Schildkrötenschutz

Internationales Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS)


Logo SchildkrötenzentrumSchildkröten gelten in vielen Kulturkreisen als Glücksbringer und Symbole für langes Leben. Diese an sich erfreuliche Wertschätzung wird ihnen aber in Ost- und Südostasien zum Verhängnis. Denn dort herrscht der Glaube, dass sich die positiven Eigenschaften der Tiere auf den Menschen übertragen lassen, wenn man das Fleisch, die Innereien und zermahlene Knochen oder Panzer verspeist. So sind Schildkröten traditionelle Bestandteile der chinesischen Küche und Medizin geworden.

Da China selbst diesen Bedarf nicht decken kann, ist es in den letzten zwei Jahrzehnten zu einer beispiellosen Ausplünderung aller Schildkrötenbestände im gesamten südostasiatischen Raum gekommen. Jährlich wandern viele Millionen Schildkröten, selbst streng geschützte, in die Kochtöpfe und Apotheken. Betroffen von diesem maßlosen Verbrauch sind rund 70 Schildkrötenarten. Mehrere Arten sind bereits ausgerottet, viele weitere stehen unmittelbar davor und wurden seit Jahren nicht mehr in ihrem natürlichen Lebensraum gesehen. Zusätzlich zu dem unkontrollierten Sammeln und dem massenhaften Verzehr bedroht die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes viele Schildkrötenarten, denn unkontrollierter Holzeinschlag und die Zersiedelung der Landschaft vernichten ihre Biotope.

GoldkopfschildkröteEine Erhaltungszuchtstation als Hoffnungsschimmer

Da von einigen Arten womöglich nur noch wenige Exemplare existieren, ist es für Rettungsmaßnahmen allerhöchste Zeit. Um zumindest 15 asiatische Schildkrötenarten vor der akut drohenden Ausrottung zu retten, wurde im Allwetterzoo am 18. Oktober 2003 in Kooperation mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS) eingeweiht. Dieses weltweit einmalige Pilotprojekt wird von zahlreichen Förderern und Sponsoren unterstützt, darunter außer ZGAP und DGHT auch die nationalen Fachverbände aus Großbritannien, der Schweiz und den Niederlanden, die Andreas-Stihl-Stiftung und die Stiftung Westfalen-Initiative, das Deutsche Tierhilfswerk (DTHW) und die LVM-Versicherung Münster. Unter einem Dach mit dem IZS wird in den nächsten Monaten ein Bildungs- und Informationszentrum zum Thema Biodiversität entstehen.

Die Zuchtstation soll den Schildkröten nicht nur kurzfristig einen sicheren Hafen bieten, sondern langfristig ihr Überleben sichern. Nur durch die Kombination von Schildkrötenzucht und Schutz der Lebensräume (d. h. die Kombination von ex situ und in situ Artenschutz) werden die Tiere vor der Ausrottung bewahrt. Deshalb setzt sich der Allwetterzoo auch für die Erhaltung der Lebensräume in den Ursprungsländern ein.

Für die Zoo-Besucher ist die Station nicht zugänglich, aber viele Becken können vom Ausstellungsbereich der BioCity eingesehen werden, und neue Zuchterfolge werden regelmäßig ausgestellt.

Die Ziele des Projektes sind:
Erhaltung und Vermehrung bedrohter asiatischer Schildkröten durch den Aufbau stabiler Populationen in Menschenobhut
Öffentlichkeitsarbeit zur Bedrohungssituation asiatischer Schildkröten
Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen zum Schutz der Lebensräume und langfristige Wiederauswilderungen
Sammlung biologischer Erkenntnisse über die gehaltenen Arten



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