Klima- und Artenschutzcampus

Mit seinen Artenschutzmaßnahmen folgt der Allwetterzoo dem Leitbild der Welt-Zoo-Naturschutzstrategie, die 2015 von der Welt-Zoo-Organisation (WAZA) veröffentlicht wurde. Für die Besucher wird dieses in erster Linie rund um den Klima- und Artenschutzcampus erlebbar, dessen Herzstück zum einen das Aquarium und das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS) ist. Hier sind auch die meisten im Allwetterzoo verorteten EEPs (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) angesiedelt.

Das vorrangige Ziel des Allwetterzoos, sowie aller anderen Zoos auch, ist die Erhaltung natürlicher Lebensräume und Ökosysteme, sowie der Schutz bedrohter Tierarten.

 

Der Zoo betreibt schon seit vielen Jahren intensiven in situ-Artenschutz, insbesondere mit seinem Artenschutzzentrum ACCB in Kambodscha. Darüber hinaus engagiert sich der Allwetterzoo auch im ex Situ-Artenschutz.

Rund um den Klima- und Artenschutzcampus erfährt jeder, wo der Allwetterzoo sich in besonderem Maße engagiert – und was jeder einzeln machen kann, um das vorschreitende Artensterben zu stoppen.

Informationstafeln geben darüber Auskunft, in welchen abhängigen Wechselbeziehungen Tiere und Pflanzen zu sehr speziellen und teilweise regional sehr eingeschränkten Lebensräumen stehen.

Im Bereich des Klima- und Artenschutzcampus geht es aber nicht nur theoretisch zu. Auch tierisch kann hier viel erlebt werden. So leben in den zwei Ebenen des Aquariums Salz- wie Süßwasserfische. Seepferdchen, Reptilien, Amphibien und Spinnen können ebenfalls in naturnah gestalteten Aquarien und Terrarien beobachtet werden.

 

 

 

Draußen vor den Toren des Aquariums leben Kap Klippschliefer und Kap Borstenhörnchen in einer Wohngemeinschaft. Je nach Rundgang bilden diese Tiere den Anfang oder das Ende einer tierischen Reise um die Welt, die im Allwetterzoo gemacht werden kann.

Um einen Teil der asiatischen Schildkrötenarten vor der akut drohenden Ausrottung zu retten, haben wir im Allwetterzoo am 18. Oktober 2003 in Kooperation mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS) eingeweiht. Unsere Ziele im IZS sind neben der Erhaltung und Vermehrung bedrohter asiatischer Schildkröten durch den Aufbau stabiler Populationen in Menschenobhut auch die Öffentlichkeitsarbeit zur Bedrohungssituation dieser stark bedrohten Tiere.

Goldkopfschildkröte nach dem Schlupf

Ferner steht die Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen zum Schutz der Lebensräume und langfristige Wiederauswilderungen sowie die Sammlung biologischer Erkenntnisse über die gehaltenen Arten in einem besonderen Fokus.

Die Zuchtstation soll den Schildkröten nicht nur kurzfristig einen sicheren Hafen bieten, sondern langfristig ihr Überleben sichern. Nur durch die Kombination von Schildkrötenzucht und Schutz der Lebensräume, das heißt die Kombination von ex situ und in situ-Artenschutz, werden die Tiere vor der Ausrottung bewahrt. Deshalb setzt sich der Allwetterzoo auch für die Erhaltung der Lebensräume in den Ursprungsländern ein.

Für die Zoo-Besucher ist die Station nicht zugänglich. Aber viele Becken können vom Ausstellungsbereich Informationszentrum Masterplan eingesehen werden, und neue Zuchterfolge werden regelmäßig ausgestellt. Zudem können Interessierte exklusive Führungen buchen, die sie hinter die Kulissen dieser einmaligen Archestation führen.