News-Archiv
05. Januar 2012
Rückblicke - Ausblicke
2011 war für uns ein gutes Jahr. Es brachte erfreuliche Geburten, schwergewichtige Tiertauschaktionen und einen supertollen neuen Spielplatz. Ein Allwetterzoo-Fan auf Facebook schrieb kurz vor Weihnachten, man würde den „besten Zoo der Welt“ bald wieder besuchen. Das ist natürlich eine sehr private Meinung, die uns aber dennoch freut. Diese und ähnliche Sympathiebekundungen zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und so werden wir auch im Jahr 2012 alles tun, um unsere Besucher zufriedenzustellen. Zum Jahresende 2011 wies unsere Statistik erfreulicherweise 935.918 Besucher auf, also 7,4 % mehr als im Vorjahr. Bemerkenswert ist der Anstieg um beinahe 11 % bei den Tageskarten für Erwachsene. Es gab in unserem Zoo aber auch viel zu sehen in den letzten 12 Monaten!
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Gleich zu Beginn des Jahres machte ein kleiner Brillenpinguin von sich reden: Der letzte noch im Zoo verbliebene Jungspund der Brutsaison 2010 hatte ein Schlupfloch entdeckt, war durch den halben Zoo bis zu den Löwen gewatschelt, über einen kleinen Schneeberg in deren Anlage gerutscht – und schließlich auf dem Eis entdeckt worden. Zum Glück war der Graben um die Freianlage zugefroren und die Löwen hielten sich im Haus auf. So konnte der Pinguin gerettet werden. Die Meldung „Leona im Löwengraben“ ging samt Foto um die ganze Welt und schaffte es bis in die weltweit ermittelten „Top 10 Zoo Escapes“ des US-Magazins TIME.
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Ebenfalls zu Jahresbeginn entsetzte uns ein nächtlicher Einbruch in die Ausstellung Verbotene Geschenke. Von den entwendeten Gegenständen wie Elfenbein, Nasenhorn oder Schlangenhaut fehlt trotz polizeilicher Ermittlungen bis heute jede Spur. In Zukunft werden wir allenfalls noch Fotos von „Souvenirs“ zeigen können, die man nicht kaufen darf, weil sie von geschützten Tierarten stammen. Im Mai konnten wir mit der Vielfalt eine völlig neue Ausstellung eröffnen. Mittelpunkt ist ein riesiges Bild an der Festwiese im Zoo, das zahlreiche einheimische Tiere und Pflanzen inmitten von Müll und Schrott zeigt. Ergänzt wird es durch 40 Stelen im Zoo-Gelände, auf denen Tafeln mit Abbildungen, Gedichten und Texten die Tiere der „Vielfalt“ im einzelnen vorstellen.
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Tragisch endete am 2. April die vierte Trächtigkeit der Breitmaulnashornkuh Emmi. Sie brachte ein gesundes Kalb zur Welt, doch nach 60 Minuten attackierte sie es aus unerfindlichen Gründen mit ihrem Horn. Damit Emmi die Aufzucht eines Kalbes durch eine Nashornmutter erleben kann, tauschten wir im Rahmen des Europäischen Erhaltungszucht-Programms (EEP) mit dem Safaripark Blair Drummond die Kühe: Emmi zog Anfang Oktober nach Schottland um, von dort kam Jane nach Münster. Die Zusammenführung mit unseren älteren Kuh Vicky und dem Bullen verlief problemlos. Ob Harrys Deckaktivitäten bei Jane kurz vor Weihnachten erfolgreich waren, wird sich spätestens im April 2013 zeigen…
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Im April gab es auch Erfreuliches zu berichten: 13 Nasenbären eroberten das „Schnüffelparadies“! In den ersten Tagen waren die wuseligen Kleinbären ohne Unterlass unterwegs und erkundeten ihr völlig verändertes Freiluft-Domizil. Auch für die „Südamerika-WG“ im Tropenhaus bauten wir eine neue Außenanlage. Weißkopfsakis und Acouchis haben jetzt mehr als doppelt so viel Raum und genießen sonnige Tage gern im Freien. Im Mai eröffneten wir mit einem Kinderfest unseren neuen Waldspielplatz, ein wahres Kletterparadies für Kinder! Seitdem haben sich auf den zwölf Meter hohen Türmen, auf Allwetter-Monster-Rutsche, Tampenschlange oder Spinnennetz-Schaukel unzählige Kinder begeistert ausgetobt. Gleich neben dem Spielgelände entstanden ein freundlich gestalteter Kiosk mit großflächiger Überdachung und ein WC-Gebäude mit Babywickelraum.
