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08. Januar 2015 - aktualisiert

Cornys Kolumne - Neuigkeiten von unserer trächtigen Elefantenkuh

 

Michael Adler mit Corny„Hurra, wir sind schwanger! Die Elefantenkuh Corny ist im vierten Monat trächtig“, verkündete Zoodirektor Jörg Adler am 16. Juli 2013. Für den Zoo, für die Stadt Münster sowie die Region Münsterland ist die anstehende Geburt ganz besonders erfreulich und wichtig. Es ist die erste Geburt seit 15 Jahren und die zweite in Münster überhaupt.

 

Nach dieser frohen Kunde war aber erst einmal Geduld gefragt, denn eine Elefantenschwangerschaft dauert 22 Monate - eine lange Zeit. Zum Jahreswechsel 2014 /2015 ist es nun endlich soweit.

 

Oft wurden wir in den letzten Monaten gefragt, wie bereitet ihr euch auf die anstehende Geburt vor? Geht es dem Fötus im Mutterleib gut? Wann ist es soweit? Diese und viele andere Fragen werden uns seitdem gestellt. Die Geburt des Elefantenbabys ist offensichtlich nicht nur für uns ein spannendes Ereignis. Daher haben wir uns entschieden im Rahmen von „Cornys Kolumne“ ab November regelmäßig über den aktuellen Stand, die Geburtsvorbereitungen, dem Geburts-Management usw. zu berichten.

 

08. Januar - Cornys Kalb kam am Mittwochabend tot zur Welt…

 

Am Mittwochabend nahm die erste Elefanten-Geburt im Allwetterzoo seit 15 Jahren einen traurigen Ausgang. Das mit großer Vorfreude erwartete Kalb kam nach einer schweren Geburt tot auf die Welt.

 

Seit Sonntag war der Hormonspiegel extrem gesunken. Die Untersuchung weiterer Blutproben ließ auf die kurz bevorstehende Geburt schließen. Grund genug für Dr. Carsten Ludwig seine Kollegin und Elefantenexpertin Dr. Imke Lüders aus Hamburg zu informieren, die umgehend anreiste.

 

Corny

 

Nach einer ruhigen Nacht von Montag auf Dienstag deutete der Hormonspiegel auf eine Geburt binnen der nächsten 48 Stunden. Das Geburtsteam wurde in „Alarmbereitschaft“ versetzt und in der Nacht setzen tatsächlich die Wehen ein. Allerdings lag das Kalb ungünstig im Geburtskanal und so dauerte die Geburt länger als üblich. Nach dem die Wehen am Mittwochmorgen schwächer wurden, sollte durch Bewegungstraining die Lage des Kalbs für die Geburt verbessert werden.


Mittels Ultraschall wurde die nun günstigere Ausgangslage festgestellt und die Wehentätigkeit am Nachmittag erfolgreich eingeleitet: kurz darauf erfolgte die Geburt. Das weibliche Kalb kam aber bereits tot zur Welt. Um die Todesursache festzustellen, wurde das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin mit der Obduktion beauftragt.

 

Cornys Kalb kam tot zur Welt

Cornys Kalb kam tot zur Welt

Cornys Kalb kam tot zur Welt

 

Zoodirektor Jörg Adler liegen nun die Ergebnisse der Obduktion vor:
"Die bisherigen Ergebnisse der intensiven Obduktion des neugeborenen Elefanten im IZW in Berlin haben zumindest ein verwertbares Ergebnis: es lag keine Infektion mit dem gefürchteten Elefantenherpesvirus vor. Im Herpes-positiven Fall hätten wir überlegen müssen, ob eine weitere Zucht mit dieser Elefantenkuh noch sinnvoll ist. Allerdings haben wir leider auch keine Befunde, die uns zumindest einen Hinweis geben könnten, warum das Jungtier nicht gelebt hat. So bleiben nur Vermutungen (zu lange Austreibungsphase, ungünstige Lage des Kalbes u.a.), die aber reine Spekulation sind. Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis, dass die Natur nicht berechenbar ist, nicht im Lebensraum der Elefanten und auch nicht im Zoo.
Und dass ich in meiner Amtszeit nicht mehr erleben werde, wie ein kleiner Elefant mit seiner Mutter durch den Elefanten-Park tobt. Aber ein Nachfolger soll ja auch eine besondere Freude im Allwetterzoo haben. "


In die Trauer über das tote Kalb mischt sich die Erleichterung darüber, dass es Corny gut geht. Während des Geburtsvorgangs und nach der Geburt hat sie gezeigt, dass sie eine gute Mutter wäre! Das lässt für die Zukunft hoffen.

