Gorillas und Schimpansen



Flachlandgorillas und Schimpansen zählen zu den Menschenaffen und sind den sogenannten Altweltaffen zugehörig. Diese Gruppe umfasst alle Affenarten Asiens, Afrikas und Europas (hier gibt es nur die Berberaffen in Gibraltar). Die Zusammenfassung in eine Gruppe hat aber nicht nur geografische Gründe, sondern Altwelt- und Neuweltaffen unterscheiden sich anatomisch in mehreren Merkmalen. Eines davon ist z. B. die breite Nasenscheidewand der Neuweltaffen im Vergleich zu den altweltlichen.

 

 

Kananga und SokotoDie Sozialstruktur spielt im Leben aller Affen eine zentrale Rolle. Bei den Schimpansen lässt sich besonders deutlich eine strenge Hierarchie beobachten. Freundschaften, Bündnisse, aber auch Auseinandersetzungen zwischen sogenannten „Clans“ (Gruppe, Bande) bestimmen das Leben der Tiere und sind entscheidend für die Stellung und das Selbstbewusstsein jedes Individuums. Schimpansen gehen keineswegs zimperlich miteinander um. Bei Rangkämpfen oder manchmal fast hysterisch anmutenden Schlägereien kann es gelegentlich auch zu Verletzungen kommen. Wichtig ist, dass unterlegene Tiere außer Sichtweite entkommen bzw. sich die Mitglieder der verschiedenen „Clans“ bei Spannungen aus dem Weg gehen können.

 

ThaboGorillas erscheinen wesentlich ruhiger und weniger aggressiv als Schimpansen, manchmal sogar fast scheu. Auf Störungen von außen und Konflikte in der Gruppe reagieren sie empfindlicher. Der Zuchterfolg bei Gorillas ist in Zoos geringer als bei Schimpansen, weil sie sehr wählerisch bei der Partnersuche sind und nur gut harmonierende Paare für Nachwuchs sorgen. Die prächtigen Silberrücken-Männchen brauchen in der Regel einen ganzen Harem, um überhaupt in Paarungsstimmung zu kommen. Man vermutet, dass sie die starke Herausforderung der Gruppenführung benötigen, um aktiv und ausgeglichen zu bleiben.

 

Beschäftigung von Menschenaffen
Schimpansen oder Gorillas verbringen einen Großteil des Tages mit der Nahrungssuche. Im Zoo ist Futter aber stets reichlich vorhanden. Deshalb sollen die Tiere auch hier ihre Nahrung suchen oder sich anstrengen, um an Leckereien zu gelangen: Die Pfleger verstecken das Futter im Stroh. Sie legen Erdnüsse und andere Leckereien in Labyrinth-Holzkisten. Sie füllen Quark in Gartenschlauchstücke und Brei in Kanister. Oder sie stopfen Rosinen in so genannte „Futterhölzchen“. Das sind Abschnitte von dickeren Ästen, in die viele Löcher gebohrt wurden. Um an das so versteckte Futter zu gelangen, müssen die Affen Zeit und Geschicklichkeit einsetzen. Vor allem im Winter, wenn die Tiere wenig ins Freie können, lassen sich die Pfleger immer wieder neue Beschäftigungs- und Spielmöglichkeiten einfallen. Es ist kaum zu beschreiben, wie vielfältig die Schimpansen mit Papier umgehen, das sie von dicken Rollen abreißen, regelmäßig gespendet von einer Zeitungsdruckerei. Mit all diesen Maßnahmen soll der Alltag der Menschenaffen abwechslungsreich und interessant gestaltet werden. Nur so wird der Gefahr von Langeweile entgegengewirkt. Und die Zoobesucher können die Affen beobachten und dabei typische Verhaltensweisen entdecken.

 

Schimpanse vor FutterkastenSchimpanse vor Futterkasten

 

Wer ist geschickter? Mensch oder Affe? Wie viel schneller ein Schimpanse Leckereien aus dem Labyrinthkasten angelt als ein Mensch, können Besucher in Münster selbst testen: Vor dem Innengehege unserer Schimpansen steht ein solcher Kasten für Menschen, der stets mit Bonbons gefüllt ist. Versuchen Sie es doch einmal!


 

N'KwangoThaboFatimaChanga-MaidiClaudia

 

Die Gorillas im Allwetterzoo:
1,0 N'Kwango, geb. 1996
1,0 Thabo, geb. 2007 im Allwetterzoo
0,1 Fatima, geb. 1973
0,1 Changa-Maidi, geb. 1996
0,1 Claudia, geb. 2009 im Allwetterzoo
Claudias Mutter Gana starb im Januar 2010
Erklärung: 1,0 = männlich, 0,1 = weiblich

 

 

 

KarlchenLukaniKanangaUbangiMufasa

SokotoMonjaMuminSambalaMinga

 

Die Schimpansen im Allwetterzoo:
1,0 Karl(chen), geb. 1979
1,0 Lukani, geb. 1988
1,0 Kananga, geb. 1995
1,0 Ubangi, geb. 1997
1,0 Mufasa, geb. 2000
1,0 Sokoto, geb. 2005
0,1 Monja, geb. 1980
0,1 Mumin, geb. 1990
0,1 Sambala, geb. 1999
0,1 Minga, geb. 2004
Erklärung: 1,0 = männlich, 0,1 = weiblich





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