Blick hinter die Zookulissen: Aquarium
Unser Aquarium ist wie ein "Zoo im Zoo", denn hier lebt nicht nur etwa ein Drittel aller Zootiere, hier sind auch unterschiedlichste Tiergruppen von Wirbellosen bis zu Säugetieren vertreten. Auf die Tierpfleger wartet also jeden Tag eine Menge Arbeit. Die meisten Aufgaben erledigen sie hinter den Kulissen, ohne dass die Besucher etwas davon bemerken.
25 Aquarien und 14 Terrarien sind für die Besucher einsehbar. Doppelt so viele Aquarien und dreimal so viele Terrarien befinden sich zusätzlich hinter den Kulissen! Einige Reptilien sind außerdem in einem separaten Gebäude am Futterhof untergebracht. Hier leben hauptsächlich Nachzuchten oder Eidechsen, die es im Winter kalt haben müssen.
Um 8 Uhr ist Dienstbeginn, und das Tag für Tag. Nach dem Kontrollgang und der Arbeitsbesprechung beginnt das eigentliche "Tagesgeschäft". Die Halle wird gesäubert, Aquarienscheiben werden geputzt, Terrarien und Becken je nach Bedarf gereinigt, bevor die Besucher kommen. Die Reinigung hinter den Kulissen erledigen die Tierpfleger später. Je nach Größe des Aquariums bedeutet die Säuberung Zeitaufwand und Mühe. Um beispielsweise das Amazonasbecken zu reinigen, müssen die Tierpfleger/innen einen wasserdichten Anzug tragen und vorsichtig in das Becken steigen. Dort saugen sie Dreck, Kot, Futterreste und abgestorbene Blätter mit einem Schlauch ab.
Einmal pro Woche werden die Wasserwerte eines jeden Aquariums gemessen. Verändern sie sich, muss ein Wasserwechsel durchgeführt werden. Das Salzwasser stellen die Pfleger selbst her. Für 4.700 Liter benötigt man beispielsweise 60 kg Spurenelemente und Bittersalze sowie 150 kg Gewerbesalz. Wasser spielt auch für Reptilien eine große Rolle: Ihre Terrarien werden je nach Art und Bedarf besprüht, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.
Eine wichtige Aufgabe ist die Fütterung. Für Korallenfische oder Piranhas stehen dienstags, donnerstags und sonntags Garnelen, Rinderherz, Regenwürmer oder Mückenlarven auf dem Speiseplan. An den übrigen Tagen bekommen sie Flockenfutter. Die Pacus werden überwiegend pflanzlich ernährt, bekommen hin und wieder aber auch Hundefutter. Vieraugen und die meisten Reptilien fressen lebendige Tiere wie Grillen, Heuschrecken oder Heimchen.
Besonders intensiv werden Nachzuchten betreut. Gerade bei Jungtieren muss verstärkt darauf geachtet werden, dass Wasserwerte und Temperaturen keinen Schwankungen unterliegen. Außerdem erhalten sie täglich abwechslungsreiche Nahrung. Am besten schmecken den Mini-Fischen Salinenkrebse und fein gemahlenes, so genanntes Staubfutter mit wertvollen Bestandteilen. Darin enthalten sind Proteine, Fette und Kohlenhydrate in einer ausgewogenen Mischung.
Kreativität und technisches Geschick werden gerade vom Aquarienpfleger verlangt. Ziehen neue Tiere ein, müssen Becken oder Terrarien ihren Bedürfnissen entsprechend gestaltet werden. Mit viel Geschick wird gebaut, geformt und gemalt. Vorher informieren sich die Pfleger genau, aus welchem Lebensraum die Tiere kommen. Süßwassernadeln fühlen sich zum Beispiel inmitten von Pflanzen wohl, während Korallenfische eine steinige Umgebung mit Verstecken bevorzugen. Auch Licht- und Temperaturverhältnisse werden auf die neuen Bewohner abgestimmt. Die Aufgaben der Pfleger gehen also über Fütterungen und Reinigungsarbeiten weit hinaus.


Für diesen Bericht danken wir Julika Witte, die von August bis Oktober 2006 ein Praktikum im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Zoos absolviert hat.
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