Vögel

 

Eisvogel am Varigraben Graureiher und Krauskopfpelikan

 

Der Allwetterzoo beherbergt mehr als 70 Vogelarten. Eine Vielzahl der gefiederten Bewohner lebt im oder am Tropenhaus und in der Watvogelanlage sowie auf Wiesen und an Teichen im Zoogelände. Auf der Streichelwiese des Kinder- und Pferdeparks tummeln sich Hühner. Das Afrikapanorama beherbergt neben Huftieren auch Kronenkraniche und Blauhalsstrauße, auf einer Insel davor leben Krauskopfpelikane. Die Brillenpinguine bilden eine kopfstarke Kolonie. In der ZoORANGerie beleben China-Graubauch-Häherlinge, Pagodenstare und Kala-Bülbüls die tropische Bepflanzung. Und selbst im Elefantenhaus leben mit den Gebirgsloris Vögel. Viele unserer Vögel beschreiben wir auf separaten Seiten, die Links dazu finden Sie am Fuß dieser Seite. Keine weiteren Informationen geben wir über unsere gefiederten Gäste, deren Zahl vor allem im Winter hoch ist. Regelmäßig finden sich an den Futternäpfen im Zoo nicht nur Spatzen, Möwen, Elstern, Dohlen ein, sondern auch Graureiher, Kormorane, Streifengänse oder Teichhühner. Selbst die seltenen Eisvögel können im Bereich von Gewässern beobachtet werden.

 

Männliche Eiderente Trauerschwäne

 

Unterschiedliche Vögel bewohnen in der Nähe des Eingangsbereichs, gleich hinter der BioCity, eine für Besucher begehbare Anlage. Durch niedrige Holztüren gelangt man an zwei Teiche. Mitten durch das Gelände windet sich ein schmaler Pfad. Hier haben australische Trauerschwäne ein idyllisches und ruhiges Zuhause. Kaiser- und Rothalsgänse bevölkern eine Wiese zwischen Bären- und Tropenhaus. Schwarzstörche leben und brüten ebenfalls in dieser Anlage. Die seltenen dunklen Verwandten der bekannteren Weißstörche sind in deutschen Wäldern noch vereinzelt anzutreffen. Sie gelten als extreme "Kulturflüchter" und bevorzugen einsame Gegenden.

 

Storchenhorst in der Elefantenanlage Weißstorch mit drei Jungstörchen

 

Die Zahl der im Allwetterzoo brütenden Weißstörche ist über die Jahre kontinuierlich angestiegen. Der erste, immer noch existierende Horst wurde 1997 auf einer alten Eiche neben dem heutigen Pferdemuseum errichtet. In den letzten Jahren brüteten meist zwölf Paare an unterschiedlichen Stellen im Zoo. Allein auf der Großflugvoliere gab es schon sechs Horste. Einige der Störche kamen von weither nach Münster. Sie tragen Ringe der Vogelwarten Paris, Sempach/Schweiz oder Arnhem/NL. Etliche Weißstörche aber sind unberingt - vielleicht ist der eine oder andere von ihnen in seinen "Heimatzoo" zurückgekehrt? In den letzten Jahren brachen meist mehr als 20 im Allwetterzoo geschlüpfte Jungstörche gen Afrika auf. Doch manche der Freiflieger ersparen sich schon seit langem die weite Reise und überwintern im Zoo. Die Störche verlassen sich auf das hier stets reichliche Nahrungsangebot.

 

Junger Bartkauz weiblicher Hornrabe

 

Hinter der BioCity befinden sich separate Zuchtvolieren für Hornraben und Bartkäuze. Die Bartkäuze als einzige Vertreter der Eulen im Allwetterzoo haben sich im Mai 2008 erstmalig erfolgreich vermehrt und seitdem mehrfach gezüchtet. Um die Kaffern-Hornraben zur Zucht zu bewegen, wurde ihr Winterstall umgebaut und vergrößert. Ein erstes Jungtier schlüpfte hier 2012. Es wurde von den Eltern angenommen und versorgt, ist aber leider noch im Nest gestorben.

 

Mandschurenkranich mit Küken Kronenkraniche

 

Eine kleinere Freianlage neben dem Tropenhaus beherbergt die durch ihren roten Schopf auffallenden Mandschurenkraniche. Diese mit rund 1,50 Meter sehr großen Stelzvögel stammen aus Ostasien und zählen zu den besonders bedrohten Kranicharten. 2010 zog das Paar zwei Junge auf. Ostafrika ist die ursprüngliche Heimat der nur etwa einen Meter großen Kronenkraniche, die an ihrer goldgelben Federkrone leicht zu erkennen sind. In der warmen Jahreszeit bewohnen sie neben Zebras oder Antilopen unser Afrikapanorama. Ein bei den Kranichen weit verbreitetes Ritual ist der Tanz in der Balz- und Paarungszeit.

