Energieausweise für Tierhäuser


Die Erstellung von Energieausweisen für Tierhäuser ist von zentraler Bedeutung für den Klimaschutz und die CO2-Einsparung. Für Wohngebäude gibt es Energieausweise bereits. Sie geben Aufschlüsse über den Primär-Energiebedarf und -verbrauch, den End-Energiebedarf und den CO2-Austoß. Energieausweise für Tierhäuser gab es bis 2010 nicht, da es kein Standard-Nutzverhalten gibt. Deshalb mussten bzw. müssen Standards für Energieausweise für Tieranlagen entwickelt werden.

 

Im Rahmen unserer Kooperation mit der Beuth Hochschule für Technik Berlin und der BAnTec GmbH Berlin wurden die Möglichkeiten für Energieausweise für Tierhäuser seit 2008 wissenschaftlich untersucht. An der vorbereitenden, umfassenden Datenerfassung und Analyse der Energiesituation des Zoos waren Studierende und Mitarbeiter beider Einrichtungen beteiligt. Sie untersuchten rund 4,8 km der zooeigenen Nahwärmetrasse und analysierten 35 Gebäude.

 

In einem Energieausweis werden energetische Bewertungen dokumentiert. Hierbei geht es um die Reduzierung von Verbrauchswerten, die CO2-Einsparung sowie eine zeitgemäße Sanierung unter Einsatz von regenerativen Energien. Konkret wurden die Wärmetrassen im Zoo auf Auslastung, Lebensdauer und die heutigen Anforderungen hin untersucht. Es wurde überprüft, ob ein ressourcenschonender Betrieb mit erneuerbaren Energien möglich ist. Es wurden bauphysikalische Untersuchungen vorgenommen, die Rückschlüsse auf die Bausubstanzen zulassen. Die Verbrauchswerte der zurückliegenden Jahre wurden gemittelt und daraus die tatsächlich benötigte Primär-Energiemenge berechnet.

 

Für unsere ZoORANGerie und das Elefantenhaus wurden im Sommer 2010 die bundesweit ersten Energieausweise für Tierhäuser ausgestellt.

 

Beispiel ZoORANGerie anschauen

 

Beispiel ZoORANGerie
Hier beinhaltete die Analyse neben den oben genannten Untersuchungen auch:
Thermographie | Messung der physikalischen Größen | Untersuchung der Luftauslässe | Strömungssimulation | Rauchversuche


Das Ergebnis:
Für die ZoORANGerie ergibt sich bei Einsatz von regenerativen Energien, zusätzlich zur wärmetechnisch instand gesetzten Fassade, eine Reduzierung von 381 kWh/m²a auf 284. Der CO2-Ausstoß reduziert sich von 116 kg kg/m²a auf 85. Das entspricht einer Einsparung von rund 26% für den Primärenergieanteil und den CO2-Ausstoß.

 

Bei der Gesamt-Analyse standen nicht nur bereits sanierte Gebäude im Mittelpunkt, sondern vor allem Tierhäuser, die noch nicht im Sanierungs- und Instandsetzungsplan geführt werden. Gerade für diese ist es wichtig, Empfehlungen anhand des Energieausweises erarbeiten zu können und die Modernisierung daran zu orientieren. Aufgrund der fundierten Erhebung und Auswertung von Daten ist es weiterhin möglich, gebäudespezifische Nutzerprofile zu erstellen, die auch für andere Zoos die Grundlage für Energiesparmaßnahmen, Modernisierung und Sanierung bilden können.

 


 

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