Bongos und andere Huftiere


Huftiere leben im Allwetterzoo in vielen Bereichen. Unseren Kinder- und Pferdepark bevölkern außer Pferden auch Trampeltiere, Esel oder Ziegen. Das Afrikapanorama beherbergt eine Gemeinschaft unterschiedlicher Huftiere vom zierlichen Springbock bis zur beeindruckenden Elenantilope. Eigene Tierhäuser mit dazugehörigen Außenanlagen bewohnen Nashörner und Giraffen. Und mit Pinselohr- und Warzenschweinen sind Huftiere sogar Nachbarn der Menschenaffen im Affricaneum. Die genannten Arten beschreiben wir auf eigenen Seiten: siehe Infokasten. Doch auch abseits der großen Anlagen und Häuser sind Huftiere zu sehen, die wir hier vorstellen.

 

Vom Zooeingang bis zum Pferdemuseum erstreckt sich die Anlage der Bongos. Diese sehr schönen Antilopen sind in den zentralafrikanischen Tropenwäldern beheimatet. Bongos sind auffallend gezeichnet mit weißen, senkrechten Flankenstreifen, die sich deutlich vom leuchtend rotbraunen Fell abheben.

 

Bongokalb mit Vater und Mutter Bongo mit Kalb

 

Bongos gehören zu den wenigen Waldantilopen, bei denen auch weibliche Tiere Hörner tragen. Bongos sind von Natur aus scheu. Deshalb gibt es in ihrer Anlage einige Versteckmöglichkeiten. Durch den täglichen Umgang mit den Tierpflegern sind sie jedoch recht zutraulich geworden und bleiben sogar ruhig, wenn die Pfleger ihre Anlage säubern. Aufgrund der zunehmenden Vernichtung ihrer Lebensräume sind die Bongos in ihrer Heimat stark gefährdet.

 

erwachsenes Halsbandpekari junges Halsbandpekari

 

Eine große Gruppe Halsbandpekaris lebt in der Nähe der Nashorn-Freianlagen. Diese in Mittel- und Südamerika verbreiteten Tiere ähneln den europäischen Wildschweinen, gelten aber nicht als „echte“ Schweine. So weisen ihre Hinterpfoten drei Zehen auf, die der Schweine vier. Ihre oberen Eckzähne sind abwärts gerichtet und nicht aufwärts wie beim Wildschwein. Es gibt noch weitere Unterscheidungsmerkmale und anatomische Besonderheiten wie z.B. ihr viergeteilter Magen. Halsbandpekaris bewohnen sehr unterschiedliche Lebensräume und ernähren sich überwiegend vegetarisch, fressen aber auch Würmer oder kleine Säuger. Die Pekaris werden in ihrer Heimat gejagt, weil ihr Fleisch und ihre Haut begehrt sind.

 

Ricke der Prinz-Alfred-Hirsche mit Kitz Kitz der Prinz-Alfred-Hirsche

 

Angrenzend an das Afrika-Panorama bewohnen die seltenen Prinz-Alfred-Hirsche ein etwas versteckt liegendes Wald-Gehege. Die nach dem Sohn der britischen Königin Victoria benannten kleinen Hirsche stammen von Inseln des philippinischen Archipels. Anfang der 1980er Jahre galten sie als beinahe ausgerottet. Kommerzielle Waldzerstörung hatte ihren Lebensraum weitgehend vernichtet. Zudem wurden die Hirsche bejagt, obwohl sie gesetzlich geschützt sind. Mit nur wenigen Tieren in menschlicher Obhut gelang die Erhaltungszucht. Heute leben in Zoos sowie in Schutzprojekten etwa 150 bis 200 Tiere. Langfristiges Ziel ist die Auswilderung der Hirsche in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet.

 

Gaurbulle Gaure sind auch im Winter zu sehen

 

Die größten Wildrinder der Welt sind die asiatischen Gaure. Sie erreichen eine Schulterhöhe von zwei Metern und ein Gewicht bis zu 1.000 Kilogramm. Gaure sind Herdentiere, die in den Bergwaldregionen des südlichen Asien vorkommen. Sie verlassen die schützenden Wälder nur zum Fressen und ergreifen bei Gefahr sofort die Flucht. Trotz ihrer Größe haben die Gaure Feinde und werden zudem vom Menschen bejagt. Ihre Bestände sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen; denn ihr Lebensraum wird zerstört und domestizierte Rinder übertragen Krankheiten. Bei uns bewohnen die Gaure gemeinsam mit einer Schar langbeiniger Malaienhühner eine Anlage zwischen dem Afrikapanorama und dem Zookanal.

 

Pinselohrschweine Warzenschwein-Eber

 

Pinselohrschweine und Warzenschweine sind „echte“ Schweine und ebenfalls Huftiere. Sie leben in unserem Affricaneum gegenüber von Gorillas und Schimpansen. Dort steht den aus Afrika stammenden Schweinen ein warmes Haus mit großen Glasscheiben im Besucherbereich zur Verfügung. In den beiden Außenanlagen links und rechts vom Haus finden die Tiere Sonnenplätze, Schlammsuhlen und lockeren Boden zum Wühlen. Die grauen Warzenschweine verdanken ihren Namen den warzenähnlichen Hautgebilden am Kopf. Die hübschen Pinselohrschweine haben ein goldbraunes Fell mit weißem Aalstrich und langen Haarbüschel an den Ohren. Sie sind recht zutraulich und lassen sich sogar kraulen. Doch es ist stets Vorsicht geboten: Auch das „liebste“ Schwein hat Zähne!

 

männlicher Muntjak weiblicher Muntjak

 

In die große Kapuziner-Freianlage am Zoo-Kanal zogen im Sommer 2013 vorübergehend zwei Chinesische Muntjaks ein. Im Winter werden sie mit den Mandschurenkranichen in deren Anlage am Tropenhaus vergesellschaftet. Die ursprünglich aus dem südlichen China und Taiwan stammenden Tiere sind an unser Klima gut angepasst. In Frankreich und Großbritannien wurden sie sogar schon ausgewildert. Muntjaks leben überwiegend vegetarisch, fressen aber auch kleinere Säuger oder Wirbellose. Sie erlegen ihre Beute mit kräftigen Schlägen der Vorderhufe und mit Bissen ihrer starken Eckzähne. Der Chinesische Muntjak ist mit einer Schulterhöhe von 40 Zentimetern der kleinste Vertreter dieser Gattung von Hirschen.



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