Nonnen retten Lurch vor dem Aussterben

Der Pátzcuaro-See liegt im Bundesstaat Michoacán in Mexiko, 62 Kilometer westlich der Stadt Morelia.  An seinem Ufer leben auch Klosterfrauen des Dominikaner Ordens. Ihnen ist es zu verdanken, dass diese Art am Ende nicht ausgestorben ist. „Die Nonnen züchten und halten diese Amphibien schon seit vielen Jahrzehnten“, erklärt Dr. Philipp Wagner, Kurator für Artenschutz im Allwetterzoo Münster. „Das machen sie aber nicht aus altruistischen Gründen. Vielmehr hängt ein guter Teil der Einnahmen des Klosters von dem Überleben des Tieres ab. Denn die Nonnen benötigen die Hautsekrete der Lurche, um daraus ihren speziellen Hustensaft herzustellen. Den verkaufen Sie wiederum und finanzieren sich dadurch.“

Dank des Engagements der Nonnen sowie einer Kooperation des Klosters mit der EAZA, European Association of Zoos and Aquaria – Europäische Vereinigung von Zoos und Aquarien – konnte das Überleben diese Amphiben vorerst gesichert werden. „Neben drei weiteren Zoos in Deutschland ist auch der Allwetterzoo Münster aktiv in der Nachzucht dieser besonderen Tiere. Europaweit sind es aktuell neun Einrichtungen, die hier eng zusammenarbeiten.“

Das der Dumerils Querzahnmolch im Allwetterzoo Münster lebt, ist einem österreichischen Forscher aus Graz zu verdanken. „Er hatte die Möglichkeit, ein paar Tiere aus Mexiko zu importieren und es gelang ihm, diese zur Zucht zu bringen. Aus seinem Bestand gingen einige Individuen an den Tiergarten Schönbrunn, dem 2015 die Zoo-Welterstzucht gelang und von denen auch unsere Tiere abstammen“, sagt Philipp Wagner. Mittlerweile ist die Art in mehreren europäischen Einrichtungen zu sehen, von denen sich über die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. „Es gibt mittlerweile auch ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Chester Zoo koordiniert wird.“

Die Tiere im Allwetterzoo gehören aber zu einem anderen Programm: Citizen Conservation. Es dient dazu private Tierhalter stärker mit den zoologischen Gärten zu vernetzen, umso gemeinsam Arten durch Tierhaltung zu retten.

Der Pátzcuaro-Querzahnmolch ist in der Natur hochgradig bedroht, vermutlich sogar ausgestorben. Da die letzte Beurteilung aus dem Jahr 2003 stammt, wird er von der IUCN noch als vom Aussterben bedroht taxiert. Heute ist davon auszugehen, dass die Pátzcuaro-Querzahnmolche im einzigen See, in dem sie natürlicherweise vorkamen, ausgestorben sind, weil Fische, die in den See eingesetzt wurden, ihre Eier und Larven gefressen haben. Außerdem wurde Abwasser eingeleitet und flache Uferbereiche aufgefüllt.

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