Affenhaus


Neben dem Menschenaffenhaus beherbergt ein zweites Tierhaus kleinere Affenarten in Innen- und Außenanlagen.

 

Gemeinschaftsanlage


Im oberen Bereich des Hauses fällt die große Gemeinschaftsanlage für Goldene Löwenäffchen, Zwergseidenäffchen und Kugelgürteltiere ins Auge. Sie wurde 2010 komplett saniert und umgestaltet. Aus zuletzt zwei Gehegen entstand ein sich bis in den hellen Dachbereich erstreckender großzügiger Lebensraum. Die Vergrößerung des Raumes in luftige Höhe ermöglichte ein großflächiges Glasdach, das die alten Lichtkuppeln über der Anlage ersetzt hat. Selbst die Decken-Tragkonstruktion kann von den Affen als Klettergerüst genutzt werden. Die Anlage wurde mit Sandsteinen, Rindenmulch, Sand und Holz natürlich gestaltet.


Querschnitt durch die GemeinschaftsanlageInformationen zur Gemeinschaftsanlage

 

Fertigstellung im Mai 2010
Grundfläche der Anlage: 30 m²
Volumen: 237 m³, vorher 77 m³

 

Vor dem Umbau bewohnten die Goldenen Löwenäffchen gemeinsam mit Köhlerschildkröten den linken Teil der Anlage, rechts lebten zuletzt Rothandtamarine. Diese Art wird nun nicht mehr im Allwetterzoo gehalten, während die Köhlerschildkröten in einem Terrarium in der Reptilienhalle des Tropenhauses beobachtet werden können.

 

Beim Umbau wurde nicht nur an die Tiere gedacht. Auch die Arbeitsbedingungen für die Tierpfleger wurden verbessert. Zum Umsperren der Tiere wurde eine neue Doppelschiebertechnik eingebaut. Die ebenfalls neue, so genannte Laufgangpaddeltechnik erlaubt eine stressfreie Lenkung in den Laufgängen, über die Löwenaffen und Zwergseidenaffen in die Freianlage gelangen.

 

Durch eine bessere Dämmung der Außenbauteile wird zudem Energie eingespart. Wir erreichen ein konstantes Innenklima von 26°C bei etwa 70 % Luftfeuchtigkeit – im Sommer wie im Winter. Energie sparen wir auch durch das neue Glasdach, denn tagsüber kann nun auf eine künstliche Beleuchtung verzichtet werden.


Außen am Haus wurde ebenfalls 2010 eine völlig neue Freianlage für Goldene Löwenäffchen und Zwergseidenäffchen errichtet. Sie wird durch den Wassergraben der Katta-Halbinsel begrenzt. Von dieser für Besucher begehbaren Anlage aus und von einem Weg neben dem Kapuziner-Außengehege kann man die „Südamerikaner“ bei schönem Wetter draußen beobachten.

 

Mehr über die Bewohner der Gemeinschaftsanlage erfahren Sie hier...

 

SpringtamarineSpringtamarine bewohnen eine weitere geräumige und bis zum Boden verglaste Anlage in diesem Affenhaus. Im Blätterdickicht zahlreicher tropischer Pflanzen fühlen sich die pechschwarzen Affen offensichtlich wohl. Sie stammen aus den immergrünen Wäldern im Nordwesten Südamerikas und zählen zu den Krallenaffen. Springtamarine leben in sehr kleinen Gruppen von etwa fünf Tieren. Beobachtet man größere Gruppen, hat sich ein zweites Weibchen mit Nachwuchs der Gruppe des Zuchtmannes angeschlossen. Dies ist eine Besonderheit, weil andere Krallenaffen ausschließlich in Familienverbänden leben. Springtamarine verständigen sich durch unterschiedliche Rufe. Ein schrilles Pfeifen beispielsweise hilft der Gruppe, sich im dichten Regenwald nicht zu verlieren. Der Name dieser Affen verrät schon ihre besondere Fähigkeit: Springtamarine können mehr als drei Meter, leicht abwärts führend sogar bis zu fünf Meter weit springen! Sie strecken dabei die Arme weit nach vorn aus und nutzen den Schwanz zum Balancieren.