 

29. Dezember - Der werdende Vater Alexander stellt sich vor…

 

Inzwischen ist Corny im 22. und vorraussichtlich letzten Monat Ihrer Trächtigkeit angelangt. Der Geburtstermin rückt immer näher. Aber wer ist eigentlich der Vater von Cornys Kalb? Kommen vielleicht sogar mehrere Elefantenbullen in Frage? Wo lebt er und wie versteht er sich mit seiner trächtigen Kuh oder vergnügt er sich gar mit anderen Damen?

 

Alexander mit Damen

 

Der künftige Vater heißt „Alexander“. Er kam 2011 zurück nach Münster. Mit seinen 36 Jahren hat er in den Niederlanden und Belgien bereits elfmal für elefantösen Nachwuchs gesorgt. Im Allwetterzoo lebt er als einziger Bulle zusammen mit fünf Kühen im 2013 eröffneten Elefanten-Park. „Somit kann auch nur er der Vater von Cornys Baby sein“, zwinkert Revierleiter Michael Adler. „. Er versteht sich mit allen Kühen gut und verhält sich auch Corny gegenüber neutral. Besonderes Interesse zeigt er nur den Kühen gegenüber, die gerade im Östrus sind. So vergnügt er sich trotz trächtiger Corny auch gerne mal mit Ratna. Was vollkommen normal und auch gut ist“, erklärt Michael Adler. „Denn schließlich möchten wir ja, dass auch Ratna bald guter Hoffnung ist...“

 

Alexander im Bullenstall

Alexander im Bullenstall

Alexander und Corny

Ratna und Corny

 

Im Allwetterzoo ist man sich übrigens ziemlich sicher, dass Cornys Trächtigkeit dem „Tapetenwechsel“ zu verdanken ist: Corny war mit zwei weiteren Kühen schon zum Jahreswechsel 2012/13 in den neuen Elefanten-Park umgezogen. Bis zum erfolgreichen Deckakt im März 2013 hatte sich auch Bulle Alexander in seinem neuen, großzügigen Zuhause eingelebt...

 

 

23. Dezember - Weihnachtsüberraschung für die trächtige Corny…

 

„Selbstverständlich feiert auch eine trächtige Elefantenkuh Weihnachten und zwar auf ganz besonders elefantöse Art und Weise und mit besonders viel Lametta…“, schmunzelt Zoodirektor Jörg Adler. Das Lametta ist zudem komplett biologisch abbaubar, es ist nämlich Stroh, und hängt an einem Bio-Weihnachtsbaum. Zum Stroh-Lametta kommen noch Leckereien hinzu wie Bananen, Teigkringel, Weintrauben und Orangenscheiben und fertig ist der Elefanten-Weihnachtsbaum! Als Schmankerl on the Bottom liegen eigens für Corny gebackene XXL-Elefanten-Lebkuchen-Bäume unter der Tanne. Diese wurden frisch aus der Bäckerei der Zoogastronomie geliefert und duften wunderbar nach Weihnachten...

