News-Archiv
21. Juli 2009
„Schildkröten-News“:
- Sensationelle Zwillinge gleich zweimal bei den Sternschildkröten
- Internationale Ehrung für Artenschützerin
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Reptilienfans würden die jüngsten Zuchterfolge bei den seltenen Sternschildkröten im Allwetterzoo als Sensation bezeichnen: Aus jeweils einem einzigen Ei befreiten sich am 13. Juni und noch einmal am 10. Juli gleich zwei winzige Krötchen! Die zuerst geschlüpften Zwillinge waren beinahe gleich groß (3 bzw. 2,5 cm Länge und 8,5 bzw. 6,8 Gramm Gewicht), die beiden anderen hingegen unterschieden sich deutlich in Länge und Gewicht. Zehn Tage nach dem Schlupf brachte der kleinste nur 4,3 Gramm auf die Waage, der andere immerhin schon 13,7 Gramm. Bislang entwickeln sich die vier kleinen Panzerträger gut. Ob es jemals zuvor Zwillinge bei Sternschildkröten gegeben hat, ist nicht bekannt. Wenn doch, dann wurde darüber nicht berichtet. Bei anderen Arten gab es schon Zwillinge, aber sie waren entweder zusammengewachsen oder eines der Tiere war nicht komplett entwickelt.
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Die Eier wurden aus dem Terrarium der Sternschildkröten entfernt und für längstens 97 Tage künstlich bebrütet. Beim Schlupf hatten die Zwillinge eine Panzerlänge von etwa zwei bis drei Zentimeter und wogen dabei nur zwischen sechs und acht Gramm. „Einlinge“ sind mit etwa 16 Gramm doppelt so schwer und ihr Panzer kann bis zu vier Zentimeter lang sein. Anhand der Eier lässt sich übrigens nicht auf einen Zwillingsschlupf schließen: Sie sind stets gleich groß, nämlich rund viereinhalb Zentimeter lang bei einem Durchmesser von etwa drei Zentimeter. Die Schale wird von den Schlüpflingen mit ihrem Eizahn angeritzt. So entsteht zunächst ein kleines Loch. Dieses wird dann von den kleinen Schildkröten so weit vergrößert, dass sie sich mit Hilfe der Vorderbeine aus dem Ei befreien können.
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Die Eltern der jungen Sternschildkröten im Allwetterzoo stammen aus einer Beschlagnahmung auf dem Hongkonger Flughafen vor fünf Jahren. Über den Schildkrötenschutz-Koordinator des Zoos in Rotterdam wurden sie auf mehrere europäische Zoos und erfahrene Privathalter verteilt. In Münster vermehren sich die kostbaren Tiere zum Glück regelmäßig, so schlüpften in diesem Jahr bereits 15 Sternschildkröten aus den Eiern. Zwei der kleinen Panzerträger können derzeit im Terrarium der Alttiere auf der Rückseite der Großflugvoliere bewundert werden.
Eine weitere erfreuliche Nachricht in Sachen Schildkröten betrifft das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz im Allwetterzoo: Dr. Martina Raffel, Kuratorin für in situ Artenschutz und Projektverantwortliche für das Zentrum, wurde in den Stiftungsrat des Turtle Conservation Fund aufgenommen. Diese im Jahr 2002 gegründete internationale Initiative hat sich den Schutz der weltweit bedrohtesten Schildkrötenarten zum Ziel gesetzt.






