Eine besondere Beute

In der ersten Maiwoche hat zunächst der Hobby-Imker Daniel Ludwig ein schwärmendes Volk in den Allwetterzoo gebracht und dieses in die Oberträger-Beute entlassen. „Das Volk war bei einem Nachbarn im Baum. Die kühlen Nächte sorgten dann dafür, dass ich es gut einsammeln konnte“, sagt Daniel Ludwig über die Herkunft des Bienenvolks. „Jetzt hoffen wir natürlich, dass das Volk seine neue Behausung gut annimmt und zu einem großen und stabilen Volk anwächst“, freut sich der Tierpfleger Matthias Schmitt auf die kommenden Monate. Bereits einen Tag später war dann erneut Olaf Bader mit seiner Familie im Allwetterzoo und brachte das zweite Volk, das ebenfalls in der Oberträger-Beute eine neue Heimat gefunden hat. „Die Beute ist so groß, dass zwei Völker darin Platz haben. Damit sich die Düfte der Völker nicht vermischen,

Daniel Ludwig entlässt das erste Bienenvolk in seine neue Behausung.

kommt in den Hohlraum zwischen den Völkern etwas Masse. Da funktioniert Heu genau so gut wie eine alte Decke, für die ich mich heute entschieden habe“, erklärt Olaf Bader, bei dem Matthias Schmitt seinen ersten Imkerkurs hatte.

Weniger Material- und Zeitaufwand

Die Oberträgerbeute ist in den 1960er Jahren im Rahmen von Entwicklungshilfe-Projekten in Afrika entwickelt worden. „Es sollte eine Beute entwickelt werden, die mit wenigen Mitteln und verfügbaren Materialien auf einfache Weise hergestellt werden konnte. Angelehnt an alte Haltungsweisen zum Beispiel aus Griechenland oder Sizilien, baute man eine Beute, die von oben bearbeitet werden kann“, erklärt Matthias Schmitt. „Die Oberträgerbeute hat zum Teil die traditionellen Röhrenbeuten abgelöst, da sie viel einfacher zu bewirtschaften ist.“

An querliegenden und einzeln nach oben herausnehmbaren Leisten fertigen die Bienen ihre Waben. Die gesamte Beute ist anfangs leer, so dass sich das Bienenvolk sehr naturnah entwickeln kann. „Heute hat die Oberträgerbeute den Weg nach Europa geschafft. Hobbyimker verwenden diese Beute für eine extensive Bienenhaltung, bei der mehr der ökologische Gedanke als der Honigertrag im Vordergrund steht“, so der Tierpfleger weiter. Zudem sei sie mit weitaus weniger Material- und Zeitaufwand zu bewirtschaften als herkömmliche Beuten aus der Ertragsimkerei. Gebaut hat die Oberträgerbeute der Tischler Volker Frings, ein Freund von Olaf Bader.

Als Dank für das Volk bekam Daniel Ludwig, der bei der Aktion von seinen Kindern unterstützt wurde und die den neugierigen Zuschauern Frage und Antwort standen, von Kuratorin Dr. Simone Schehka Freikarten für den Allwetterzoo geschenkt. „Dann könnt ihr

Olaf Bader bereitet die Oberträgerbeute für das zweite Bienenvolk vor.

nachsehen, ob die Bienen sich auch gut eingelebt haben“, lud sie die Familie ein, den Allwetterzoo zu besuchen. Und auch der zweite Spender erhielt für sich und sein Familie Freikarten. „Außerdem bekommen beide Familien von mir eine kleine Führung“, freut sich Tierpfleger Matthias Schmitt schon auf ein Wiedersehen.

Matthias Schmitt (r.) und Daniel Ludwig bereiten die Oberträgerbeute vor.

Nicht nur Gnus wohnen in der benachbarten Arfika-Panorama-Anlage, wo die Oberträgerbeute aufgebaut ist.

Matthias Schmitt und Familie Bader, kurz bevor der zweite Schwarm in die Oberträger entlassen wird.

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