 

Chilenische Flamingos in einer kopfstarken Kolonie lassen sich in ihrer Anlage in der Nähe des "Elefantenhügels" gut beobachten. Die rosafarbenen Stelzvögel sind zwar monogam, brauchen aber viele andere Paare um sich herum, damit sie in Fortpflanzungs-Stimmung kommen. Als "Nest" errichten sie von Jahr zu Jahr höher werdende Schlammkegel, in deren Mitte das Weibchen ein einzelnes Ei legt. Beide Partner bebrüten abwechselnd ihr Gelege. Chile-Flamingos kommen in ihrer südamerikanischen Heimat bis in 4.500 m Höhe vor. Sie sind daher an große Kälte gewöhnt und auch in Münster fast immer draußen anzutreffen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich in einen geschützten Winterraum zurückzuziehen.

 

Chileflamingos Sekretär

 

In unserer Großflugvoliere, einer der größten Freifluganlagen Europas, leben Mönchsgeier, Gänsegeier und afrikanische Sekretäre miteinander vergesellschaftet. Der Sekretär verdankt seinen Namen den auffallenden Federn am Hinterkopf. Sie erinnern an die Federkiele, die von den Stadtschreibern vergangener Zeit hinter den Ohren getragen wurden. Die Vögel sind langbeinig wie Stelzvögel, doch gelten sie zoologisch als Greifvögel. Sie bewohnen Savannenlandschaften in Ost- und Zentralafrika und ernähren sich von Schlangen, Amphibien, kleinen Wirbeltieren und sogar anderen Vögeln. Sekretäre leben paarweise. In der Balz beeindruckt das Männchen mit einem wellenförmigen Flug. Anschließend jagt es das Weibchen vor sich her und führt auf dem Boden einen Paarungstanz auf.

 

Mönchsgeier sind in Zentralasien und im Süden Europas verbreitet. Sie gelten als "potentiell bedroht". Vor allem in Europa sind diese Geier selten geworden oder bereits ganz verschwunden. In einigen Gebieten erholten sich die Bestände durch Wiederansiedelungen. Auch mehrere in Münster geschlüpfte Jungvögel wurden in den südfranzösischen Cevennen ausgewildert. Sie haben sich inzwischen erfolgreich vermehrt. Geier ernähren sich von Aas. Sie haben ein hervorragenden Sehvermögen und können Kadaver noch aus einigen tausend Metern Höhe erkennen. Weil sie tote Tiere und Unrat beseitigen, gelten Geier vielerorts auch heute noch als "Gesundheitspolizisten".

 

Mönchsgeier Gänsegeier

 

Gänsegeier sind gesellige Tiere, deshalb leben sie auch im Allwetterzoo in einer Kolonie von etwa zehn Tieren. Ihr Vorkommen ist überall in Europa möglich, ursprünglich sind sie jedoch Gebirgsvögel. Zur Brutzeit nisten Gänsegeier in Höhlen oder Felsnischen. Auch in der künstlichen Felswand in unserer Großflugvoliere wurden bereits mehrfach Geier aufgezogen. Alle europäischen Geier haben kein leichtes Leben: Ihnen werden Giftköder zur Fuchs- oder Wolfsbekämpfung zum Verhängnis und es gibt kaum noch störungsfreie Brutgebiete. Zudem werden aus Hygienegründen Tierkadaver schnell beseitigt und damit den Geiern die Nahrungsgrundlage entzogen. Seit 2011 beteiligen wir uns mit in Münster geschlüpften Junggeiern an einem Auswilderungsprojekt im bulgarischen Balkangebirge.

 

Junger Webervogel Webervogel

 

Im hinteren Bereich der Großflugvoliere bewohnen Genickbandweber und Oryxweber einen Tropenraum mit Außenvoliere. Die Vögel sind in Kenia und Tansania in sumpfigen Waldgebieten in Küstennähe beheimatet. Hier finden sie genügend Nistmaterial für die kunstvollen Nester, die sie weben. Wie geschickt die männlichen Vögel hierbei Schnäbel und Füße einsetzen, kann man sehr gut beobachten. Aufgehängt an Ästen, befindet sich in jedem der kugelförmig gewebten Nester ein Brutraum. Das Weibchen polstert ihn aus und legt zwei bis drei Eier. Die geselligen Webervögel haben schon mehrfach für Nachwuchs gesorgt.

 

Grünarassari junger Lachender Hans

 

Im Bereich der Känguru-Anlage leben ebenfalls Vögel: Die Lachenden Hänse oder Jägerlieste haben 2012 erstmals einen Jungvogel aufgezogen. Eine bis zum Boden verglaste Anlage bewohnen Grünarassaris, die einzigen Tukanvögel im Allwetterzoo. Sie stammen aus Südamerika, gelten als sehr intelligent und fallen durch ihre farbenprächtigen Schnäbel auf.


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