Gemeinschaftsanlage für Goldene Löwenäffchen, Zwergseidenäffchen
und Kugelgürteltiere


Die auffälligsten Bewohner der Gemeinschaftsanlage sind Goldene Löwenäffchen. Sie stammen aus den küstennahen Wäldern Brasiliens. Löwenäffchen leben nur in Gruppen, die aus einem Elternpaar mit seinen Kindern bestehen. Solange die Jungtiere im Familienverband leben, ist bei ihnen die Produktion der Geschlechtshormone unterdrückt; sie bringen keinen Nachwuchs hervor. Diese wirksame Inzuchtbarriere bleibt in der Regel auch dann erhalten, wenn ein Elterntier stirbt. Nur durch Abwandern in eine fremde Gruppe kann ein Nachkomme sich fortpflanzen. Und selbst das ist nur möglich, wenn in einem anderen Familienverband eines der Elterntiere gestorben ist und somit ein Platz frei wurde. Die Geburtenkontrolle zeigt noch einen anderen ökologisch interessanten Aspekt: Das Elternpaar stellt die Zucht ein, wenn eine bestimmte Gruppengröße, die für das zur Verfügung stehende Areal optimal ist, erreicht wird. Die Kinder beteiligen sich bei der Aufzucht der neugeborenen Geschwister, indem sie die Kleinen tragen und bei der Futtersuche helfen - also eine perfekte Familie...

 

Goldene Löwenaffen am Futterholz

 

Die Golden Löwenäffchen zählen zu den am meisten von der Ausrottung bedrohten Affen. Laut Weltzooverband sind nur noch 2 bis 3 % des ursprünglichen Lebensraumes dieser Affen vorhanden, er wurde durch Holzeinschlag derart drastisch reduziert und zerstückelt. Anfang der 2000er Jahre nutzte die EAZA, der Europäische Zoo- und Aquarien-Verband, das Goldene Löwenäffchen als „flagship species“ – also als Wappentier für eine Kampagne zum Schutz der Regenwaldgebiete am Atlantik. Diese und weitere Rettungsaktionen sowie ein Erhaltungszuchtprogramm für das Löwenäffchen zeigten Erfolg: Zahlreiche in Zoos geborene Tiere wurden mittlerweile ausgewildert. Die Affen haben somit eine Chance zum Überleben. Außer dem Ankauf von Gebieten für die Wiederansiedelung trug ein Bildungsprogramm dazu bei, dass das Goldene Löwenäffchen inzwischen in Brasilien stolz als „Nationales Symbol der Arterhaltung“ betrachtet wird.

 

ZwergseidenäffchenVergesellschaftet mit den Löwenaffen wurden Zwergseidenäffchen, ebenfalls „Südamerikaner“ aus dem oberen Amazonasgebiet. Sie zählen mit nur rund 130 Gramm Gewicht zu den kleinsten Affen der Welt. Ihr dichtes, seidiges Fell umschließt ihren Kopf wie eine Mähne und bedeckt die kleinen Ohren. Obwohl Zwergseidenaffen so klein sind, können sie unglaubliche fünf Meter weit springen! Wie ihre „goldenen“ Mitbewohner zählen sie zu den Krallenaffen. Sie leben in Familiengruppen, bestehend aus Eltern und ihren Jungtieren. Die enge Bindung untereinander wird durch gegenseitige Fellpflege gefestigt, das so genannte „Groomen“. Bei der Aufzucht von Jungtieren - in der Regel Zwillinge - helfen alle mit. Ihre Ernährung ist außergewöhnlich, denn sie bevorzugen Baumsäfte. Hierfür zapfen sie Bäume und Schlingpflanzen an: Sie beißen kleine Löcher in die Rinde, aus denen der gummiartige Saft austritt. Gelegentlich ergänzen sie ihren Speiseplan durch Insekten, Spinnen und Früchte. Im Allwetterzoo werden ihnen präparierte Futteräste angeboten, aus denen sie Gummiarabikum zapfen.

 

Gummiarabikum ist ein besonders exotisches Nahrungsmittel im Zoo. Südamerikanische Krallenaffen mögen diesen milchigen Saft von Akazienbäumen, der verschiedene Salze enthält, ausgesprochen gern. Wir erhalten das Gummiarabikum in getrockneter Form. Aufgelöst in warmem Wasser entsteht eine zähflüssige Masse, die die Tierpfleger beispielsweise in Bambusrohre mit winzigen Löchern füllen. Der Saft tritt tröpfchenweise aus und die Affen lecken ihn ab. Die Pfleger fertigen daraus aber auch „Lutscher“ mit Stil oder mischen die Masse unter den täglichen Brei für die kleinen Affen.

 

Kugelgürteltier offen und zur Kugel gerollt


„Untermieter“ der Löwen- und Seidenaffen sind zwei Südliche Kugelgürteltiere, "Norman" und "Heidi". Beide stammen aus der Zucht des Heidelberger Zoos und kamen 2010 in den Allwetterzoo. Der erste Nachwuchs in Münster stellte sich Mitte September 2011 ein. Charakteristisch für Gürteltiere ist der harte Panzer, der ihre Körperoberseite bedeckt. Dieser Panzer ist aus Hautknochenplättchen und Keratin aufgebaut. Aus dem Material bestehen auch unsere Fingernägel. Das Südliche Kugelgürteltier besitzt drei „Gürtel“. Das sind Hautfalten, die den Panzer beweglicher machen. Zum Schutz vor Feinden rollen sich die Tiere zu einer allseits von ihrem Panzer umschlossenen Kugel zusammen. Dank dieser Verteidigungsmethode haben Kugelgürteltiere wenig natürliche Feinde. Menschen jagen sie jedoch wegen ihres Fleisches, das als sehr schmackhaft gilt. Eine weitere Gefahr droht ihnen durch die Zerstörung ihres Lebensraumes. Das Südliche Kugeltier ist vom Zentrum des südamerikanischen Kontinents bis zu seiner südlichen Spitze beheimatet. Es lebt bevorzugt in offenem Grasland und Buschwäldern. Es ernährt sich von Insekten wie Ameisen und Termiten, auch Spinnen stehen auf dem Speiseplan. Mit seinen kräftigen Vorderbeinen gräbt es auch Würmer aus.

 


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