Hoffen auf wertvollen Nachwuchs

Waren es in den vergangenen Jahren vor allem die Gänsegeier, die erfolgreich zum Erhalt ihrer Art beigetragen haben, war in Sachen Nachwuchs bei den Mönchsgeiern nicht viel los. „Der letzte Zuchterfolg ist schon viele Jahre her. Die Tiere, die wir erfolgreich nachzüchten konnten, leben mittlerweile in Südfrankreich in freier Natur“, berichtet Marcel Alaze, Kurator im Allwetterzoo Münster. Von mehreren erfolgreichen Auswilderungen. Der Münsteraner Zoo konnte damals vier Mönchsgeier in ein Auswilderungsprojekt in den französischen Cevennen einbringen. Der im Jahr 1992 ausgewilderter Vogel war einer der ersten, der von der „Black Vulture Conservation Foundation (BVCF)

in Südfrankreich entlassen wurde. Insgesamt gibt es in Südfrankreich drei Auswilderungsstellen dieses Projektes. Alle vier Münsteraner Tiere wurden in Causse de la Jonte ausgewildert. Insgesamt konnten durch die BVCF 54 Mönchsgeier bis zum Jahr 2004 (Stand 2010) ausgewildert werden.

Auswilderung wird angestrebt

Ob der Mönchsgeiernachwuchs des Allwetterzoos nach einer erfolgreichen Aufzucht ausgewildert wird, steht nicht zur Frage. Es ist vielmehr das Wo?. „Wir haben in den vergangenen Jahren erfolgreich mit der bulgarischen Naturschutzorganisationen Green Balkans und Fund for Wild Flora and Faunaorganisiert Gänsegeier in Bulgarien auswildern können. Das Projekt sieht nun auch vor, dort Mönchsgeier aus zu wildern“, blickt Marcel Alaze in die Zukunft. Langfristig soll so eine wichtige Schnittstelle zwischen den noch bestehenden wilden Populationen geschlossen werden. So gäbe es größere Populationen in Vorderasien und im Iran, sowie in Spanien und Südfrankreich. Eine genetische Vermischung, die zum gesunden Fortbestand sehr wichtig ist, findet nahezu nicht statt. „Wenn es aber gelingt, Mönchsgeier wieder im Balkan ansässig werden zu lassen, erhöht sich die Chance einer genetischen Durchmischung um ein Vielfaches – und damit auch die Überlebenschancen dieser imposanten Tiere.“

Bei seinem Verwandten, dem Gänsegeier, kann die NGO Green Balkans bereits auf mehrere Erfolge verweisen. „In 2019 konnte bereits der zwölfte Vogel zur Auswilderung nach Bulgarien transportiert werden und dreht nun seine Kreise über den osteuropäischen Gebirgslandschaften. Es wäre eine große Freude, wenn in naher Zukunft auch der erste Mönchsgeier aus Münster dort seine Kreise ziehen würde.“

Der Mönchsgeier ist mit seiner Körperlänge von über einem Meter nach dem Bartgeier der größte Greifvogel Europas. Der Mönchsgeier gilt laut IUCN als „potentiell bedroht“. Vor allem in Europa ist er in vielen Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes selten geworden oder bereits gänzlich verschwunden. In Spanien konnten sich die Bestände allerdings in jüngerer Zeit erholen. Auf Mallorca gibt es eine Naturschutzorganisation zur Erhaltung des Mönchsgeiers. Sie betreibt Zählungen und fängt junge Mönchsgeier ein,

Das Bild zeigt ein Jungtier unserer Mönchsgeier von 2016. Der Nachwuchs von damals lebt mittlerweile im Zoo Rhenen (Niederlande).

um sie in Südfrankreich oder auch Mazedonien auszusiedeln. Der Lebensraum des Mönchsgeiers sind vor allem bewaldete Hügel und Berge, auf Nahrungssuche überfliegt er aber auch häufig offenes Gelände.

Mehr über diese spannenden Tiere erfahrt Ihr auch in unserem unter diesem "Geier-Restaurant".  Seit dem 17. März 2016 gibt es das "Geier-Restaurant" im Allwetterzoo Münster in der Ausstellungshalle hinter dem Tropenhaus - zwischen Kea- und Webervogelanlage - direkt hinter der Großflugfoliere.

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