Ausstellungen im Zoo
Shopping für den Regenwald - Dauerausstellung im Menschenaffenhaus
Jeden Tag sind wir von schönen, praktischen und schmackhaften Dingen umgeben. Wir kaufen sie, weil unser Alltag durch sie bequemer und angenehmer wird. Doch unser aller unbedachter Konsum trägt zur Ausrottung unzähliger Pflanzen- und Tierarten in den Regenwäldern bei!

In der Pizza steckt Palmöl. Um Palmöl zu gewinnen, werden Regenwälder vernichtet.
„Warum?“, fragen Sie sich. Das ist leider ganz einfach! In vielen Lebensmitteln und alltäglichen Gebrauchsgegenständen sind Stoffe enthalten, die in zerstörten, ursprünglichen Regenwaldgebieten gewonnen werden. Dazu gehören Waschmittel, Kosmetikartikel, Möbel und alle elektronischen Geräte. Manche Endprodukte werden direkt im ehemaligen Regenwald großindustriell erzeugt. Dies alles hat verheerende Folgen für die Natur: Unberührte Wälder werden abgeholzt, der Boden und die Gewässer verseucht. Pflanzen und Tiere verlieren ihren Lebensraum und fallen Brandrodungen oder Wilderern zum Opfer.
Mehr Wissenswertes über die Zusammenhänge von Regenwaldzerstörung und Konsumverhalten erfahren Sie in unserer Ausstellung „Shopping für den Regenwald - Tipps und Tricks, wie der Wald voll Affen bleiben kann“ in multimedialer Form und anhand ausgewählter Beispiele:
- Palmöl wird hauptsächlich in Indonesien und Malaysia aus Ölpalmen gewonnen, die dort in riesigen Monokulturen auf zerstörten Regenwaldflächen angebaut werden. Palmöl ist z. B. in Margarine, Schokolade und Seife enthalten, genauso wie in „Bio“-Treibstoff.
- Garnelen oder Shrimps sind beliebte Delikatessen. Sie werden in riesigen Zuchtfarmen an den Meeresküsten Südostasiens produziert. Für die Zuchtbecken werden ursprüngliche Mangrovenwälder abgeholzt, die Lebensraum für viele Wasserlebewesen und auch Orang-Utans waren.
- Tropenholz erfreut sich besonders im Möbelbau großer Beliebtheit. Der meist illegale Holzkahlschlag zerstört Lebensräume und führt zu Bodenerosion. Wilderer können noch einfacher Affen und andere Tiere erbeuten, die sie als Frischfleisch verkaufen.
- Bodenschätze wie Kupfer, Bauxit (Aluminium) und Erdöl nutzen wir alltäglich in allen Elektrogeräten (z. B. Handy) oder als Energielieferant. Sie werden in Regenwaldgebieten im Tagebau gewonnen. Dabei werden immense Flächen kahlgeschlagen und Gewässer verseucht.
- Soja steckt in sehr vielen Lebensmitteln und wird als Viehfutter verwandt. Im Amazonasgebiet wird Soja in Monokulturen auf zerstörten Regenwaldflächen angebaut. Direkt dort gibt es ebenso riesige Rinderfarmen, die Rindfleisch in die Industrienationen exportieren.
Doch es geht auch anders! Mit konkreten Tipps für den Einkauf und den alltäglichen Konsum erfahren Sie in der Ausstellung, was Sie als Verbraucher tun können, um den Regenwald und dessen Ressourcen nachhaltig zu schützen.

Verbotene Geschenke - Dauerausstellung an der Großflugvoliere
Seltene, geschützte Tiere werden getötet oder gefangen, um (un)menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Die Tiere oder deren Produkte dienen als "Rohstoff" für exotische Leder- und Kürschnerwaren, für Schmuck und andere Luxusgegenstände, zur Herstellung von Delikatessen oder für "Dekorationszwecke". Professionelle Schmuggler oder "ahnungslose" Touristen bringen diese Gegenstände oft unter haarsträubenden, abenteuerlichen Umständen in unser Land. Dieser Thematik widmet sich eine in ihrer Art für die deutschen Zoos beispielhafte Ausstellung unter dem Titel "Verbotene Geschenke".Als Dauerausstellung in einem Raum hinter der Großflugvoliere installiert, dokumentieren Exponate und Texttafeln auf eindrucksvolle Weise den brutalen Umgang des Menschen mit der Natur und die damit verbundene Ausrottung vieler Tierarten. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Bildungszentrum der Bundesfinanzverwaltung Münster konzipiert. Zollbeamte, die dort ausgebildet werden, besuchen regelmäßig auch den Allwetterzoo und werden hier zum Thema Artenschutz geschult.
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