Frack an, nicht nur zum Gedenktag

Aus der modernen Pop- und Medienkultur sind sie nicht mehr wegzudenken. Egal, ob als gleichnamiger Superschurke in den Batman-Comics, als animierte Knetfigur Pingu oder als Tux, das Maskottchen von Linux: Pinguine sind beliebt und allgegenwärtig. Nur in der Natur, da sieht die Situation nicht so rosig aus. Immer mehr Pinguin-Arten leiden unter Klimawandel, der Zerstörung ihrer Lebensräume sowie der Überfischung der Meere. Um auf die prekäre Situation der sympathischen Frackträger hinzuweisen, wird seit 2008, immer am 25. April, der internationale Weltpinguintag begangen.

Im Allwetterzoo Münster lebt eine Kolonie Brillenpinguine. In der Natur leben sie an der Küste Namibias, der West- und Südküste Südafrikas sowie gelegentlich an den Küsten Angolas und Mosambiks. Allerdings nehmen die Bestände in ihrem natürlichen Lebensraum immer weiter ab und die Art gilt als stark gefährdet.

Den Fingerabdruck auf der Brust

„Weißer Bauch, schwarzer Frack und eine rosarote Brille: Auf den ersten Blick sehen unsere Pinguine alle ziemlich gleich aus. Trotzdem können sie auseinandergehalten werden – wenn genau hingeschaut wird. Jeder Pinguin hat nämlich ein eigenes Punktmuster auf der Brust. Dieses ist so einmalig wie der menschliche Fingerabdruck“, erklärt Friederike Schmitz aus dem Allwetterzoo Münster.

Verlust der Nahrungsgrundlage

Am internationalen Weltpinguintag geht es aber nicht nur um die Brillenpinguine. „Alle 18 existierenden Pinguinarten sind ausschließlich auf der Südhalbkugel zu finden – sieben Arten leben in der Antarktis und auf subantarktischen Inseln“, sagt Schmitz. Laut Umweltbundesamt deuten Forschungsergebnisse auf zum Teil dramatische Rückgänge der Pinguinbeständen hin. Schuld ist insbesondere der Verlust der Nahrungsgrundlagen. Durch Überfischung sowie den klimabedingten Rückgang der Krillbestände, welcher wiederrum die Hauptnahrungsquelle für viele Fische darstellt, finden Pinguineltern oft nicht genügend Nahrung für ihre Küken.

Als Bürgerwissenschaftler bei „Penguin watch“ mitmachen

Wer einen Beitrag zur Erforschung der Pinguinbestände leisten möchte, für den gibt es ein ganz besonderes Online-Tool. Es ist in Kooperation mit der Oxford University entstanden. „Hier kann wirklich jeder von zu Hause aus Forscher bei ihrer Arbeit unterstützen“, erklärt Schmitz. Auf der Internetseite werden Fotos von Pinguinkolonien aus der Antarktis sowie Subantarktis präsentiert. Jeder der mag ist angehalten, auf den Bildern die Pinguine, Küken, Eier und Co. zu

zählen. Die gewonnenen Daten werden genutzt, um ein Computerprogramm zu entwickeln und Infos über das Verhalten der Tiere zu sammeln. „Das Zählen macht echt Spaß und hat etwas von einem Wimmelbild“, so die Biologin des Allwetterzoos, die selbst auch nur durch Zufall auf dieses interessante Citizen Science Projekt namens „Penguin watch“ gestoßen ist. „Das kann daran liegen, dass es die Homepage derzeit nicht auf Deutsch, sondern lediglich auf Englisch, Französisch und Spanisch gibt. Jeder, der mitzählen und sich als Bürgerwissenschaftler einbringen möchte, findet weitere Infos auf https://www.zooniverse.org/projects/penguintom79/penguin-watch.

Fixer Termin bei den Pinguinen

Dass der Weltpinguintag am 25. April stattfindet, hat einen guten Grund. Denn immer um dieses Datum herum konnten Wissenschaftler auf der amerikanischen McMurdo-Station in der Antarktis die Wanderung der Adeliepinguine beobachten. „Um diese Zeit kehren die Tiere nach vielen Monaten auf See zurück zu ihren Brutkolonien“, so Friederike Schmitz zu dem Termin. „Der Tag des Erscheinens der Pinguine wurde so über die Jahre für die Forscher zu einem eigenständigen Feiertag. Und der hat sich mittlerweile weltweit etabliert.“

Fesche Zusammenarbeit

Auch wenn es keine natürlichen Vorkommen von Pinguin-Kolonien in Österreich gibt, so haben die kleinen Frackträger auch dort echte Fans. Dazu zählen unter anderem die Gründer des Fairfashion Labels Palord. Sie finden Pinguine und ihren Lebensraum sogar so großartig und schützenswert, dass sie den Allwetterzoo Münster und unsere Pinguine mit fünf Prozent ihrer Einnahmen unterstützen.  Palord ist ein Fairfashion Label aus dem Herzen Tirols, gegründet von zwei Brüdern. Zusammen setzen sie sich leidenschaftlich für nachhaltig produzierte Kleidung ein und haben sich als Ziel gesetzt, dass Konsumentinnen und Konsumenten ihre Kaufentscheidungen im Modebereich bewusster treffen. Darüber hinaus

engagiert sich das Modelabel für die Arterhaltung von Pinguinen und spendet einen Teil aller Gewinne an Organisationen und Vereine, die in diesem Bereich tätig sind. Um die Klimaauswirkungen der eigenen Produktion zu minimieren, werden alle Produkte aus organischer Biobaumwolle gefertigt und auch bei der Produktion wird auf höchstes Maß an Nachhaltigkeit geachtet. Aktuell wird sogar an einer eigenen Münster Edition gearbeitet. (Autor: Sebastian Rohling)

 

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Wildes Münster - Die Brillenpinguine