Arbeiten für Meranti-Halle beginnen nur im kleinsten Kreis

Der erste Spatenstich für die neue Meranti-Halle. Tatkräftig angepackt haben (v.l.) Michael Kohl, Dr. Ludger Hellenthal, Markus Lewe, Katja Biek, Dr. Simone Schehka, Christine Zeller, Helge Peters und Dirk Heese.

Der erste Spatenstich für die neue Meranti-Halle wurde im relativ kleinen Kreis abgehalten. Neben Mitgliedern des Allwetterzooteams und der Projektfirma BAnTec GmbH, waren unter anderem der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal, der Vorsitzende des Zoovereins, Helge Peters, sowie von der Stadt Münster der Oberbürgermeister Markus Lewe und die Kämmerin Christine Zeller bei diesem symbolträchtigen Event anwesend. „Wir hätten gerne deutlich mehr Menschen eingeladen und diesen Tag richtig groß mit allen gefeiert, aber Corona hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, eröffnete Sebastian Rohling von der Pressestelle des Allwetterzoos den Termin.

Im Beisein der wenigen Gäste und Medienvertreter sagte Münsters Oberbürgermeister: „Es ist wirklich schön, heute hier zu sein. Dieser Spatenstich ist ein positives Signal in diesen besonderen Zeiten.“ Markus Lewe betonte, dass es wichtig sei zu signalisieren, dass es auch in diesen schwierigen Zeiten weitergeht. Ein Termin wie dieser im Allwetterzoo ist dafür nahezu perfekt. „Der Allwetterzoo steht für so vieles. Entspannung, Bildung und vor all dem für den Natur- und Artenschutz sowie den Erhalt der Biodiversität. Auch die neue Tropenhalle steht für all das, die zukünftig eine echte Bereicherung für unsere Region sein wird.“ Zudem räumte der Oberbürgermeister etwas schuldbewusst ein, dass er ja noch gar kein Mitglied im Zooverein sei. Das wolle er aber umgehend ändern – und damit Vorbild für hoffentlich viele weitere Münsteraner sein, die durch die Mitgliedschaft den Allwetterzoo in diesen herausfordernden Zeiten unterstützen können.

V.l.: Michael Kohl, Dr. Ludger Hellenthal und Markus Lewe packten kräftig mit an.

Besonderen Dank äußerte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal, als er mit Spaten in der Hand auf dem Baufeld steht: „Dass wir heute hier sein können, das ist sowohl der Lohn all derer, die außer- wie auch innerhalb des Allwetterzoos tätig sind. Dieses gemeinschaftliche Großprojekt wird schon seit knapp drei Jahren geplant, und endlich geht es los.“ Damit holt der Allwetterzoo die Ferne in die Heimat und kann nicht nur den Menschen etwas bieten, die ohnehin ein besonderes Augenmerk für Natur- und Artenschutz haben. Vielmehr kann die Meranti-Halle Sehnsüchte nach exotisch,

tropischen Gefilden stillen, für die ansonsten lange und klimabelastende Flugreisen von Nöten wären.

„Dass der Bau endlich in die aktive Phase geht, ist nicht zuletzt auch der Stadt Münster zu verdanken, die den Bau der 21,5 Millionen Euro teuren Meranti-Halle finanziell unterstützt“, dankte Hellenthal den Befürwortern. Er merkte aber an, dass der Allwetterzoo auch auf die Unterstützung von weiteren Förderern und Sponsoren  angewiesen sei. Und da kam es gerade recht, dass Helge Peters, 1. Vorsitzender des Zooverein Münsters zur Überraschung aller einen großen Beleg präsentierte. „Wir vom Zooverein möchten mit gutem Beispiel voran gehen. Aus diesem Grund bin ich stolz im Namen aller rund 13.000 Zoovereinsmitglieder, Ihnen Frau Dr. Schehka, diesen Scheck in Höhe von 100.000 Euro überreichen zu dürfen.“ Eine Summe, die die Geschäftsführerin mit Freude entgegen nahm, müssen doch 1,5 Millionen Euro der Gesamtbausumme vom Zoo aufgebracht werden. Eigens dafür wurden bereits diverse Kooperationsprogramme erstellt, um das Engagement sowie die Unterstützung von Dritten auch langfristig im Zoo sichtbar zu machen.

Der 1. Vorsitzende des Zoovereins Münster überreichte Zoodirektorin Dr. Simone Schehka einen Check in Höhe von 100.000 Euro.

