Reptilien im Allwetterzoo

 

Der Allwetterzoo beherbergt rund 90 Reptilien in mehr als 20 Arten. Einige Echsen leben in der Reptilienhalle im Tropenhaus, andere in Terrarien im Obergeschoss des Aquariums. Darüber hinaus gibt es Reptilien auch in zwei Tropenräumen am Allwettergang hinter der Großflugvoliere und in Teichen und Wassergräben, vor allem vor dem Afrikapanorama.

 

Schmuckschildkröten im Afrikagraben burmesische Flache Erdschildkröte

 

Im Internationalen Zentrum für Schildkrötenschutz (IZW) leben äußerst seltene asiatische „Panzerträger“, die nicht zum Zoo-Bestand zählen. Die Zuchtstation bietet den Schildkröten nicht nur kurzfristig einen sicheren Hafen, sondern sichert langfristig ihr Überleben. Nur die Kombination von gezielter Zucht und Schutz ihrer Lebensräume in Asien bewahrt die Tiere vor der Ausrottung. Das Zentrum ist für Besucher nicht zugänglich, jedoch sind einige Terrarien von der BioCity aus einsehbar.

 

Grüner Baumpython Dunkler Tigerpython

 

In der Reptilienhalle im Tropenhaus fallen zwei sehr große, bis zum Boden verglaste Terrarien auf. Eines davon beherbergt ein Paar der Dunklen Tigerpythons. Diese eindrucksvollen Riesenschlangen sind in Asien beheimatet und können bis zu acht Meter lang und 100 Kilogramm schwer werden. Das Paar hat bei uns schon mehrfach für Nachwuchs gesorgt. Die „Brüterei“ liegt allein bei der weiblichen Schlange. Sie umringelt ihr Gelege von bis zu 30 Eiern mit ihrem Körper. Regelmäßig zieht sie ihre Hautmuskulatur zusammen und dehnt sie wieder aus. Dadurch entsteht Körperwärme - fast wie bei einem brütenden Vogel. Nach einer Brutdauer von etwa drei Monaten schlüpfen etwa 60 cm lange Schlangen, die sofort auf sich allein gestellt sind. Ein kleineres Terrarium bewohnt mit dem Grünen Baumpython eine weitere Riesenschlange, die aber höchstens zwei Meter lang wird.

 

Keilkopf-Glattstirnkaiman Köhlerschildkröte

 

Das zweite große Terrarium ist im Hintergrund tropisch bepflanzt. Hier gibt es für Keilkopf-Glattstirnkaimane einen kleineren Landteil, doch hauptsächlich halten diese „Zwerge“ unter den Krokodilen sich im Wasser auf. Sie haben den stärksten Panzer aller Krokodile und sind damit an das Leben in den reißenden Bächen und Flüssen ihrer südamerikanischen Heimat bestens angepasst. Unmittelbar neben dem Kaiman-Becken leben wertvolle Köhlerschildkröten. Sie haben an Kopf und Gliedmaßen auffallend rote Flecken, die an glühende Holzkohlenstücke erinnern – daher der Name. Legt ein Schildkrötenweibchen Eier, nehmen die Tierpfleger diese normalerweise aus dem Terrarium und geben sie in ein spezielles Brutterrarium mit der erforderlichen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. 2009 schlüpfte bei den Köhlerschildkröten aus einem nicht entdeckten Ei ein „Krötchen“. Das zeigt, dass die Haltungsbedingungen für diese Art im Allwetterzoo gut sind.


männlicher Stirnlappenbasilisken Nashornleguan

 

Auch bei den Stirnlappenbasilisken in der Reptilienhalle hat es schon Nachwuchs im Terrarium gegeben – und die Tierpfleger mit Stolz erfüllt. Bei diesen auffällig grün gefärbten Echsen trägt der Mann einen beeindruckend hohen Kopflappen sowie Rückenkamm. Bei Gefahr können Basilisken auf ihren Hinterbeinen über Wasserflächen rennen. Möglich wird das durch ihre hohe Laufgeschwindigkeit, die breiten Sohlen an ihren Füßen und die Fransensäume an ihren Zehen. Das benachbarte Terrarium mit einer bis zum Boden reichenden Glasscheibe beherbergt Fransenschildkröten. Bückt man sich, um die meist träge im Wasser liegenden Reptilien zu entdecken, erklärt sich deren Name sofort: An ihrem flachen Schädel befinden sich an den Seiten auffällige Hautfransen.

 

Verlässt man das Tropenhaus, gelangt man zur Großflugvoliere. In deren Rücken befinden sich zwei Tropenräume für Reptilien. Einer davon beherbergt Sternschildkröten. Die Tiere pflanzen sich bei uns seit Jahren regelmäßig fort. 2009 schlüpften sogar zweimal Zwillinge. Bei diesem weltweit äußerst seltenen Ereignis wachsen zwei Schildkröten in einem Ei heran. Nashornleguane bewohnen seit 2009 den zweiten, eigens für sie umgestalteten Tropenraum. Im selben Jahr vergesellschafteten wir unseren Mann „Igor“ mit zwei neuen Partnerinnen – und hoffen nun auf Nachwuchs.

 

Malachit-Stachelleguan männliche Siedleragame


Im Obergeschoss unseres Aquariums leben in mehreren Terrarien eher kleinere Reptilien. Die Tannenzapfenechsen bewohnen eine beidseitig einsehbare Anlage gleich am Treppenaufgang. Sie fallen auf, weil ihr beinahe dreieckiger Schwanz eine dem Kopf sehr ähnliche Form hat. Ihren Namen verdanken diese australischen Echsen den braunen, Tannenzapfen-ähnlichen Schuppen an ihrem Körper. Farbenprächtiger ist das männliche Tier der Malachit-Stachelleguane. Es zeigt am Körper eine auffällig grüne Färbung, während der Schwanz blau ist. Das Weibchen dieser aus Mittelamerika stammenden zierlichen Echsen ist schlicht braun gefärbt. Ähnlich ist es bei den afrikanischen Siedleragamen. Bei ihnen hat das dominierende Männchen einen stahlblauen Körper und einen roten oder gelben Kopf. Weibchen und Jungtiere sind bräunlich bis grau gefärbt.

 

Alle Reptilien zählen zu den wechselwarmen oder „ektothermen“ Tieren. Sie passen ihre Körpertemperatur den Umgebungsbedingungen an. Schlangen beispielsweise sind bei hohen Temperaturen agiler als bei Kälte. Welche vielfältigen Ansprüche bei der Haltung und Zucht von Reptilien im Zoo zu berücksichtigen sind, erfahren Sie auf der Seite Wechselwarme Tiere.

 



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