 

Weihnachtsbaum

Corny mit Weihnachtsbaum

Corny mit Weihnachtsbaum und Michael Adler

 

Corny genießt sichtlich ihre Überraschung und fischt fein säuberlich die Trauben zuerst von der Tanne. Denn eigentlich ist der Baum behangen mit Leckereien, die normalerweise nicht auf Cornys Essensplan stehen. Doch zu Weihnachten drücken Tierärzte und Pfleger einmal ein Auge zu: „Schließlich ist Corny nicht jedes Jahr zu Weihnachten trächtig“, erklärt Revierleiter Michael Adler. „Zudem ist sie topfit und kann sich die Nascherei heute erlauben“, ergänzt Zootierarzt Carsten Ludwig. Aber zu häufig geht das nicht. Schließlich muss auch eine trächtige Elefantenkuh auf ihr Gewicht achten, damit das Kalb bei der Geburt nicht zu schwer wird…

 

Corny freut sich über die Überraschung

 

 

17. Dezember - Blutabnahme bei der trächtigen Corny…

 

„Corny ist topfit“, bestätigen Zootierarzt Carsten Ludwig und Tierarzt-Doktorandin Johanna Kasberg aus dem Allwetterzoo. Die trächtige Elefantenkuh wird regelmäßig von den beiden untersucht: Wiegen, Ultraschall oder Blutabnahme stehen zum Beispiel regelmäßig auf dem Programm. „Corny macht das alles sehr gut mit, was nicht unbedingt selbstverständlich ist“, erklärt Ludwig. Um diese Untersuchungen überhaupt machen zu können, haben die Pfleger jahrelang mit den Tieren gearbeitet und bestimmte Situationen einstudiert. Ohne diese Erfahrungen, wären die Elefanten nicht bereit die nicht so angenehme Prozedur mitzumachen. "Schließlich können wir nicht einfach zum Elefanten sagen, gleich pickst es ein wenig, ich nehme nur Blut ab, ist ganz schnell vorbei…“

 

Blutabnahme bei Corny mit Adler und Kasberg

 

 

Dank des Trainings und der damit verbundenen Geduld bei Mensch und Tier können Tierärzte und Elefantenpfleger im Allwetterzoo mittlerweile problemlos aus Cornys Ohr Blut entnehmen. Und das ist in Vorbereitung auf die anstehende Geburt wichtig. Denn mit der Blutprobe wird Cornys Hormonhaushalt kontrolliert. „Während der Trächtigkeit ist die Hormonkurve von Corny recht hoch. Fällt die Kurve heißt das, der Geburtstermin naht. Und kurz vor der Geburt fällt sie noch einmal stark. Es kann aber auch sein, dass die Kurve bis zur Geburt unverändert bleibt, das kam auch schon mal vor“, erklärt Johanna Kasberg. Daher wurden in den letzten zwei Wochen alle zwei Tage und ab heute (17.12.) dann täglich 5ml Blut aus Cornys Ohr entnommen. Die Probe geht direkt an das Labor der Uniklinik Münster, das ja quasi bei uns um die Ecke liegt. So sind die Proben recht schnell dort und wir erhalten binnen kürzester Zeit ein Ergebnis. Dank dieser tollen Zusammenarbeit bekommen wir sogar am Wochenende und an den Feiertagen zeitnah Cornys Werte.

 

Blutabnahme

Blutabnahme am Ohr

Hormonkurve

 

 

 

10. Dezember - Pediküre für eine trächtige Elefantendame…

 

Werkzeuge

Vorbereitung zum Feilen

Feile

 

Pediküre und Maniküre gehört bei vielen Münsteranerinnen und Münsteranern ebenso zum regelmäßigen Wohlfühlprogramm wie ein Friseurbesuch. Zum Friseur müssen die Elefanten im Allwetterzoo nicht, aber Wellness in Form von Fußpflege genießen sie regelmäßig und zwar an allen vier Füßen! So auch die schwangere Corny, die jetzt noch einmal bevor ihr Kalb zur Welt kommt, eine entspannte Pediküre erhält. Doch wie sieht die Fußpflege bei den Dickhäutern aus? Mit kleiner Schere und Nagelfeile kommen die Elefantenpfleger bei den Rüsselträgern nicht weit. Sie benutzen einen Winkelschleifer (Handflex), Hufmesser sowie eine große Feile wie man sie aus dem Handwerk kennt. Pro Fuß brauchen die Pfleger ca. 30 Minuten. Die beiden Vorderfüße haben je fünf Nägel, die beiden hinteren je vier.

