark von der Ausrottung bedroht und die Zucht in Zoos ist sehr schwierig“, erklärt Zootierarzt Dr. Carsten Ludwig, der sich auch im Rahmen seiner Dissertation intensiv mit dem schnellsten Landwirbeltier der Welt auseinandergesetzt hat.

Die Gepardin kümmert sich vorbildlich um ihren Nachwuchs. Die vier Jungtiere wurden von ihr in der Höhle auf der Gepard-Anlage in Richtung Restaurant am 18. August 2020 zur Welt gebracht. Die Jungtiere entwickeln sich prächtig, haben aber noch ihre Augen und Ohren geschlossen. „Wir bitten die Zoobesucher um Geduld und vor allem Ruhe bei der Suche nach dem Wurf. Ein Tipp vom Zoo – mit einem Fernglas können Mutter und Jungtiere besonders gut beobachtet werden, sind aber momentan häufig nicht zu sehen“, erklärt Dr. Simone Schehka. Das Team des Allwetterzoos geht davon aus, dass die Tiere aber zum Ende des Monats September regelmäßig auf der Anlage zu beobachten sind.

Keine Goldkatzen mehr im Allwetterzoo

Neben der Erfolgsmeldung bei den Geparden, hat der Allwetterzoo aber auch einen Verlust zu vermelden. So musste die Goldkatze von den Tierärzten leider eingeschläfert werden. „Das Tier zeigte unterschiedliche altersbedingte Erkrankungen. Es bestanden trotz intensiver pflegerischer und medizinischer Begleitung keine weiteren Optionen mehr den Kater zu unterstützen.  Am Ende war sich das Team aus Kuratoren, Zootierpflegern und Tierärzten einig. Die Lebensqualität des Katers war nicht mehr gegeben“, so die Geschäftsführerin. Damit hat ein weiterer Zoo in Deutschland diese besonderen Tiere nicht mehr in der Zucht. Denn der Allwetterzoo wird keine neue Goldkatze mehr aufnehmen. Der Grund hierfür ist,

dass diese Tiere auch in der Natur nur schwer zu beobachten sind und es nur wenige Daten über ihre Lebensweise gibt. Deswegen ist auch die Nachzucht dieser bedrohten Art in Zoos sehr schwierig und nur selten von Erfolg gekrönt. „Entsprechend gering ist der Bestand an Tieren, die im Rahmen des EEPs (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) in Zoos leben und auf die zoologischen Einrichtungen verteilt werden können. Deswegen wird das Gehege nun für eine neue Art umgebaut.“

Fossas ziehen ein

Noch in diesem Jahr wird der Allwetterzoo eine neue Tierart, die sowohl Merkmale von Katzen, Mangusten sowie Schleichkatzen hat, bekommen. Dabei handelt es sich um ein in seiner Heimat Madagaskars gefährdetes Raubtier. „Die bis zu zwölf Kilogramm schwere Fossa, auch Frettkatze genannt, ist das größte Landraubtier auf Madagaskar und ernährt sich in der Natur bis zu 50 Prozent von Feuchtnasenaffen. Kein anderes Landraubtier hat sich so auf die Jagd von Primaten  spezialisiert“, erklärt der für die Tiere zuständige Kurator Marcel Alaze über die neue Tierart auf. „Vorerst werden wir ein Weibchen dieser gefährdeten Art zeigen. Im nächsten Jahr werden wir im Rahmen des EEP ein Brudertrio zu uns holen.“

Die Fossa ist auf intakte Wälder angewiesen. Wegen der fortschreitenden Zerstörung der Wälder auf Madagaskar und der Verfolgung durch den Menschen nehmen die Bestände laufend ab. Nach den letzten verfügbaren Daten wird die Gesamtzahl noch auf 2600 bis 8600 Tiere geschätzt. Die Art gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2015 als gefährdet. Zudem wird die Katze in ihrer Heimat zur Gewinnung von Fleisch als Nahrungsmittel und von Körperteilen für die traditionelle Medizin gejagt. Bei der Landbevölkerung sind sie unbeliebt, weil sie Hühner und Ferkel töten, und werden deswegen auch von ihnen verfolgt.

Für die in Madagaskar beheimatete Schleichkatze gibt es ein neben einem EEP auch den Fossa-Fonds. „In diesen zahlen die am Zuchtprogramm teilnehmenden Zoologischen Gärten ein, um Naturschutzmaßnahmen auf Madagaskar zu fördern. In- und ex-situ-Projekte – sowohl solche im ursprünglichen Lebensraum  als auch im Zoo – sollten von Anfang an Hand in Hand gehen. Auch wir werden in diesen Fonds einzahlen“, so Dr. Simone Schehka. Mit Mitteln aus dem Fonds wurde unter anderem bereits eine Zuchtstation im Zoo der Hauptstadt Madagaskars errichtet. Der Hauptfokus der vergangenen Jahre liegt auf Maßnahmen zur Umweltbildung, gegen die Bejagung und Entwaldung und zur Bestandserfassung.

Damit werden am Ende auch weiterhin verschiedene Katzenartzen sowie die Fossa im Allwetterzoo leben, die, so unterschiedlich sie in Aussehen und Verbreitung auch sind, doch eine Gemeinsamkeit haben: Sie alle sind durch den Menschen in ihrem Lebensraum bedroht. Und das eint sie mit noch vielen weiteren im Allwetterzoo lebenden Tieren.

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