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15. Januar 2010
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Gorilla "Gana" im Allwetterzoo ist weiterhin sehr
krank:
Trotz zahlreicher Untersuchungen gibt es immer noch keine eindeutige
Diagnose
Das Gorillaweibchen "Gana" wurde heute (15. Januar) zu einer
speziellen Untersuchung in die Tierklinik Hochmoor in Gescher gebracht.
Nachdem sie seit Jahresbeginn offensichtlich krank war (mehr zur Vorgeschichte
weiter unten), hatte sie sich unter der Wirkung von Kortison etwas erholt,
wurde aber seit Mittwochnachmittag zunehmend schwächer. Ihr Zustand
verschlechterte sich am Donnerstag dramatisch. Sie erschien apathisch
und völlig kraftlos. Das ging so weit, dass ihr ohne Narkose eine Infusion
gelegt werden konnte. Hierdurch wird ihr die notwendige Flüssigkeit
zugeführt, rund drei Liter am Tag. Einige äußere Anzeichen deuten auf
einen Tumor im Kopf des Gorillaweibchens hin. Sie zeigt beispielsweise
Koordinierungsprobleme hauptsächlich des rechten Arms und das typische
"Vorbeigreifen" an Gegenständen. Um dieser Vermutung nachzugehen,
untersuchten zwei Ärzte des Universitätsklinikums Münster (UKM) "Gana"
am 14. Januar erneut. Durch die Untersuchung des Augenhintergrundes
konnte ein erhöhter Schädelinnendruck und damit ein großflächiger Tumor
ausgeschlossen werden. Eine eindeutige Diagnose war jedoch nicht möglich.
Am gestrigen medizinischen Einsatz des UKM im Allwetterzoo waren Prof.
Dr. Holger Busse, der Direktor der Klinik für Augenheilkunde, und Dr.
Hendrik Freise von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin
beteiligt. Der Zoo dankt für die erneute und äußerst wertvolle Hilfe
durch die Humanmediziner.
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Die letzte Chance, eventuell eine Ursache für „Ganas“ Erkrankung zu
finden, war die Tierklinik Hochmoor. Dort sollte eine Computer-Tomografie
(CT) Aufschlüsse geben. In die Tierklinik Hochmoor wurde „Gana“ sediert
gefahren, begleitet vom Anästhesisten Dr. Hendrik Freise und Carsten
Ludwig, dem Tierarzt des Allwetterzoos. Auch Dr. Dirk Wewers, der Kurator
des Zoos und Bärbel Uphoff, Revierleiterin bei den Menschenaffen und
seit Jahren mit „Gana“ vertraut, fuhren mit nach Hochmoor. Eskortiert
wurde der Transport von der Polizei, um das kranke Gorillaweibchen so
schnell wie möglich und ohne verkehrsbedingte Störungen nach Hochmoor
zu bringen. Hierfür dankt der Zoo der münsterschen Polizei.
„Gana“ hat die Untersuchung und die Fahrt gut überstanden und befindet
sich jetzt wieder in ihrer gewohnten Umgebung im Allwetterzoo, vereint
mit ihrer Tochter. Doch leider gibt es derzeit keine eindeutige Diagnose.
Die CT-Bilder werden noch von Humanmedizinern ausgewertet. Mit einem
Ergebnis ist frühestens am Montag zu rechnen. Im Zoo hat man die Hoffnung,
dass sich dadurch doch noch ein Ansatz für eine Therapie ergibt.
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Zur Vorgeschichte:
"Gana" wurde zum Jahreswechsel auffällig. Sie zeigte eine
zunehmende Schwäche sowie Erbrechen und Appetit¬losigkeit. Der Zustand
der Gorillamutter wurde zur Gefahr für ihre im August 2009 geborene
Tochter "Claudia". Deshalb hatte Zoodirektor Jörg Adler Ärzte
des UKM um Hilfe gebeten. "Gana" wurde daraufhin am 4. Januar
von einem Spezialistenteam unter der Leitung von Prof. Dr. Hugo Van
Aken, dem Direktor der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin,
untersucht. Eine Ultraschalluntersuchung, eine Endoskopie des Magens
und Röntgenaufnahmen führten lediglich zu der Diagnose, dass sie an
einer Unterfunktion des Verdauungsapparates litt. "Gana" bekam
Medikamente gegen die Darmträgheit und Kortison. Unter dessen Wirkung
erholte sie sich etwas, zeigte wieder Appetit und kümmerte sich um ihre
Tochter, bis es ihr ab Donnerstag deutlich schlechter ging.
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"Ganas" Tochter "Claudia" geht es den Umständen entsprechend immer noch gut. Sie hat sich mittlerweile an das Zufüttern von Babymilch durch die Pfleger gewöhnt. Das halbjährige Gorillamädchen nimmt inzwischen sogar den größten Teil der notwendigen Nahrung auf diese Weise zu sich, trinkt aber auch noch an der Mutterbrust. Im Allwetterzoo hat man die Hoffnung, dass "Claudia" in Münster bleiben kann. Sie muss allerdings vom Rest der Gruppe akzeptiert und idealerweise von "Changa" oder "Fatima" adoptiert werden. Dieses Vorgehen wurde mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungs-Zuchtprogramms abgestimmt. Sollte der Versuch misslingen, "Claudia" allein und ohne Mutter in die Gruppe zu integrieren, bleibt als zweite Lösung der Umzug in die Gorilla-Kinderstube im Stuttgarter Zoo "Wilhelma". Hier wächst auch schon "Ganas" erste Tochter "Mary Zwo" heran.
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