Pinguine und Robben
Die
südafrikanischen Brillenpinguine
sind ausgesprochene Publikumslieblinge. Im Allwetterzoo vermehren sie
sich seit vielen Jahren äußerst erfolgreich. Pinguine sind
treue Tiere. Haben sie erst einmal den richtigen Partner gefunden,
bleibt die "Ehe" ein Leben lang erhalten. Auch wenn ab und zu ein
Seitensprung vorkommt, ist die "Scheidungsrate" eher niedrig. Bei der
großen Auswahl in unserer etwa achtzig Tiere umfassenden Kolonie
findet jeder Vogel den passenden Partner. Neben den üblichen
Paaren gibt es sogar gleichgeschlechtliche Pärchen. Damit auch
diese Eltern werden können, schieben die Tierpfleger ihnen Eier
zum Ausbrüten unter. Selbst für den ausgefallenen Geschmack
der Pinguindame "Sandy" fand sich ein Mann: Sie hatte sich als
junges Tier in Reviertierpfleger Peter Vollbracht "verliebt" und war
ihm über Jahre treu. Inzwischen hat sie jedoch einen
männlichen Pinguin als Partner. Weil "Sandy" ein ganz besonderer
Pinguin ist, trägt sie einen Namen; die anderen haben lediglich
eine Nummer. So schlüpfte im Juli 2010 Nr. 450 aus dem Ei. Das
bedeutet, dass in Münster seit 1974 mehr als 450 Küken
erbrütet wurden - eine stolze Zahl!
Pinguinküken
werden von ihren Eltern im Allwetterzoo rund 60 Tage mit vorverdautem
Fischbrei versorgt, dann nehmen die Tierpfleger sie in ihre Obhut.
In der "Pinguinschule" lernen die Jungpinguine, aufgetaute Sprotten
als Nahrung zu akzeptieren, denn die Futterfische im Zoo bewegen sich
nicht und lösen keinen Anreiz zur Jagd aus. Bis ein Pinguin das
selbständige Fressen perfekt beherrscht, durchläuft er ein
mehrwöchiges Training in mehreren Stufen. Als erstes lernt das
Küken, den Fisch aus der Hand des Pflegers zu nehmen. Klappt
das gut, bringen die Pfleger den Jungpinguin erstmals in seinem Leben
ins Wasser und bieten ihm den Fisch an der Oberfläche an. Danach
lernt der Kleine, den Fisch auch ohne die vertraute Hand als Nahrung
zu erkennen und nach ihm zu tauchen. Hat ein Pinguin das Training
erfolgreich bestanden, siedelt er zu den anderen Jungpinguinen in
die "Kinderstube" um, das ist eine separate Voliere mit Wasserbecken
in der Nähe unserer Watvogelanlage. Ist die Brutzeit in der Pinguinkolonie
vorbei, darf das "Jungvolk" zu den Alttieren. Etwa ein Jahr lang sind
sie mit ihrem eher grauen und unscheinbaren Gefieder noch als Jungpinguine
zu erkennen, dann erst entwickelt sich die typische schwarz-weiße
Zeichnung. Noch mehr über Brillenpinguine verrät unsere
Seite Fragen und Antworten rund um Pinguine.
Kegelrobben,
die auch an den deutschen Küsten leben, haben im Gegensatz zu den
Seelöwen im Delphinarium keine äußeren Ohren. Sie
gehören zoologisch zu den Hundsrobben. Die vier weiblichen
Tiere in Münster erhielten seit Mitte der 1990er Jahre die Pille,
denn Nachwuchs sollte es nicht mehr geben. Kegelrobben, die bis zu 46
Jahre alt werden können, leben nur in wenigen Zoos. Daher
gibt es kaum Unterbringungsmöglichkeiten für junge Robben.
Ein Auswildern in der Nordsee, wie es bis 1988 von Münster aus
durchgeführt wurde, genehmigten die zuständigen Behörden
seitdem nicht mehr. Im Dezember 2004 wurde trotz
regelmäßiger und kontrollierter Pillengabe durch die
Tierpfleger ein weibliches Robbenbaby geboren. Es wuchs gesund auf und
wollte recht schnell in das tägliche Training der älteren
Tiere einbezogen werden. Inzwischen verhindert die "Pille für den
Mann" weiteren Nachwuchs. Beiden in Münster lebenden Männern
werden kurz vor der Zuchtsaison Hormon-Implantate unter die Haut
gesetzt.
Um
Langeweile bei den Kegelrobben vorzubeugen, erarbeiteten die Tierpfleger
für die anspruchsvollen Meeressäuger ein Beschäftigungsprogramm.
Hieraus entwickelte sich das einzige uns bekannte systematische Training
von Kegelrobben in Menschenhand. Immer wieder verblüffen
die Tiere durch ihr breites Verhaltensspektrum und ihr individuelles
Vertrauensverhältnis zu den Pfleger/innen. Die täglichen
Übungen haben einen weiteren Effekt: Eine Robbe, die sich berühren
lässt, kann ohne Stress untersucht und tierärztlich behandelt
werden. Die Vorführung
des Trainingsprogramms gehört mittlerweile zu den Höhepunkten
eines Zoobesuchs in Münster. Es findet in der Regel täglich
außer freitags um 11.30, 13.30 und 15.30 Uhr statt, kann aber
aus tiergärtnerischen Gründen auch einmal ausfallen.
Öffentliche Fütterungen
Unsere Robben und Pinguine werden außer an den Reinigungstagen
mehrmals täglich öffentlich gefüttert. Donnerstags
wird das Wasserbecken der Pinguine gereinigt, freitags das der Robben.
Die Robben erhalten ihre tägliche Fischration beim Training.
Bei der Pinguinfütterung dürfen Kinder sogar helfen: die
Tierpfleger halten einen Eimer mit Fischen und anschließend
Wasser und Seife für kleine Hände bereit.
Pinguinmarsch
Aus Fitnessgründen verlassen unsere Pinguine regelmäßig
ihr Gehege und laufen über die Besucherwege. Diese
Spaziergänge finden im Sommerhalbjahr in der
Regel täglich um 14 Uhr statt. Im
Winter sind die Pinguine nur am Wochenende
(samstags, sonntags und an Feiertagen) außerhalb ihrer Anlage
zu erleben. Wir können jedoch keine Garantie dafür geben,
dass die Pinguine laufen. Zu kaltes oder zu heißes Wetter, die
Brutsaison oder auch tiergärtnerische Gründe können
den Pinguinmarsch verhindern.
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SandyFragen und Antworten rund um Pinguine
Panorama-Blick: Pinguine 1
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News: 19 Pinguinküken, 2 Adoptionen und ein Todesfall...
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