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09. Januar 2012

Im Allwetterzoo besonders gut zu beobachten: Die Dohle, der Vogel des Jahres 2012

 

Dohle im AllwetterzooFrüher nisteten Dohlen gern in Kirchtürmen. Scherzhaft wurden sie deswegen als „Pastors schwarze Tauben“ bezeichnet. Mancherorts sind die lernfähigen und geselligen Vögel allerdings selten geworden. Aus diesem Grund hat der Naturschutzbund Deutschland die Dohle, den kleinsten Vertreter der heimischen Rabenvögel, zum Vogel des Jahres 2012 gekürt!

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Auch wenn in vielen Bereichen Deutschlands die Dohlenbestände drastisch geschrumpft sind und die Vögel in manchen Bundesländern auf der Roten Liste stehen, gilt das nicht für Münster und speziell für den Allwetterzoo! Dort nisten seit Jahrzehnten unzählige Dohlenpaare und ziehen Jahr für Jahr ihre Jungen auf. Im Winter erhöht sich die Anzahl der Dohlen im Zoo immens, denn die hohen Eichen im Gelände sind bei ihnen beliebte Schlafplätze. Bei Einsetzen der Dämmerung kann man Scharen von Dohlen bestaunen, die aus dem Umland kommen und in den Zoo einfallen. Die Geräuschkulisse erinnert dabei ein wenig an Alfred Hitchcocks „Vögel“…

 

Dohle auf Zoowiese Dohle auf Zoowiese

 

Dohlen gelten als „schlau“. Von ihrer Lernfähigkeit war schon Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz fasziniert. Ihre Cleverness zeigt sich auch im Allwetterzoo: Sie rupfen im Frühjahr nicht nur Urwildpferden oder Kamelen die Winterwolle aus und polstern damit ihre Nester, sie betreiben sogar bei den Nashörnern Körperpflege, indem sie deren Haut von Parasiten befreien. Dohlen haben wenig Scheu vor Menschen und klauen schon mal Essbares vom Tisch. Aber wehe, ein Mensch nähert sich ihrem Nest oder einem Jungvogel! Selbst vor Attacken aus der Luft schrecken Dohlen nicht zurück, um ihre Nachkommen zu schützen. Sie sind keineswegs „Rabeneltern“!

 

Dohle auf Harrys Nashorn Dohle auf Nashornkot Dohle auf Zoo-Wegweiser

 

Im Gegensatz zu ihren Raben-Verwandten sind Dohlen recht klein. Ihr Gefieder ist überwiegend schwarz, im Kopf- und Nackenbereich jedoch auffällig silbergrau gefärbt. Beide Geschlechter unterscheiden sich nicht. Das Nahrungsspektrum der Dohle ist vielseitig. Sie fressen Larven, Würmer, Schnecken und Insekten ebenso wie Samen oder Fallobst. Im Zoo finden die Dohlen ein reichhaltiges „Buffet“ vor. Sie kennen nicht nur alle Futterschüsseln, sondern bedienen sich auch bei den Hinterlassenschaften mancher Tiere. Und wenn die Pfleger beispielsweise den Nashörnern trockene Brötchen zuwerfen, um sie heranzulocken, sind die Dohlen nicht weit. Frech stibitzen sie Harry oder Jane die Leckerbissen vor dem Maul weg!

 

Dohle an Harrys Nasenhorn Nashorn, Brötchen und Dohlen

 

In der Brutzeit zwischen April und Mai beginnen die Dohlenpaare im Allwetterzoo mit dem Nestbau. Sie nutzen Hohlräume in Bäumen, alte Spechthöhlen oder Nistkästen, die eigentlich für andere Vögel gedacht sind. Manche Dohlen haben sogar die hohen Horste der Weißstörche für sich entdeckt und nisten dort quasi als „Untermieter“. Das Gelege der Dohlen besteht meist aus vier bis fünf Eiern, die etwa 16 bis 18 Tage bebrütet werden. Die Jungen sind nach 30 bis 35 Tagen flügge. Sie suchen sich schon im ersten Herbst einen Partner fürs Leben. Mit ihm fliegen sie durch die Lüfte oder schreiten nebeneinanderher über die Wiesen im Zoo. Erst im dritten Jahr brütet das Dohlenpaar und zieht gemeinsam seine Jungen groß.


 


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