Ebun - vom knuddeligen Medienstar zum "richtigen" Nashorn


Ebun mit seinen Pflegeeltern

Ebun kuschelt mit großem TeddyHätten wir in die Zukunft blicken können, wären unsere Sorgen im September 2009 sicher geringer gewesen! Die dritte Geburt bei Breitmaulnashornkuh „Emmi“ stand an. Sie gebar am 20. September ein gesundes weibliches Kalb, doch unsere schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich: Auch diesmal war sie nach der Geburt überaus nervös und es drohte die Gefahr von Verletzungen des Jungtiers. Wir konnten es zum Glück von der Mutter trennen. Bereits im Vorfeld auf eine Aufzucht durch die Pfleger gut vorbereitet, versorgten von nun an gleich fünf „Mütter“ das Nashörnchen rund um die Uhr. Das Pflegerteam schlief anfangs sogar neben der Kleinen. Die Nachtwachen wurden so lange beibehalten, bis das unterdessen auf „Ebun“ getaufte Jungtier allein gelassen werden konnte. Es war allmählich an die räumliche Nähe von „Emmi“ und Tante „Vicky“ gewöhnt worden, wenn es auch noch lange keine unmittelbare Begegnung geben sollte. Die fand nun nicht mehr statt, weil "Ebun" im September nach England umzog. Mehr dazu in diversen News: siehe unten.

 

Nashornbaby mit FlascheBis zur Familienzusammenführung sollte „Ebun“  einiges an Gewicht zulegen. Sie gab sich auch alle Mühe und nahm Tag für Tag ein bis zwei Kilogramm zu. Ernährt wurde das Nashörnchen in den ersten Wochen nur mit Fohlenmilch, später gab es zusätzlich eingeweichte Heupresslinge zur Gewöhnung an feste Nahrung. Trank „Ebun“ anfangs aus einer nashorngerechten Nuckelflasche, wurde sie nach gut zwei Monaten an das Fressen aus dem Trog gewöhnt. Nach der Geburt lag die Milchmenge noch bei sechs Liter Fohlenmilch täglich, fünf Monate später trank sie bereits 21 Liter am Tag. Bei der Geburt brachte „Ebun“ 58,6 kg auf die Waage, nach fünf Monaten waren es rund 300 Kilo!


 

„Ebuns“ Tagebuch auf einer eigenen Website meldete noch viel mehr Details über ihre ersten Lebensmonate. Man erfuhr hier, dass der Fernsehmoderator Markus Lanz verantwortlich für den afrikanischen Namen „Ebun“ ist, der „Geschenk“ bedeutet. Es gab Fotos und Berichte über „Ebuns“ Spielzeug, ihre ersten Zähne, eine neue Waage oder ihre Vorliebe für Schnee. Vorgestellt wurden natürlich auch ihre Ersatzmütter. Nicht zuletzt durch die Präsenz im world wide web ist das kleine Nashorn regelrecht „prominent“ geworden. Es wurde von Politikern ebenso besucht wie von zahlreichen Fernsehteams, Journalisten und Fotografen. Es avancierte schnell zum Publikumsliebling und bescherte uns im Herbst offensichtlich höhere Besucherzahlen. Als „Medienstar“ bekam das Nashörnchen ein Profil auf facebook und einen Eintrag in Wikipedia. Auch „Fanartikel“ vom T-Shirt über Becher bis zu Schlüsselbändern wurden über einen eigens eingerichteten Webshop angeboten. Für die kreative Unterstützung bei der Medienarbeit in den Monaten nach „Ebuns“ Geburt und die Umsetzung der Merchandising-Ideen bedanken wir uns bei Klaus Baumann, Maik Porsch und Tina Hemme von der Agentur Sputnik!


Ebun schläft mit Pflegerteam und spielt mit großem Ball


 

Um die Jahreswende begann „Ebun“ sich zu verändern. Das runde, knuddelige Baby verwandelte sich nach und nach in ein „echtes“ Nashorn. Sein Nasenhorn wurde länger und härter, auch das zweite Horn zeigte sich im Februar schon ansatzweise. Das Muskelpaket in „Ebuns“ Nacken wuchs und die Hautfalten sahen nun aus wie bei erwachsenen Nashörnern. Geblieben war die enge Bindung „Ebuns“ zu ihren „Müttern“. Auch wenn sie gut allein sein konnte, freute sie sich über die täglichen Mahlzeiten, die Spaziergänge in die Außenanlage oder die Körperpflege. Dann hatte sie nämlich zu ihren Pflegern direkten Kontakt, den sie offenbar genießt. Revierleiter Michael Adler und seine Kolleg/innen mussten sich jedoch umsichtiger verhalten als zu Anfang. So ein 300 Kilogramm schweres Nashorn, das „spielen“ will, ist jedem Menschen an Körperkraft überlegen...


Ebun wird ein richtiges Nashorn




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