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04 . April 2011
Nashornkalb tot

Alles Warten und Hoffen war vergebens: Das im Allwetterzoo erwartete Nashornbaby hat nur 60 Minuten gelebt


BreitmaulnashornFünfzehn Tage und Nächte, rund um die Uhr, haben das fünfköpfige Tierpflegerteam des Elefantenhauses um Revierleiter Michael Adler sowie Zoologen und Tierarzt auf die bevorstehende Geburt des 4. Nashornkalbes von „Emmi“ gewartet. Auch die Öffentlichkeit verfolgte das Geschehen seit Wochen. Gegen elf Uhr am Samstagmorgen (2. April) war es endlich soweit: das Nashornkalb (männlich, ca. 65 kg) erblickte ohne Komplikationen das Licht der Welt! Die Mutter Emmi verhielt sich unmittelbar nach der Geburt vorbildlich, roch an dem Kalb, leckte an der Fruchthülle und alles schien gut zu gehen. Schon nach einer halben Stunde stand das Jungtier auf allen Vieren und unternahm erste Gehversuche. Emmi suchte dabei ständig Kontakt zu ihrem Kalb.

 

Circa eine Stunde nach der Geburt attackierte Emmi plötzlich ihr Kalb. Auf einen solchen Zwischenfall waren zwar alle vorbereitet – auch auf eine mögliche Handaufzucht wie unlängst bei Emmis 3. Jungtier „Ebun“ – aber diesmal gelang es nicht mehr, Mutter und Kind sofort zu trennen. Zu schwer waren die offensichtlich inneren Verletzungen des Kalbes, das unmittelbar nach den Stößen der Mutter starb.

 

Emmi und Kalb Emmi, vicky und Kalb Emmi und Nashornkalb

 

Pfleger und Zooleitung sind sehr betroffen. Alle hatten gehofft, dass Emmi auch wegen der Anwesenheit der zweiten Nashornkuh „Vicky“, die früher Tage vor dem Geburtstermin abgetrennt wurde, deutlich ruhiger sein würde als bei den vergangenen Geburten. Das schien sich zu bestätigen: Emmi, die auch nachts über Kameras und Monitore durch die Tierpfleger beobachtet wurde, verhielt sich sowohl im Vorfeld als auch direkt nach der Geburt wesentlich ruhiger als in der Vergangenheit. Dennoch kam es, wenn auch mit deutlicher Verzögerung, zu dem schwer erklärbaren Zwischenfall. 

 

Emmi links, Vicky rechts

 

Wegen der wiederkehrenden Komplikationen nach den Geburten  von Emmis Kälbern – drei von vier starben und eines, Ebun (2009), wurde getrennt von der Mutter mit der Flasche aufgezogen – hat die Zooleitung entschieden, keine weiteren Zuchtversuche mit dieser Nashornkuh zu planen. Ob Emmi sterilisiert oder an einen anderen Zoo mit einer nicht züchtenden Gruppe  Breitmaulnashörner abgegeben wird, bzw. welche weiteren Optionen es gibt, klärt die Zooleitung in den nächsten Tagen mit dem Europäischen-Erhaltungs-Zuchtprogramm (EEP). Das Jungtier wurde zur Sektion zum Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin gebracht.

 

Harry deckt Emmi Vicky, Emmi und Dohle

 

Wie alle Nashörner sind auch die im Allwetterzoo lebenden Breitmaulnashörner in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten in Afrika stark von der Ausrottung bedroht. Ihre Zucht in Zoologischen Gärten dient nicht nur der Erhaltung stabiler Zoopopulationen, sondern ist auch ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. In der Vergangenheit hatten zwei andere Nashornkühe im Allwetterzoo ihre Jungtiere vorbildlich aufgezogen. Sowohl Emmi als auch ihre Mutter Emily wurden bereits in Münster geboren.

 

Link zur Seite Elefantenhaus/Breitmaulnashörner

 


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