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Unsere besonderen Tierkinder in 2011 haben wir in zahlreichen News ausführlich vorgestellt. Es gab tragische Vorkommnisse und gelungene Experimente. So starb durch die Verkettung unglücklicher Umstände ein Jungtier der Nordpersischen Leoparden. Nach elf Jahren Pause hatten wir uns über den Nachwuchs bei diesen hoch bedrohten Großkatzen besonders gefreut. Zum Glück entwickelt sich das weibliche Jungtier Charlene prächtig. Bei dem jungen Kattamädchen Sina führte ein unglücklicher Sturz zum Bruch von Waden- und Schienbein. Die Kleine kehrte vollständig genesen in die Gruppe zurück. Bei den Geparden wagten wir Experimente: Zuerst wurde der am 6. Juli geborene Shaka in einer Arbeitsteilung zwischen Mutter und Tierpflegern aufgezogen, weil Xenia ihn nicht mehr versorgte. Später wagten wir die Vergesellschaftung mit Uroma Megan und schließlich die Rückführung des Kleinen zu Xenia. Das ist bestens gelungen und aus dem Flaschenkind wird ein richtiger Gepard! Die Familienzusammenführung war auch deshalb notwendig, weil im November das Weibchen Salome aus dem Lissaboner Zoo zu uns kam. Sie bezog die bislang von Xenia genutzte Anlage und soll von unserem Kater Jabari gedeckt werden.
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Erfreuliche Geburten gab es auch in vielen anderen Bereichen des Zoos. So brachte die Netzgiraffe Makena im Juni ein „Sonntagskalb“ auf die Welt. Es wurde von seinen Paten, der Reiter-Familie Klimke, auf den Namen Paul getauft. Bei Zwergseidenäffchen, Kattas und Guerezas gab es ebenso Nachwuchs wie bei Zebras, Gnus und Prinz-Alfred-Hirschen. Erstmalig kam bei den Kugelgürteltieren und nach langer Pause bei den Warzenschweinen je ein Jungtier auf die Welt. Bartkäuze, Blauhalsstrauße oder Brillenpinguine zogen Küken auf und auch Malachitstachelleguane, Sternschildkröten und Seepferdchen schlüpften aus den Eiern.
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Über den geplanten Elefanten-Park wurde in Medien und Öffentlichkeit viel diskutiert. Und es gab erfreuliche Aktionen zugunsten des Projekts, Schülerkonzerte etwa oder eine große Spendenaktion anlässlich der Aaseerenaden. Selbst der „Bullentausch“ im Juli fand im Hinblick auf die geplante bauliche Veränderung statt: Alexander, der aus dem niederländischen Zoo in Amersfoort in den Allwetterzoo zurückkehrte, sollte sich vor Baubeginn in Münster wieder eingewöhnen. Das hat er! Und er hat sich mit Corny bereits verpaart. Vielleicht gibt es noch vor Eröffnung des geplanten Elefanten-Parks im Frühsommer 2013 Nachwuchs?
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Auch neue Tiere konnten wir im letzten Jahr vorstellen. So bezog der erste Rotbraune Rüsselspringer ein großes Terrarium im Giraffenhaus. Zwei Islandpferde komplettieren unsere Hauspferdherde im Kinder- und Pferdepark. Aus dem Nationalpark Bayerischer Wald traf der Wolfsrüde August bei uns ein. Und kurz vor Jahresende wurde es auf der Streichelwiese voller: Über neun neue Zwergziegen freuen sich vor allem kleine Kinder! Den Allwetterzoo verlassen haben u.a. vier junge, bei uns 2010 und 2011 geschlüpfte Gänsegeier. Sie kreisen nun über den bulgarischen Bergen; denn sie wurden im Rahmen des Programms „Green Balkans“ ausgewildert.