 

Pediküre mit der Flex

 

 

04. Dezember - Was frisst ein trächtiger Elefant?

 

Corny soll ihr Gewicht bis zur Geburt halten bzw. kann leicht zunehmen. Daher wird sie regelmäßig gewogen und ein ausgewogener Ernährungsplan wurde entwickelt. Zurzeit bringt die trächtige Kuh ca. 3,5 t auf die Waage. „Ein gutes Gewicht für einen Elefanten wie Corny“, meint Zootierarzt Carsten Ludwig.
Das Baby wird bei der Geburt vermutlich zwischen 80 und 100 kg wiegen. Das ist im Verhältnis zu Cornys Gesamtgewicht recht wenig. Somit bekommt sie während ihrer Trächtigkeit auch keine Schwanger-Zusatz-Futterration für das Baby, sondern wie die anderen Kühe auch an die 100 kg Futter am Tag.

 

Michael Adler mit Überwachungslaptop

Michael Adler mit Überwachungslaptop

Michael Adler mit Überwachungslaptop

 

Die Elefanten-Hauptnahrung setzt sich aus Gras, Heu und Baumästen sowie Äpfeln, Möhren, Gurken und anderem Saisongemüse zusammen. „Bei Corny achten wir zurzeit darauf, dass sie keine blähenden Gemüsearten wie zum Beispiel Kohl bekommt“, erklärt Revierleiter Michael Adler. „Damit die Elefanten über die Nacht beschäftigt sind, geben wir ihnen gerne Äste zu fressen. Diese zerstückeln sie mit ihren Füßen und sind somit eine längere Zeit über beschäftigt bis alles gefressen ist. Beim Heu und auch bei Gemüse ist das anders. Manchmal haben wir uns kaum umgedreht und schon ist die Hälfte verputzt“, schmunzelt Adler.

 

Eine Besonderheit gibt es in Cornys Ernährungsplan auf Anweisung von Zootierarzt Ludwig doch: „Eine trächtige Kuh benötigt viel Calcium für den Knochenaufbau des Kalbes und einen reibungslosen Geburtsablauf. Daher mischen wir ihr versteckt in einer leckeren, süßen Melone Mineralpulver unter…“

 

Corny mit Ratna und Kanaudi

 

 

 

 

 

27. November - Nachts im Elefantenhaus

Corny mit Ratna und Kanaudi

 

Der Zoo hat schon lange geschlossen, aber im Elefantenhaus brennt noch Licht. Elefantenkuh Corny steht zusammen mit Ratna und Kanaudi auf der Innenanlage. Sie warten schon auf ihre Pfleger, denn wenn sie kommen, das wissen die drei genau, gibt es noch einmal eine große Futterration. Die Nachtportion, die normalerweise nicht mehr um diese Uhrzeit gereicht wird. Denn normalerweise endet der Arbeitstag der Pfleger um 17 Uhr und das Futter ist dann schon für die Nacht portioniert verteilt. Dass die Schicht für einen Pfleger um 18.30 Uhr beginnt und für einen anderen erst um 19 Uhr endet ist nicht normal. Normal ist zurzeit nichts mehr im Elefantenrevier. Alles ist anders als sonst – zumindest nachts. Corny ist nämlich trächtig und das Baby könnte ab jetzt täglich zur Welt kommen. Tagsüber läuft der Betrieb wie gewohnt. Da das Baby aber auch in der Nacht zur Welt kommen kann, sind die Pfleger seit dem 17. November abwechselnd auch nachts im Elefantenhaus und beobachten via Videokamera das Treiben im Haus. Bei der Übergabe um 18.30 Uhr werden die Tiere als erstes noch einmal gefüttert und die Anlage gesäubert, was nur mit mindestens zwei Pflegern möglich ist. Ab 19 Uhr ist der Pfleger, der die Nachtschicht übernommen hat, alleine im Haus. Er beobachtet Elefantendame Corny, denn werden die ersten Anzeichen einer Geburt sichtbar, können alles weiteren Schritte in Ruhe vorbereitet und Tierärzte, Zoodirektor, Kurator sowie die Kollegen informiert werden.

