Jedes Handy hilft – und das auf mehreren Ebenen

Mobile Hightech-Kommunikation und Artenschutz in den entlegensten Winkeln unserer Erde, jenseits der Zivilisation wie Europäer sie kennen? Ja, hier gibt es einen Zusammenhang. Einen gravierenden sogar. Denn das menschliche Konsum und Nutzungsverhalten von Mobiltelefonen und Co hat direkte Auswirkungen für die Tier und Pflanzenwelt in verschiedenen Winkeln und Ländern der Erde. So werden für den Abbau von seltenen Erden und anderen Rohstoffen, die für den Bau von Mobiltelefonen notwendig sind, ganze Landstriche und damit Lebensräume zerstört.

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, ist es wichtig, dass alte und

ausrangierte Mobiltelefon fachgerecht entsorgt und somit am Ende in ihre Bestandteile zerlegt werden können. Deswegen hat der Allwetterzoo seit 2007 eine „Handy-Sammel-Station“. „Die Box zur Entsorgung ausgedienter Geräte steht im Eingangsbereich und es wurden bereits mehrere tausend Handys gesammelt und recycelt“, so Kurator Marcel Alaze. „Seit 2017 arbeitet der Allwetterzoo Münster mit der AfB-Group aus Düren in diesem Bereich zusammen.“ Das Unternehmen engagiert sich nicht nur mit uns zusammen für den Artenschutz, sondern auch sozial, denn AfB steht für „Arbeit für Menschen mit Behinderung“.

Der Zoo profitiert von jedem Handy

Die Firma hat sich darauf spezialisiert, ausgemusterte IT- und Mobilgeräte von Unternehmen, Versicherungen, Banken und öffentlichen Einrichtungen zu übernehmen und dabei so viele Geräte wie möglich wieder zu vermarkten.

Die AfB-Group zahlt dem Allwetterzoo 3,50 Euro pro Gerät das wiedervermarktet, und 0,40 Euro für jedes Mobilgerät das recycelt wird. Die Gewinne verwendet der Zoo für seine Artenschutzaktivitäten in Münster sowie auch in Kambodscha, wo das ACCB liegt, eine Artenschutzeinrichtung, die zu 100 Prozent dem Allwetterzoo Münster gehört.

Die AfB-Group verwertet nicht nur einzelne Bestandteile ausgedienter Mobiltelefone, sondern sammelt wiedereinsatzfähige Geräte auch zur weiteren Benutzung. „In jedem Fall helfen die Handys aus Münster nicht nur den Artenschutzbemühungen des Zoos, sondern auch dem Überleben der Gorillas in Afrika“, erklärt der Kurator für das Spenden alter Handys. Denn jedes Mobiltelefon enthält neben Rohstoffen wie Gold oder Aluminium und Schadstoffen wie Arsen oder Blei auch das seltene und teure Metall Tantal, das aus dem Erz Coltan gewonnen wird. Rund 80 Prozent der weltweiten Coltan-Vorkommen liegen in der Demokratischen Republik Kongo und damit im Lebensraum der Östlichen Flachlandgorillas. „Durch illegalen Abbau und kriegerisch geführte Auseinandersetzungen um das wertvolle Erz sind die Gorillas und alle anderen Tiere und Pflanzen in dieser biologisch sehr bedeutsamen Region in ihrem Bestand höchst bedroht. Diese Tatsache sollte sich jeder bewusst machen, der ein neues Handy erwirbt“, sagt Alaze weiter.

Kampf um Macht und Ressourcen

Wie ernst und umkämpft die Region mit ihren Bodenschätzen ist, machte vor wenigen Tagen auch die traurige Mitteilung aus dem Kongo deutlich. Bei einem Angriff auf einen Konvoi nahe dem Virunga-Nationalpark im Kongo sind Ende April zwölf Ranger und fünf weitere Menschen getötet worden. Die Ranger waren dort zum Schutz der letzten noch in freier Wildbahn lebenden Berggorillas eingesetzt. Die Tat ist in der Nähe der Parkverwaltungszentrale in Rumangabo verübt worden. Neben den Todesopfern gab es mehrere Verletzte. Wie diverse Nachrichtenagenturen mitteilen, vermuten die örtlichen Behörden, dass die Angreifer aus den Reihen der Rebellenorganisation FDLR (Forces

Démocratiques de Libération du Rwanda – Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) stammten.

Der Virunga-Nationalpark an der Grenze zu Uganda und Ruanda ist weltweit vor allem für seine dort lebenden Berggorillas bekannt, die nur in dieser Region leben. Der Park und seine Ranger werden dabei immer wieder durch Milizen und Wilderer bedroht. Im Ost-Kongo sind mehrere Milizen aktiv, denen es vor allem um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze geht. Gorillas werden aber auch durch Viehhirten, Holzfäller, Gras- und Honigsammler, Wasserholer, Schmuggler sowie Wilderer in ihrem Lebensraum gestört und eingeschränkt. Letztere tragen zudem aktiv zur Dezimierung der Gorillabestände bei. Wilderer legen Schlingen aus, um Ducker (kleine Antilopen) zu fangen, doch in diese Fallen geraten auch Gorillas. Oft können sie die Schlinge nicht entfernen und verlieren die Hand oder den Fuß oder sterben sogar durch Wundbrand. In einigen Regionen werden Gorillas auch direkt zum Verzehr bejagt, auch wenn dies gesetzlich verboten ist.

Jede Spende hilft

Deswegen beim nächsten Besuch im Allwetterzoo Münster nicht vergessen, alte Handys mitzubringen und in die entsprechende Sammelbox zu werfen und zu spenden. „Auch Firmen, Schulklassen oder Vereine können gerne Handys sammeln und diese gebündelt bei uns abgeben  –  die vereinbarte Spende kommt auf jeden Fall unseren Artenschutzprojekten und damit bedrohten Tieren zugute“,  wirbt Marcel Alaze.

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