Junger Guereza-Affe mit noch ganz weissem Fell

Wenn Guerezas Nachwuchs bekommen, ist immer gleich die ganze Gruppe in heller Aufruhr. Denn die älteren Geschwister und anderen Weibchen der Gruppe rangeln geradezu darum, das neue Familienmitglied tragen und umsorgen zu dürfen. Die Fürsorge der Gruppe gibt dem Muttertier die Möglichkeit sich auch um sich zu kümmern und in Ruhe zu fressen. So wird der Nachwuchs gemeinsam aufgezogen, Hauptsache die Jungen bleiben in der Gruppe und sind umsorgt.

 „Betritt ein Pfleger die Innenanlagen, zum Beispiel zu den Fütterungszeiten, sorgen die Großen sofort dafür, dass das Jungtier nach draußen gebracht wird“, so

Dr. Simone Schehka vom Allwetterzoo Münster. Deswegen sollten sich auch Besucher langsam und bedächtig bewegen, um einen möglichst guten Blick auf das Jungtier zu erhaschen. Das gilt gerade dann, wenn sich die Tiere auf der begehbaren Außenanlage befinden. „Junge Guerezas sind bei der Geburt und in ihren ersten Lebensmonaten ganz weiß“, klärt die Kuratorin des Allwetterzoos über die aus Afrika stammenden Stummelaffen auf. Solange das Fell so hell bleibt, genießt das Jungtier den Kinderbonus und wird von allen Gruppenmitgliedern gehegt und gepflegt. Sobald im Alter von drei bis vier Monaten die Umfärbung einsetzt, lässt das Interesse allerdings deutlich nach.

Tierische Info

Guerezas leben in den feuchten Wäldern von Ost- bis West­afrika - am Kilimandscharo auch in Bergwäldern bis 3000 Meter Höhe. Hier bevölkern sie in kleinen Harems-Gruppen von sechs bis zwölf Tieren die Baumkronen. Ihr prächtiges, seiden­weiches, schwarz‑weißes Fell wurde den Guerezas zum Verhängnis und führte fast zu ihrer Ausrottung: Das „Affenfell“ mit der langen Seitenmähne und der dicken Schwanz­quaste war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Hit in der Damenmode. Millionen von Guereza-Fellen wurden zu Mänteln oder Jacken verarbeitet. Über die Jahrzehnte änderte sich allerdings der modische Geschmack und Tierfelle verloren in der Mode an Bedeutung. Der Guereza gilt derzeit nicht als gefährdet, allerdings nehmen in jüngster Zeit die Bestände in freier Wildbahn erneut ab.

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