„Eine überwältigende Architektur in Kombination mit innovativen, nachhaltigen Maßnahmen. Ein exotisches Urlaubsgefühl, inmitten einer tropischen Tierwelt. Eine der außergewöhnlichsten Eventlocations in ganz Deutschland – im Herzen Westfalens. Für all das steht die neue Merantihalle des Allwetterzoos in Münster“, freute sich die Geschäftsführerin Dr. Simone Schehka und griff gemeinsam mit den Anwesenden zum Spaten. „3000 Kubikmeter Boden werden ab dieser Woche abgetragen und weggebracht. Insgesamt werden wir 8000 Kubikmeter Erde hier im Allwetterzoo bewegen“, beziffert die Zoodirektorin die ersten anstehenden Arbeiten. „Dann folgen die Bohrungen für die Geothermie. Verteilt auf zwei

Bohrfelder werden es insgesamt 36 Löcher, die bis 250 Meter tief in die Erde reichen werden. Mittels Geothermie, kombiniert mit Betonkernaktivierung, werden wir die Meranithalle zu 100 Prozent klimaneutral betreiben können.“ Die Energie für die Erdpumpen wird mittels Photovoltaik gewonnen. Der Sonnenstrom betreibt auch die Pumpen für die Wasseraufbereitung. „Und wenn alle Stricke reißen sollten, bekommen wir zertifizierten Ökostrom von den Stadtwerken Münster. Wir gehen aber davon aus, dass wir nur sehr selten darauf zurückgreifen müssen.“

Die neue Tropenhalle hat eine Grundfläche von 4.000 Quadratmetern. Inklusive der Außenanlagen wird insgesamt auf einer Fläche von 11.000 Quadratmetern gebaut. Im höchsten Punkt weist die Folien-Kuppel-Konstruktion der neuen Halle eine Höhe von 16 Meter auf. „Das ist auch gut so, wollen wir doch unsere Besucher in tropische Höhen entführen“, sagt die Geschäftsführerin Dr. Simone Schehka. „Uns ist das Erlebnis der Tropen auf allen Ebenen wichtig. Über Hängebrücken in drei und sieben Metern Höhe können Besucher den Brüllaffen in die Augen schauen und die Faultiere in den Baumkronen beobachten. Und ein spektakulärer Unterwassereinblick ermöglicht den direkten Blick auf die schwimmenden Riesenotter.“ So wird es am Ende möglich sein, die neue Tropenwelt auf drei verschiedenen Ebenen zu erleben. Weitere tierische Bewohner werden unter anderem Tapire und Ameisenbären sein, die ebenfalls eine Heimat in der neuen Merantihalle bekommen. „Es wird auch ein begehbares Gehege mit Lemuren geben. Auf einem Abenteuerweg können die Tiere dann hautnah erlebt werden.“

Um eine möglichst naturnahe Bepflanzung der Meranti-Halle gewährleisten zu können, arbeitet das Team des Allwetterzoos hier vor Ort sehr eng mit dem Botanischen Garten der Uni Münster zusammen. Aber auch der Zoo Leipzig steht mit Rat und Tat zur Seite. Dabei geht es von kleinsten Blüh- und Wasserpflanzen bis zu größeren Gehölzen, die am Ende ein möglichst natürliches Tropengefühl vermitteln sollen.

Neben den tierischen Highlights werden die Stadt Münster sowie das gesamte Münsterland mit der Meranti-Halle aber um noch eine weitere Attraktion reicher. „Wir bauen auch neue Veranstaltungsräume. Egal ob Kongress, Tagung oder Hochzeit. Die Gesellschaft kann die gesamte Zeit durch eine große Glasscheibe das Treiben in der Meranti-Halle beobachten – ohne die Tiere zu stören und ohne schwitzen zu müssen. Zum Empfang oder in der Tagungspause können die Gäste  dann auf einen Balkon und damit in die Tropenhalle eintreten und die Dschungelatmosphäre hautnah spüren“, wirbt der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin ist er sich sicher, dass diese in der Region einmalige Eventlocation nicht nur für den Allwetterzoo eine echte Bereicherung ist.

Infos zum Namensgebenden Baum

Meranti bezeichnet eine Gruppe tropischer Laubhölzer, die verschiedenen Arten der Gattung Shorea aus der Familie der Flügelfruchtgewächse entstammen. Meranti-Bäume, beziehungsweise Urwald- oder Baumriesen, gehören zu den höchsten Bäumen der tropischen Regenwälder. Der wahrscheinlich größte Baum, der bisher in den Tropen entdeckt wurde, misst sogar 89,5 Meter. Er zählt zur Art der Yellow Meranti und wurde auf Borneo gefunden. Würde man etwa 20 britische Doppeldeckerbusse übereinander stapeln, käme man auf diese Höhe. Um so groß zu werden wie dieser Baumriese, braucht es seine Zeit: Die Giganten sind einige hundert Jahre alt. Aufgrund ihrer enormen Größe haben einige der Bäume sogenannte Brettwurzeln, die sie stützen. Baumriesen, wie die Meranti-Bäume, sind insbesondere durch die Holzwirtschaft gefährdet, die die Bäume für hartes aber gut zu verarbeitende Holz schätzt. Für die Gewinnung von Tropenholz wird allerdings massiv tropischer Wald gerodet. Ein großer Teil des Holzeinschlags ist dabei immer noch illegal. Das hat direkte Auswirkungen auf die lokale Flora und Fauna sowie auf das globale Klima, da die Wälder immer mehr schrumpfen.