Energie und Umwelt


Nicht nur in der Tierhaltung und dem Artenschutz beschreiten wir neue Wege. Auch bei einem der brennendsten Themen unserer Zeit, dem Energiesparen, sind wir Vorreiter! Zukunftsorientierte und vor allem die Umwelt schonende Energieversorgung betreiben wir seit Anfang der 1990er Jahre. Unsere Maßnahmen sind vielfältig und berücksichtigen immer auch die Aspekte Nachhaltigkeit, Umweltschutz, CO2-Reduzierung sowie Kostenersparnis.

 

35 Gebäude und Stallungen mit unterschiedlichstem Wärmebedarf verteilen sich auf unserem 30 Hektar großen Gelände. Besonders energieaufwändig sind die ZoORANGerie, das Elefanten- und das Tropenhaus. Bis in die 1990er Jahre hinein heizten wir mit einem Heißwasser-Heizsystem per Fernwärmenetz. Erzeugt wurde die Wärme ursprünglich ausschließlich mit Öl, dann modernisierten wir die Kesselanlage mit Anbindung an die computergestützte Gebäudeleittechnik und stellten das System teilweise auf Erdgas um. In einem weiteren Schritt bestückten wir die Kesselanlage mit Abgaswärmetauschern und erneuerten große Teile des Fernwärmenetzes. Mitte der 1990er Jahre errichteten die Stadtwerke Münster auf unserem Gelände ein erstes Blockheizkraftwerk (BHKW), das in unsere Wärmeerzeugung eingebunden wurde. Seit 2011 ersetzt ein neues, effizienter arbeitendes BHKW das alte. Die elektrische Nutzung liegt bei den Stadtwerken.

 

 ZoORANGerie mit Foliendach Freiflughalle im Tropenhaus Elefantenhaus mit Foliendach

 

Die bereits erfolgten Veränderungen im Heizsystem zeigen beachtliche Erfolge: Wir reduzierten unseren Wärmeverbrauch seit Mitte der 1990er Jahre um rund 30 % und senkten gleichzeitig den Ausstoß von CO2 um gut 20 %. Die Kostenersparnis liegt bei rund 350.000 Euro jährlich. Es kann aber noch mehr gespart werden. Derzeit prüfen wir die Möglichkeiten für eine dezentrale Wärmeversorgung einiger Tierhäuser unter Einbeziehung einer CO2-neutralen Holzheizung.

 

Photovoltaikanlage am Betriebshof

 

Maßnahmen zur Wärmedämmung im Bereich Fenster, Wände und Dächer führen wir ebenfalls durch. So verschwand der graue Beton von Futterhof, Verwaltung, Betriebs- und Direktorwohnhaus unter isolierenden Dämmplatten – einem sogenannten Wärmeverbundsystem. In freundlichen Farben gestrichen sehen die Gebäude nun nicht nur schöner aus, wir sparen viel Energie. Die Außenwände der ZoORANGerie wurden ebenfalls saniert und wärmetechnisch gedämmt. Weitere dämmende und damit energiesparende Maßnahmen an Tierhäusern sind in Planung.

 

Auch regenerative Energien setzen wir seit geraumer Zeit ein:

 

  • Mit Erdwärme heizen wir die im afrikanischen Stil errichteten „Hütten“ unserer Geparde.
  • Eine Solarthermie-Anlage am Elefantenhaus erwärmt das Bade- und Duschwasser für die Tiere. Im Sommer können wir nun das Elefantenhaus vom Fernwärmenetz abschalten.
  • Am Betriebshof ist eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb, die noch deutlich erweitert werden soll.
  • Um unsere Besucher auf regenerative Energien hinzuweisen, haben wir einen Energiepfad eingerichtet.

 

Sonnenkollektoren am Elefantenhaus Tafel Solarthermie

 

Weitere Maßnahmen, um Energie und Kosten zu sparen:

 

  • Seit mehr als 20 Jahren bauen wir die Gebäudeleittechnik als Instrument der Energieeinsparung weiter aus. Computergestützt wird damit die gesamte Versorgungstechnik der Tierhäuser - also Heizung, Lüftung, Strom und Wasser - gesteuert. Auch detaillierte Verbrauchszahlen werden dabei erfasst.
  • Zooeigene Trafostationen wurden bzw. werden ebenso ersetzt oder modernisiert wie Beleuchtungsanlagen. Wir haben beispielsweise alte Notstromaggregate gegen effizientere ausgetauscht, haben Pumpen für Bachläufe auf eine energiesparende Steuerung umgestellt und wir planen, konventionelle Stromversorgung möglichst durch regenerative Varianten zu ersetzen.
  • Wasser, das im Zoo in vielen Bereichen in großen Mengen benötigt wird, gewinnen wir über eine eigene Brunnenanlage. Dieses Brauchwasser, das wir in großen Zisternen bunkern, wird für Reinigungsarbeiten ebenso verwendet wie für die Toilettenanlagen im Zoo. Durch den Einsatz des Brauchwassers sparen wir Kosten für Stadtwasser.
  • Im Bereich der Pinguinanlage installierten wir eine Reinigungsanlage, mit der wir den Wasserverbrauch halbieren konnten.
  • In Planung ist eine Wasseraufbereitungsanlage für das Robbenbecken.
  • Geprüft wird derzeit die Möglichkeit, Regenwasser aufzubereiten und im Zoo einzusetzen.
  • Der neue Bullentrakt im Elefanten-Park entsteht als „Energie-Effizienz-Haus“. Neben einer besonderen Isolierung werden Erdwärme eingesetzt sowie eine Betonkernaktivierung, dabei wird der Heizkörper in die Wand eingebaut.

 

Hausleittechnik Niederspannungs-Hauptverteilung Notstromaggregat

 

Zusammenarbeit mit externen Einrichtungen:

 

  • Wir kooperieren mit der Beuth Hochschule für Technik in Berlin sowie der Firma BAnTec GmbH Berlin. Unser Ziel ist eine unabhängige Energieversorgung des Zoos mit möglichst hoher CO2-Minderung. Beispiele für die Zusammenarbeit sind die gemeinsam entwickelten bundesweit ersten Energieausweise für Tierhäuser.
  • Mit der Fachhochschule Münster kooperieren wir ebenfalls. 2010 erarbeitete eine Projektgruppe des Masterstudiengangs „Internationales Facility-Management“ ein Energiekonzept für das Giraffenhaus. Noch steht nicht fest, wann es realisiert werden kann.
  • Seit 2001 beteiligten wir uns mehrfach erfolgreich an der Zertifizierung zum Ökoprofit-Betrieb. Ökoprofit ist eine gemeinsame Aktion der Stadt Münster und weiterer Partner. Unserem „Ökoprofit-Team“ gehören derzeit zwei Techniker, eine Zoologin, ein Kaufmann und ein Verwaltungsmitarbeiter an. Die Maßnahmen, die im Rahmen der Zertifizierung entwickelt wurden, reichen vom Bau eines energieeffizienten Gewächshauses bis zur Nutzung von Handtüchern aus recyceltem Papier.
  • Außerdem sind wir Mitglied der münsterschen „Allianz für Klimaschutz“.

 


 

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