Neue Tiere im Allwetterzoo

Insgesamt hat die Alpenkrähe ein riesiges Verbreitungsgebiet, das sich über weite Teile der eurasischen Gebirge erstreckt. Als typischer Vertreter der Eiszeitfauna war sie früher weiter verbreitet und hat sich auf steppenartige Lebensräume mit Brutfelsen spezialisiert. „Von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources; Internationale Union zur Bewahrung der Natur) wird sie zwar als ungefährdet eingestuft, gerade aber in den Alpen nehmen die Bestände deutlich ab – in den Ostalpen ist sie seit Jahrzehnten verschwunden“, sagt Artenschutzkurator Dr. Philipp Wagner, der sich freut, dass der Allwetterzoo Münster sich an diesem Zucht- und Auswilderungsprogramm beteiligt.

Um eine Wiederansiedelung überhaupt möglich zu machen beteiligen sich einige weitere Zoos an einem Zuchtprogramm. Derzeit wird die Art nur in wenigen deutschen Zoos gehalten: dem Tiergarten München, dem Wildpark Reuschenberg, dem Tiergarten Nürnberg und dem Westküstenpark.  Auch der Allwetterzoo gehört nun zu den Haltern und hat ein Zuchtpaar vom Tiergarten Nürnberg übernommen. „Wir hoffen so mit viel Nachwuchs unseren Beitrag zum Erhalt einer heimischen Vogelart beizusteuern“, blickt Dr. Philipp Wagner in die Zukunft.

Die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie „Monticola“ hat nun zusammen mit vier Zoos, dem Natur- und Tierpark Goldau, dem Tierpark Dählhölzli und dem Alpenzoo Innsbruck sowie dem Tierpark Nürnberg ein Projekt zur Wiederansiedelung der Alpenkrähe in den Ostalpen initiiert. Dieses Projekt beinhaltet auch eine Vorstudie, die zum Ziel hat den notwendigen Forschungsbedarf zu evaluieren und entsprechende Studien, vor allem den Lebensraumvergleich mit den Westalpen, durchzuführen. Auf Basis dieser Ergebnisse sollen dann die Chancen auf eine Wiederansiedelung bewertet werden.

Die Alpenkrähe ist ein typischer Vertreter der Eiszeitfauna und bewohnte in dieser Zeit weite Teile der vorherrschenden Mammutsteppe. An die steppenartigen Lebensräume ist sie so gut angepasst, dass sie im Holozän durch das Vorrücken der Wälder in den gemäßigten Breiten verschwunden ist und sich ihr Vorkommen heute vorwiegend auf Gebirgslandschaften konzentriert. Die Aufkommende Weidetierhaltung bewirkte dann eine weitere Ausbreitung der Alpenkrähe, da so nicht nur wieder freie Flächen entstanden sind, sondern so auch Nahrungsgrundlagen geschaffen wurden. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft, dem Rückgang der Schafhaltung und der aktiven Bejagung verschwand die Alpenkrähe aber ab dem 19. Jahrhundert großflächig aus ihren europäischen Brutgebieten. In den namensgebenden Alpen ist sie stark bedroht und in den Ostalpen seit den 1960iger Jahren verschwunden. Hier gelten der Erhalt von Trockenrasen und der Schutz vor touristischer Erschließung und direkter Verfolgung als die Hauptfaktoren, wenn man die Art in den Alpen retten will.

Erste Erfolge in der Auswilderung dieser Tiere kann der „Durrell Wildlife Conservation Trust“ derzeit verbuchen. So sind Alpenkrähen erfolgreich auf der Insel Jersey ausgewildert worden.

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