 

Michael Adler mit Überwachungslaptop

Michael Adler mit Überwachungslaptop

Michael Adler mit Überwachungslaptop

 

Fünf Pfleger teilen sich die Nachtwache, die von 18.30 Uhr bis 8.30 Uhr am Folgetag dauert. Alle ein bis zwei Stunden sehen sie nach, ob bei Corny alles in Ordnung ist. In der Zwischenzeit können sie sich zurückziehen und schlafen. Als Übernachtungsstätte dient ein kleines Zimmer im oberen Stock des Elefantenhauses. Über einen Monitor können die Pfleger dort das Treiben in der Halle verfolgen. Zwei Überwachungskameras filmen Corny von 17 bis 8 Uhr. Und hoffentlich auch bald die Geburt des Elefantenbabys…

 

 

19. November - Fitnesstraining für Corny

Nach nunmehr fast 21 Monaten Trächtigkeit rückt der Geburtstermin immer näher. Ab Ende November – Beginn des 21. Monats – kann das Kalb theoretisch täglich zur Welt kommen. Die Vorbereitungen für das "Großereignis" laufen auf Hochtouren.

 

Auch die körperliche Fitness ist für trächtige Elefanten wichtig. Daher trainiert Corny mehrmals die Woche mit ihren Pflegern bestimmte Positionen, die ihr die Geburt später erleichtern sollen. Die Trainer sind in diesem Fall unser Tierärzte-Team, die das Trainingsprogramm aus medizinischer Sicht zusammen­stellen und beobachten.

 

Corny trainiert

Corny trainiert

Corny trainiert

 

Beim gestrigen Fitness-Termin war wieder ein Team des WDR zugegen. Zoodirektor Jörg Adler informierte die interessierten Zuschauer über die tierischen Trainingsmethoden und deren Bedeutung. „Wir legen großen Wert auf das regelmäßige Training und den guten Fitnesszustand von Corny, dies kann nur Vorteile für die Geburt haben“ erklärte Adler. Die Beweglichkeit der trächtigen Elefantenkuh war so beeindruckend, dass Jörg Adler ihr einen guten Fitnesszustand bescheinigte. Zur Belohnung gab es für Elefantendame Corny leckere Äpfel.

 

Mehr Leckereien gab es aber auch nicht, denn Corny soll den tollen Fitnesszustand behalten. Tierärztin Imke Lüders bescheinigt ihr ein gutes Gewicht und eine Top-Figur: "Man kann gut die Becken- und die Rückenknochen erkennen - sie ist nicht zu dick, aber der Babybauch kommt langsam raus."

 

Corny übt mit Imke Lüders und Michael Adler "Liegen"

 

Bei der anstehenden Geburt bleibt schließlich nichts dem Zufall überlassen. Nicht nur die Fitness wird trainiert. Für den Fall, dass es bei der Geburt zu Komplikationen kommt, wurde aus Cornys Blut Blutplasma gewonnen und eingefroren. So kann bei Bedarf das Neugeborene mit dem Plasma der Mutter versorgt werden.

 

Bis zum Geburtstermin gibt es also noch viel zu tun.

 

Den neuen Filmbeitrag des WDR, der uns bei der Kolumne begleitet, gibt es hier:
Lokalzeit Münsterland vom 19.11.2014: Corny macht Schwangerschaftsgymnastik

 

12. November - Überprüfung der Schlafgemächer

Die Trächtigkeit bei Elefanten dauert bis zu 22 Monate. Ab Ende November – Beginn des 21. Monats – kann das Kalb theoretisch täglich zur Welt kommen. Daher laufen die Geburtsvorbereitungen im Allwetterzoo schon auf Hochtouren.