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Zum Jahresende machte uns das Gorillaweibchen Sakina große Sorgen. 1986 auf der Kanalinsel Jersey geboren, lebt sie seit Mai 2011 im Rahmen des EEP in Münster. Als Partnerin von N’Kwango sollte Sakina für Nachwuchs sorgen, doch inzwischen steht fest, dass sie wahrscheinlich nicht mehr fortpflanzungsfähig ist. Nachdem Sakina stark abgenommen hatte und sich kaum noch bewegte, wurde sie von der Gruppe getrennt. Gemeinsam mit unserem Tierarzt Carsten Ludwig untersuchte ein Ärzteteam des Universitätsklinikums Münster, unterstützt von Tierärzten der Tierklinik Karthaus und Geolifes in Hamburg sowie mit Hilfe aus dem Zoo Duisburg, Sakina von Kopf bis Fuß. Leider gibt es bis heute kein greifbares Ergebnis. Eine Computertomographie im „Zentrum für veterinärmedizinische radiologische Diagnostik“ in Holzwickede ergab lediglich, dass Sakina keinen Tumor hat und ihre Organe in Ordnung sind. Auch eine Untersuchung ihres Knochenmarks ergab keinen Befund. Sakinas Erkrankung setzt sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen. Inzwischen frisst sie recht gut und nimmt dadurch ihre Medikamente auf. Zum Jahreswechsel ging es ihr wieder relativ gut.
Wollen Sie mehr über die Ereignisse im Allwetterzoo im Jahr 2011 erfahren, schauen Sie einfach mal in unser News-Archiv.
Und was bringt das nächste Jahr?
Etwas können wir schon verraten und einiges können Sie schon sehen, beispielsweise die erweiterte Innenanlage für unsere Löwen. Dort, wo sich bislang die Menschen bei den Fütterungen drängelten, räkeln sich bald Jarah, Zeta und Tamaha! Wir haben nämlich vom Besucherweg vor den Käfigen ein Stück „abgezwackt“ und damit den Lebensraum der Löwen erweitert. Für Sie wird es zwar etwas enger, aber dank großer Glasscheiben können Sie die Tiere viel besser beobachten! Kurz vor Weihnachten konnten wir das Löwenhaus wieder öffnen. Das „schwedische Möbelhaus“ hat zwar noch nicht geliefert – die Anlage wird erst im Februar fertig gestaltet sein – aber Sie können schon einen ersten Eindruck vom künftigen Löwen-Luxus gewinnen!
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Am Vogelhaus bauen wir in den ersten Monaten des Jahres unsere kleine Ara-Anlage für Grünarassaris um. Damit ziehen erstmals Vögel in den Allwetterzoo ein, die zur Familie der Tukane zählen. Die beiden Soldatenaras gaben wir in die Haltung eines privaten Züchters - als Einstellung, denn unter Umständen kehren sie mittelfristig zu uns zurück.
DAS beherrschende Thema des Jahres 2012 aber wird der Elefanten-Park sein! Die Grundsteinlegung für das neue Bullenhaus ist für März geplant. Schon im November entstand die Baustraße. Grün verhängte Zäune markieren deren Verlauf zwischen Afrikapanorama, Löwen- und Giraffenhaus. Ab Januar werden über die geteerte Trasse schwere Baufahrzeuge den Bodenaushub abtransportieren oder Baumaterial anliefern. Bis auf ein kurzes Wegestück im Bereich Giraffen und eine durch die Baustraße bedingte Sackgasse hinter dem Löwenhaus bleiben alle Besucherwege passierbar. Eventuell störende Bautätigkeiten soll es an Samstagnachmittagen und sonntags nicht geben. Für all‘ diejenigen aber, die am Baufortschritt interessiert sind und Bagger toll finden, wird im März ein vier Meter hoher Aussichtsturm mit Blick auf das Baugelände errichtet. Weitere, ständig aktualisierte Informationen finden Sie auf unserer Website unter Elefanten-Park.
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