Artenschutzzentrum des Allwetterzoos hat zwei beschlagnahmte Individuen aufgenommen

Über Schuppentiere wird gerade viel gesprochen. Seit Beginn der Corona-Pandemie gehören sie zu den Arten, die als mögliche Zwischenwirte des SARS-CoV-2 Virus bei der Übertragung von Fledermäusen auf den Menschen in Frage kommen. Dahinter steckt aber deutlich mehr. Es handelt sich um ein globales Artenschutzproblem. Denn ihr Fleisch gilt nicht nur als Delikatesse, sondern darüber hinaus gelten ihre Schuppen in der Traditionellen chinesischen Medizin als Heilmittel gegen Nasenbluten, Fieber und Krebs. Das

macht sie begehrt und zu den weltweit am stärksten bedrohten Arten. Sie werden gejagt und nach Asien, vorwiegend China und Vietnam, geschmuggelt. In Mengen die sich kein Mensch vorstellen kann. Einzelne beschlagnahmte Ladungen umfassten teilweise Schuppen die man auf über 20.000 Individuen hochrechnen kann.

Im Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha, dem Artenschutzzentrum des Allwetterzoos Münster, registriert das dort ansässige Team die „stillen Netzwerke“ die dafür sorgen, dass das Malaiische Schuppentier (Manis javanica) immer stärker zurück geht. „Das ACCB ist auch eine Auffangstation für beschlagnahmte Wildtiere und obwohl wir jährlich mehrere Dutzend Tiere aufnehmen, waren Schuppentiere in den vergangenen zehn Jahren nie dabei. Dafür sind sie einfach zu hochpreisig“, erklärt Dr. Philipp Wagner, Kurator für Artenschutz am Allwetterzoo.

Aufgrund der Pandemie hat China mittlerweile den Handel von Schuppentieren offiziell verboten. „Und das scheint sich schon etwas auszuwirken, denn die Fänger oder Zwischenhändler finden keine Abnehmer mehr und so wurden in den vergangenen Wochen gleich zwei Schuppentiere beschlagnahmt, die nun im ACCB gepflegt werden“, führt Wagner aus. „Wir müssen nun entscheiden wie wir weiter vorgehen. Derzeit werden sie durchgecheckt und sollen sich erholen. Dann entscheiden wir, ob, wie und vor allem wo es möglich ist, sie wieder auszuwildern.“ Das würde dann aber eine größere und komplizierte Aktion werden, so Wagner weiter. Denn die nächst gelegenen Lebensräume seien mehrere Tagesreisen entfernt. Sie liegen weit entfernt von befahrbaren Straßen, damit die Tiere eine realistische Chance haben, nicht innerhalb kürzester Zeit wieder gefangen und zum Verkauf angeboten werden.

Schuppentiere sind nachtaktiv

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Hier geht es zum einen Text des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zum Thema Biodiversitätsverlust und Wildtierhandel als Pandemieursachen. LINK zum BMU.

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