 

Auch die Schlafgemächer der trächtigen Elefantenkuh wurden überprüft und für die anstehende Geburt entsprechend verändert. Hierfür haben sich Allwetterzoo-Kurator Dr. Dirk Wewers und Revierleiter Michael Adler bei anderen Zoos erkundigt, die bereits Erfahrungen mit Elefantengeburten haben. Selbstverständlich spielen auch die eigenen Erfahrungen, die 1999 bei der ersten Geburt in Münster gemacht wurden, eine große Rolle. Gemeinsam haben Kurator, Tierarzt und Pfleger überlegt, wie die Schlafgemächer für Corny gestaltet werden können, damit bei der Geburt alles optimal verläuft…

 

Corny im Einzelzimmer

Stahlseile trennen den Schlafbereich

Stahlseile trennen den Schlafbereich

 

Schließlich kann Corny, anders als Elefanten in freier Wildbahn, nicht auf die Erfahrung anderer Elefantenmütter zurückgreifen. In unserer kleinen Herde sind alle Kühe völlig unerfahren. Diese Unerfahrenheit müssen nun die Tierpfleger ausgleichen. Sie greifen im Notfall ein, beschützen das Jungtier und beruhigen die Elefantenmutter. Damit dafür beste Voraussetzungen geschaffen werden, hat Corny nun ein Einzelzimmer. Denn obwohl Corny eine umgängliche und ruhige Elefantenkuh ist, kann nicht vorausgesehen werden, wie sie auf den Geburtsstress reagiert. Cornys Schlafbereich wurde von dem der anderen Elefanten durch Stahlseile abgetrennt, aber die Freundinnen sind nur eine "Rüsselweite" entfernt.

 

Cornys Freundinnen sind nur eine Rüssellänge entfernt

Cornys Freundinnen sind nur eine Rüssellänge entfernt

 

Da man bei Elefantengeburten nie wissen kann, was passiert, wurde der Stall zusätzlich mit Kameras ausgestattet. So kann die trächtige Elefantendame rund um die Uhr beobachtet werden. In den verbleibenden Wochen gibt es noch viel zu tun.

 

Einen netten Filmbeitrag über diesen Termin gab es beim WDR, der uns bei der Kolumne begleitet.
Lokalzeit Münsterland vom 12.11.2014: Vorbereitung für die Jumbo-Geburt

 

05. November - Ultraschall-Untersuchung

Langsam rückt der Geburtstermin nun näher: Corny ist inzwischen im 20. Monat schwanger.

 

Daher führt Zootierarzt Carsten Ludwig regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei ihr durch – zurzeit werden circa alle zwei bis drei Wochen Ultraschalluntersuchungen gemacht.

 

Kurz vor der Geburt werden der Zootierarzt und sein Team vermutlich täglich schauen, da dann auf den Ultraschallaufnahmen sehr gut erkennbar sein wird, ob sich der Muttermund bereits geöffnet hat und dies ist wichtig für die Geburtsvorbereitungen…

 

ätere Aufnahme: ganzer Fötus

ätere Aufnahme: ganzer Fötus

aktuell: kleiner Rüssel mit den beiden Nasenlöchern

aktuell: Ultraschall-Foto mit Rüsselquerschnitt

 

Mit der heutigen Untersuchung sind Carsten Ludwig und Johanna Kasberg, Tierarzt-Doktorandin sehr zufrieden: „Es sieht alles wunderbar aus“, so Ludwig. „Corny ist kerngesund. Auf den Ultraschallaufnahmen kann ich gut erkennen wie der Fötus wächst und sich entwickelt. Das ganze Kalb kann ich jetzt leider nicht mehr auf dem Ultraschall sehen. Dafür ist es schon zu groß. Aber je nachdem wie es liegt, erkenne ich den Herzschlag oder, wie auf diesem Bild, den kleinen Rüssel mit den beiden Nasenlöchern…“

 

Einen tollen kleinen Filmbeitrag über diesen Termin gab es beim WDR, der uns bei der Kolumne begleitet, in der Lokalzeit Münsterland vom 5.11.2014: Ultraschall fürs Elefantenbaby

 

 

 

Wie es weitergeht, kann man in den nächsten Wochen an dieser Stelle erfahren. Wir freuen uns, wenn Sie gemeinsam mit uns die anstehende Geburt begleiten.

 

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