 

Gelbbrust Kapuziner Gelbbrust Kapuziner

 

Im unteren Bereich des Hauses leben mit den Gelbbrust-Kapuzinern ebenfalls Affen aus Südamerika. Sie gelten als die intelligentesten Affen der Neuen Welt und verfügen über eine reichhaltige Gestik sowie eine ausgeprägte Mimik. Ihren Namen verdanken sie dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné, den ein Affe mit einem dunklen Käppchen auf dem Hinterkopf an die Kapuziner-Mönche erinnerte. Der Gelbbrust-Kapuziner zählt im Gegensatz zu anderen Kapuziner-Arten zu den 25 weltweit am stärksten bedrohten Primatenarten. Der Hauptgrund für ihre Gefährdung liegt in der großflächigen Zerstörung ihres Lebensraums im östlichen Brasilien. Die dortigen Küstenwälder wurden zu einem Großteil gerodet und existieren nur mehr in Form kleiner Überreste. Eine weitere Gefahr stellt die Bejagung dar. Innerhalb der letzten 50 Jahre ist die Gesamtpopulation der Gelbbrust-Kapuziner um mehr als 80 Prozent zurück gegangen. Es gibt einige Gruppen in Schutzgebieten, aber viele dieser Vorkommen sind zu klein, um sich auf Dauer selbst erhalten zu können. Daher wurde ein Zuchtprogramm durch den brasilianischen Staat in Zusammenarbeit mit dem Welt-Zooverband (WAZA) ins Leben gerufen, das den Fortbestand der Art sichern soll. An diesem Zuchtprogramm ist auch der Allwetterzoo beteiligt.

 

Kapuziner Freianlage

 

Alle Kapuzinerarten leben in Gruppen von bis zu maximal 30 Tieren in feuchtwarmen Urwäldern, Gebirgswaldungen, dicht bewachsenen Savannen und am Rande von Plantagen. Zu einem großen Teil halten sie sich in den Baumkronen auf. Sie fressen hauptsächlich Früchte, kommen aber auch auf den Waldboden herab, um im dichten Bodenbewuchs nach Insekten und Reptilien zu suchen. Auch Vögel werden von den Kapuzinern gefangen und verzehrt. Den Kapuzinern stehen außer dem Gehege im Haus zwei Freianlagen zur Verfügung, darunter eine 700 Quadratmeter große Wiese mit Bäumen am Zookanal. Die Affen erreichen diese großzügige, mit einem transparenten Zaun gesicherte Anlage über einen 40 Meter langen Laufgang hoch über dem Besucherweg. Schauen Sie also mal nach oben, wenn Sie an diesem Affenhaus vorbeigehen…

 

Mandrill PavianMandrills, die ebenfalls dieses Affenhaus bewohnen und zu den Pavianen zählen, haben ihre Heimat in Afrika. Sie sind wohl die buntesten Säugetiere der Welt: Je höher der Rang eines Männchens ist, desto auffälliger zeigen sich Gesicht und Hinterteil. Der „Boss“ einer Mandrillgruppe verfügt zudem über ein löwenstarkes Gebiss. Dieses und die grelle Gesichtsfärbung sind Dominanzmerkmale. Heranwachsende Männer entwickeln die Färbung erst dann, wenn die Stellung des Gruppenführers schwächer wird. Bei Kämpfen um die Vorherrschaft kann es zu einem schnellen und unblutigen Machtwechsel, aber auch zum Tode eines der Beteiligten kommen. Neben der strengen Hierarchie unter den männlichen Mandrills gibt es auch bei den weiblichen Tieren eine Rangordnung. Die ranghöchsten Weibchen sind meist die Lieblinge der dominanten Männchen und gebären die meisten Jungtiere.






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